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Idar-Oberstein

Derbes Motto: Werbung für Abiparty ruft zum Komasaufen auf

Vera Müller

Feiern, die Schmerzgrenzen überschritten, heftige Streiche in der Schule, Bösartiges in der Abizeitung: Das gab es früher schon. Und auch Liedtexte, bei denen sich Eltern und Lehrer die Haare rauften, wurden schon immer mitgegrölt. Auch dass Abiturjahrgänge versuchen, durch Partys Geld in die Kasse zu bekommen, um die eigentliche Feier zu finanzieren, ist nicht verwerflich. Aber was die Jahrgangsstufe 13 der BBS Idar-Oberstein (oder zumindest ein Teil davon) aktuell plant, geht dann doch deutlich unter die Gürtellinie und liegt jenseits dessen, was man als niveauvoll bezeichnen kann. Das sieht auch Schulleiter Gerd Zimmermann so.

Symbolbild: picture alliance / Sina Schuldt/dpa
Symbolbild: picture alliance / Sina Schuldt/dpa

In den sozialen Netzwerken wird zurzeit kräftig für eine Veranstaltung Ende Januar in einer Idar-Obersteiner Diskothek geworben: Die Jahrgangsstufe 13, die im Mai ihr Abitur ablegt, veranstaltet eine Party unter dem Motto „F…en für vier“. Zum Hintergrund: Das vulgäre „F-Wort“ bezeichnet auch einen knallroten, bei Jugendlichen sehr beliebten Partylikör, auf den sich die gesamte Aktion bezieht. In der Werbung für die Veranstaltung heißt es: „Wir würden einfach viel trinken. Komm mit vier Leuten, und wir geben sie dir. Trinkt mal schnell und mal langsam, und irgendwann sehen wir uns gemeinsam die Sterne an.“ Alle Vierergruppen sollen am Eingang „F“-Shots erhalten – also Schnaps „aufs Haus“. Und noch mehr: Immer, wenn das Lied „Liebf…en“ läuft – ein Partysong mit extrem schlüpfrigem Text, auf den die Werbung für die Party Bezug nimmt – gibt es weitere Gratisdrinks. Nachzulesende Aufforderung: „Trinke ein Bier auf ex, und erhalte ein weiteres zum Genießen für nur 2 Euro.“

Laut Zimmermann ist das nicht witzig: „Natürlich finden wir das nicht gut. Aber das haben einige Schüler privat auf die Beine gestellt. Und die sind über 18.“ Er kündigt an, umgehend Kontakt mit den Planern aufzunehmen und seinen Unmut zu äußern. Er wird auch darauf hinweisen, dass der Vermerk, es handele sich um eine Veranstaltung der BBS Idar-Oberstein, zu tilgen ist. Wozu die Schule das Recht hat, wie ein anderer Fall zeigt. An der IGS Herrstein-Rhaunen wollte eine Gruppe der jetzigen MSS 12 im August 2017 eine Technofete in Rhaunen veranstalten. Nicht unter Nutzung des Namens IGS, hieß es damals vonseiten der Schulleitung. Die Fete fand schließlich statt – allerdings ohne dass die Schule erwähnt wurde.

Was Schulleiter Gerd Zimmermann auf die Schnelle rausfinden konnte: Die Diskothek, die die Werbung für den Abend übernimmt, hat offenbar mehrere Mottos zur Auswahl gestellt. Die Schüler entschieden sich für das doch recht derbe Motto. Auch die Schulelternsprecherin Annette Schnadthorst betont: „Das ist eine extrem unangemessene Wortwahl, Abifete hin oder her. Und es ist die Aufforderung zu einem Gruppenbesäufnis.“

Von unserer Redakteurin Vera Müller

Idar-Oberstein Birkenfeld
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