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Idar-Oberstein

Krimi trifft Musik: Gastorchester begeisterte mit Kombination im Stadttheater

Einmal über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, das war die Absicht des Kunstvereins Obere Nahe, als er zum Krimi-Konzert ins Stadttheater Idar-Oberstein einlud. Die Vernetzung der Künste ist seit der Gründung 1972 Programm des Kunstvereins und Motivation für jene Menschen an der oberen Nahe, die sich mit Malerei, Literatur, Fotokunst, Musik und Theater kreativ auseinandersetzen.

Begeisterung im Stadttheater: Der Kunstverein Obere Nahe hatte das Symphonische Blasorchester Vulkaneifel und Krimiautor Ralf Kramp eingeladen. Worte und Musik verschmolzen. Bei den Besuchern kam dieses Spektakel hervorragend an. Foto:  Hosser
Begeisterung im Stadttheater: Der Kunstverein Obere Nahe hatte das Symphonische Blasorchester Vulkaneifel und Krimiautor Ralf Kramp eingeladen. Worte und Musik verschmolzen. Bei den Besuchern kam dieses Spektakel hervorragend an.
Foto: Hosser

Von unserer Mitarbeiterin Elisabeth Jost

Fremdveranstaltungen sind daher die Ausnahme. Wenn diese aber so innovativ und außergewöhnlich sind wie die mit größter Begeisterung aufgenommene Premiere des Krimi-Konzerts weisen sie auf weiter gehende Möglichkeiten hin, die auch regional realisierbar sind. Die Verbindung von Wort und Ton hat in der Musik Tradition. Stefan Kollmann, Dirigent des Symphonischen Blasorchesters Vulkaneifel, und Krimiautor Ralf Kramp sind neue Wege gegangen: Gemeinsam entwickelten sie eine Verbindung von frei aus dem Fundus sinfonischer Bläsermusik existierender Werke verschiedener Stilepochen und den von Kramp geschriebenen "Seltsamen Morde des Mortimer Selsdom" ein überaus unterhaltsames Gesamtkunstwerk.

Anstelle einer sonst üblichen Moderation erhielten die Zuhörer nur ein kleines grünes Blatt, in dem die im Verlauf von zweieinhalb Stunden gespielten Werke aufgelistet waren: "Dutch Masters Suite" von Johan de Meij, "Nabucco" von Giuseppe Verdi, "Symphonic Dances" von Yosuke Fukuda, "Samba De Loves You" von Shin Kazuhara und andere. Wann und zu welchem Abschnitt der Lesung diese Musik dazu, dazwischen oder nur andeutungsweise gespielt wurde, blieb ein Geheimnis oder war nur intimen Kennern verständlich.

Nach kurzer Eingewöhnung spielte das auch gar keine Rolle mehr, denn die Faszination ging mit dem ersten gesprochenen Wort sofort auf das Publikum über. Am kleinen, mit gemütlichem Kerzenlicht beleuchteten Schreibtisch erzählte Ralf Kramp die Story vom aus der Art geschlagenen Sohn Mortimer aus der berüchtigten Londoner Mörderfamilie Selsdom. Trotz vieler Bemühungen misslingen alle Versuche, einen Mord zu begehen und damit die Gunst des Vaters zu erringen. Wie fantasievoll, ja geistreich diese Taten erzählt werden, wie die Musik diese zusätzlich interpretiert: Das ist genial umgesetzt. Zum einen durch die vorzügliche Lese- und Schauspielkunst des Krimiautors und zum anderen durch die Leistung des Kapellmeisters und "Musikmagiers" Stefan Kollmann.

Das von ihm geleitete Vulkaneifel-Orchester verfügt nicht nur über hervorragende Bläsersolisten mit ihrem Powerplay auf Trompete, Posaune, Klarinette und Horn (Horst Haas, der frühere Dirigent des Tiefensteiner Musikvereins), mit seiner "Jewel Fanfare" von Rainer Serwe und dem skurrilen "Blues for a Killed Cat" von Jack End gelingen ihm auch Abstecher in den Jazz und pompöse Festmusiken.

Eine Pointe der besonderen Art ist dem Autor und Sammler von 30 000 Kriminalbänden, Ralf Kramp, am Schluss gelungen. Da zur gleichen Zeit King George stirbt, wird die von der Verlobten Mortimers zum Sterbebett des Vaters mitgebrachte Todesanzeige als doch noch erster Erfolg seines Versagersohns folgendermaßen interpretiert: "So erfolgreich war noch niemand in unserer Mörderfamilie." Das Happy End zeigt Mortimer, wie könnte es anders sein, als bürgerlich verehelichten und erfolgreichen Krimiautor. Unzählige Male mussten Kramp und Kollmann sich nach den Zugaben dem Publikum zeigen. Hans-Jürgen Werle, Mitglied der Autorengruppe und Realschulkollege von Kollmann, hatte andere Produktionen gesehen und vom Festival "Nordeifel-Mordeifel" gehört und war nicht mehr zu bremsen, "um den Idar-Obersteinern auch einmal ein so großes Hörvergnügen zu bereiten".

Idar-Oberstein Birkenfeld
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