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Idar-Oberstein

Stadtheater: Schnattergans Auguste erfreut Kinder bei Weihnachtsaufführung

Haben Sie schon einen Namen für Ihren Weihnachtsbraten? Der, um den es am Sonntag in Herrstein und am Mittwoch in der Göttenbach-Aula ging, heißt Auguste. Auguste ist eine muntere Gans, der zum Verhängnis wurde, dass Opernsänger Luitpold Löwenhaupts Blick in einem November auf sie fiel und er sie trotz seines schmalen Geldbeutels erstand, um sie bis Weihnachten anzufüttern.

Die Akteure auf der Bühne schafften es einfachen Mitteln – hier ist es ein gerahmtes Foto -, das Publikum zum Lachen zu bringen.  Foto: Hosser
Die Akteure auf der Bühne schafften es einfachen Mitteln – hier ist es ein gerahmtes Foto -, das Publikum zum Lachen zu bringen.
Foto: Hosser

Von unserer Mitarbeiterin Jutta Gerhold

Doch Sohn Peterle macht sich Sorgen um das Wohlergehen des Vogels: Er möge doch bitte nicht im kalten Keller frieren. Das bedeutet natürlich die Verwandlung des Gefieders vom Nahrungsmittel zum Familienmitglied. Die beiden quirligen Schauspieler Juliette Schenkel und Martin Thoms boten den rund 80 jungen und älteren Zuschauern spannenden Spaß. Bei zwei Personen für fünf Rollen (es tauchen auch noch Amanda Löwenhaupt und das Hausmädchen Theres auf) bedarf es vieler guter Regieeinfälle und blitzschnellem Agierens.

"Mich hat total beeindruckt, wie sie mit spärlichsten Mitteln so viel Effekte zauberten", begeistert sich eine Zuschauerin, die mit ihrer Tochter und deren Freundin "extra aus Sobernheim" angereist war. Eine kleine dreigeteilte Drehbühne für verschiedene Zimmer im Hause Löwenhaupt, einige gerahmte Fotografien, knallbunte Kopfbedeckungen, aus der Pantomime entlehnte übergroße Gesten und ausgefeilte Mimik brachten die Kinder zu schallendem Gelächter.

Nett auch immer, wenn der Bühnenrand nicht Welten trennt: Schenkel und Thoms gingen ins Publikum, holten sich dort praktische Hilfe und moralische Unterstützung – immer sehr aufregend für den, den es trifft! Eine prima Idee hatte Hildegard Koch von der Caritas in Birkenfeld, die mit sechs Flüchtlingsfamilien zur Vorstellung gekommen war. "Ich habe die Geschichte verstanden", strahlte die 13-jährige Nadijda aus Syrien. Dabei lernt sie Deutsch erst seit acht Monaten. Ihr jüngerer Bruder Rayan fand die Szene am lustigsten, in der Vater Löwenhaupt unter Wehklagen Auguste den Hals umdrehen wollte und das natürlich nicht übers Herz brachte. Noch ein guter Einfall: Diese und andere Szenen wurden als Schattenspiel gezeigt.

Sie sind echte Tausendsassas, die beiden Akteure. Der Opernsänger singt wirklich, und Theres/Amanda/Peterle spielt Geige. Manchmal gab es Geigenmusik vom Band, um die Stimmungslage zu untermalen. Schade, dass das Band die Sprecher dabei übertönte. Aber es gab ja immer die ausdrucksstarke Gebärdensprache.

Für die Kinder stand die schnatternde und Plattdütsch sprechende Gans Gustje (Thoms) im Mittelpunkt. "Sie war so süß", schwärmt die neunjährige Amelie "Und wie sie mit dem Stroh aus dem Karton um sich geschmissen hat, das war lustig." Nach einer knappen Stunde und bevor die Jüngeren zappelig werden, ist das Märchen erzählt und der Beifall herzlich. Ein Dank an den Kulturverein Kamäleon, dass er das Stück in die Gegend geholt hat.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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