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    Idar-Oberstein

    Amtsgericht: Hat Mutter ihr Kind mit brennender Zigarette bestraft?

    Vor dem Einzelrichter am Amtsgericht zu verantworten hatte sich nun eine 53-jährige Frau aus Idar-Oberstein: Sie wird beschuldigt, ihrer siebenjährigen Tochter eine brennende Zigarette mehrere Sekunden lang auf den Bauch gedrückt und ihr dabei eine schmerzhafte Brandverletzung zugefügt zu haben.

    Foto: dpa-Themenbild

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

    Allerdings bestreitet die Frau die gegen sie erhobenen Vorwürfe, und auch die Aussagen, die das Kind gegenüber mehreren Personen, die vor dem Gericht als Zeugen ausgesagt haben, sind widersprüchlich. Auch die medizinische Sachverständige wollte sich nicht darauf festlegen, dass die Verletzung tatsächlich auf die in der Anklageschrift vorgeworfene Art und Weise zustande gekommen ist.

    Eine weitere richterliche Vernehmung und ein psychologisches Gutachten sollen nun mehr Klarheit schaffen. Die Beschuldigte gab an, ihre Tochter sei aus einer spielerischen Situation heraus auf sie zugestürmt, als sie mit einer Zigarette in der Hand am Küchentisch saß. Dabei sei das Kind dann mit dem Bauch gegen die brennende Zigarette gelaufen. Sie habe sofort eine Erstversorgung der Verletzung mit einer Salbe vorgenommen, und da der Heilprozess dann gut verlaufen sei, habe sie mit ihrer Tochter auch keinen Arzt mehr aufgesucht. Bestätigt wurde diese Schilderung von dem inzwischen von ihr geschiedenen Ehemann.

    Die medizinische Gutachterin hatte die Verletzung erst zwei bis vier Wochen später in Augenschein genommen. Sie erklärte zwar, die Art und Weise der Verletzung, vor allem ihre klare lokale Begrenzung, spreche dagegen, dass die Verbrennung aus einer Bewegung heraus entstanden sei, allerdings sei eine eindeutige Aussage darüber, wie es zu der Verletzung kam, nicht möglich.

    Aufmerksam auf die Verletzung wurden eine Lehrerin sowie eine Sozialpädagogin und ein Erzieher, die an der Förderschule, die das Mädchen besucht, tätig sind. Ihrer Lehrerin hatte das Mädchen die Wunde gezeigt und gesagt, sie stamme "von der Zigarette von der Mama". Bei weiterem Befragen nach dem Hergang des Geschehens machte das Kind dann jedoch widersprüchliche Angaben.

    "Sie hat alles bejaht, was ich ihr in den Mund gelegt habe", erklärte die Lehrerin. Ähnlich äußerte sich auch der an der Schule tätige Erzieher. Das Mädchen habe erst erklärt, es sei in die Zigarette gefallen, dann dass es hineingelaufen sei und schließlich, dass die Mutter die Zigarette festgehalten habe. Allerdings, so der Zeuge, habe das Mädchen dazu immer eine Handbewegung gemacht, die er als Hinweis auf ein aktives Handeln der Mutter gedeutet habe. Der Sozialpädagogin war die "starre Mimik" des Kindes beim Erzählen aufgefallen.

    Dem Sozialarbeiter des Jugendamtes, das von der Schule eingeschaltet wurde, habe es gesagt, es sei "an die Zigarette gekommen", und auf die Frage, ob es schon öfter mit einer Zigarette verbrannt wurde: "Immer dann, wenn ich böse war." Auch beim Jugendrichter, der das Mädchen vernommen hatte, habe es die Frage bestätigt, dass es eine Strafe war. Angesichts der Widersprüche in den Aussagen des Kindes beantragte Rechtsanwältin Cornelia Risch-Schmidt ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit des Kindes, Richter Johannes Pfeifer will es selbst noch einmal vernehmen. Der Prozess wird am 26. September fortgesetzt.

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