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    Birkenfeld

    Emotionale Werkschau im Maler-Zang-Haus

    Der Andrang der Gäste zur Vernissage wirkte wie ein Aufschrei: Mehr als 100 Kunstfreunde drängten ins Birkenfelder Maler-Zang-Haus zur Eröffnung der letzten von Kuratorin Denise Essig initiierten Ausstellung mit Arbeiten des nicht nur regional bekannten Künstlers Axel C. Gross.

    Der Künstler und die Kuratorin: Axel C. Gross' Werkschau im Maler-Zang-Haus ist die letzte, die die junge Denise Essig betreut.  Foto: Ilona Brombacher
    Der Künstler und die Kuratorin: Axel C. Gross' Werkschau im Maler-Zang-Haus ist die letzte, die die junge Denise Essig betreut.
    Foto: Ilona Brombacher

    Von unserer Mitarbeiterin Ilona Brombacher

    Viele zusätzliche Stühle wurden herbeigeschafft, der Seminarraum im Dachgeschoss platzte aus allen Nähten, und viele Gäste fanden nur im Treppenhaus oder in den Ausstellungsräumen Platz. Es war fast zu voll, um die Exponate betrachten zu können.

    Der Titel der Ausstellung, "Kulturlandschaften", in der Gross neben maghrebinischen Städteimpressionen in Aquarell und Tusche auch neueste dokumentarische Zeichnungen von Bauernhäusern, Scheunen und Unterständen seiner Heimatregion präsentiert, geriet anlässlich der Verabschiedung von Denise Essig gleichsam zu einer Mahnung. Sind doch die Gross'schen Arbeiten - insbesondere die Zeichnungen - bei aller Lebendigkeit der Farbgebung und Detailfreude menschenleer; man schaut praktisch immer nur auf die Ein- und Auswirkungen des Menschen auf die (Kultur-)Landschaft.

    So stehen auch die jüngsten Zeichnungen des in Meckenbach lebenden Künstlers ganz im Zeichen einer dokumentarischen Konservierung des Moments: Das "Hausporträt No. 9", das "Scheunenporträt No. 9" und das Porträt "Café Hesse" sind allesamt in diesem Jahr entstanden und zeigen in typisch Gross’scher Linienführung den markanten Verfall der hiesigen (Bau-)Kultur. Märchenhaft und fremd wirken die Hinterlassenschaften des Menschen in diesen Bildern - wie das einsame Fahrrad vor dem Café, der Autorreifen vor der Scheune oder die Sperrmüllbretter und Holzstangen vor dem Haus mit der schmiedeeisern verzierten Eingangstür. Wie groß der Anteil der Naturgewalten Wind und Wetter an diesem Verfall ist, wird bewusst der Interpretation des Betrachters überlassen.

    Für den im vergangenen Jahr von gesundheitlichen Problemen geplagten Gross war die Ausstellung Motivation und Inspiration zugleich, bekundete der Künstler höchst emotional und bewegt. Den Tränen nahe, bedankte er sich für die große Unterstützung seiner Familie und bei seinem langjährigen Freund Klaus Bernarding für die amüsante Lesung aus dessen "Lothringer Passagen".

    Die scheidende Kuratorin Denise Essig bedankte sich bei Axel C. Gross, der angesichts einiger recht kurzfristigen "Planänderungen" im Kulturprogramm des Zang-Hauses einsprang: Dessen "Bereitschaft, Unvorhergesehenem zu begegnen und mit Leidenschaft und Freude Ideen zu entwickeln, haben mich begeistert - und mir in die Karten gespielt."

    "Meine Verabschiedung ist eine kleine Vertreibung aus dem Paradies", gab Denise Essig in ihrer Abschiedsrede zu verstehen. "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge." Ihr Dank gelte allen, die ihr in den sieben Jahren ihrer Kuratoriumstätigkeit den Rücken gestärkt haben. Mit ihren Emotionen kämpfend, bedankte sie sich bei Landrat Dr. Matthias Schneider für dessen Unvoreingenommenheit und Wertschätzung.

    Zum Abschied gab die Kuratorin, die mit ihrer visionären Arbeit auch in ihrer zukünftigen Wirkungsstätte Aachen vielfältige Aspekte der Kunst zu präsentieren versucht, dem Publikum wie den Verantwortlichen für das Schicksal des Hauses eine kleine Kindergeschichte per Animationsfilm von der Maus Frederik mit auf den Weg: Sie thematisiert knapp und deutlich die Wertstellung von Kunst und Dichtung in der von Lohn und Arbeit dominierten Gesellschaft.

    Z Die große Werkschau von Axel C. Groß ist noch bis zum 20. Juli im Maler-Zang-Haus zu sehen.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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