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Idar-Oberstein

Stadenhalle: Hätte der Schaden an den Leimbindern früher erkannt werden können?

Stefan Conradt

Auf rund 100.000 Euro schätzt die Bauabteilung der Stadtverwaltung die zusätzlichen Sanierungskosten für die maroden Leimbinder in der Dachkonstruktion der Stadenhalle. Der Schaden war bei der laufenden energetischen Sanierung der Halle entdeckt worden. Wegen möglicher Einsturzgefahr ruhen die Arbeiten seither, die Halle ist voraussichtlich bis Ende des Jahres gesperrt (die NZ berichtete).

Derzeit ruhen die Sanierungsarbeiten in der Stadenhalle. Der Stadtrat hat den Mehrkosten für die Dachsanierung zugestimmt.  Foto: Hosser
Derzeit ruhen die Sanierungsarbeiten in der Stadenhalle. Der Stadtrat hat den Mehrkosten für die Dachsanierung zugestimmt.
Foto: Hosser

Der Schaden muss von einer Spezialfirma behoben werden – dabei werden die angefaulten Holzteile aus dem 1,30 Meter dicken Träger herausgeschnitten und durch neues Holz ersetzt. Der Stadtrat gab jetzt grünes Licht für die Mehrkosten – nicht ohne einige Dinge zu hinterfragen.

Während der Planer der Halle nach mehr als 40 Jahren wohl nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann (der Sanierungsfall sei „typisch“ für Dachkonstruktionen aus jener Zeit, als man auf hinreichende Dämmung zur Vermeidung von Kältebrücken noch keinen Wert legte, wie Bürgermeister Friedrich Marx anmerkte), fragte Thomas Petry (Grüne) nach, warum der Schaden bei der Kontrolle aller städtischen Hallen nach dem Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall nicht erkannt worden war. Am 2. Januar 2006 war das Dach dieser Halle eingestürzt, 15 Menschen verloren damals ihr Leben. Danach waren alle Hallen mit ähnlichen Dachkonstruktionen in ganz Deutschland untersucht worden, auch in Idar-Oberstein – Carsten Horbach vom Gebäudemanagement will nun recherchieren, wer für diese Prüfung damals verantwortlich war.

Mehrere Redner fragten, ob die Mehrkosten mit der gleichen Förderquote bezuschusst würden wie die energetische Sanierung. Das sei nicht möglich, antwortete Kämmerer Carsten Stützel: Die Fördermittel stammten aus dem KI-3.0-Programm, für das der Landkreis einen Fördertopf zur Verfügung hatte – und dieser sei nun leer. Die Stadt habe dabei bei den Sanierungen des Bahnhofs und der Stadenhalle profitiert. Stefan Worst (SPD) wunderte sich über die Richtung, die die Diskussion jetzt nehme: „Eigentlich sollten wir dankbar sein, dass wir 800.000 Euro bekommen haben.“

Karl-Heinz Felske fragte nach, ob der Schwingboden, der für die Abstützung der Dachbalken an mehreren Stellen aufgeschnitten werden muss, hinterher wieder ordnungsgemäß instand gesetzt wird. Das CDU-Ratsmitglied befürchtet Flickwerk. OB Frühauf und Horbach beruhigten: Der Boden sei ohnehin in die Jahre gekommen, Ziel sei es, ihn am Ende der Sanierung komplett zu erneuern. „Wir müssen nur schauen, wie wir das im Haushalt darstellen können...“, schränkte Frühauf ein.

Ebenso wie Thomas Petry wunderte sich auch Thomas Engel (Freie Liste) ein weiteres Mal, wie der Kämmerer eine Summe von 100.000 Euro „so einfach aus dem Hut zaubert – das ist ja ein ganz schöner Batzen“. Der Oberbürgermeister korrigierte, dass von „Zauberei“ keine Rede sein könne – das gehe haushaltstechnisch nur, indem andere Projekte geschoben würden.

Keinen Zweifel ließen alle Redner an der Notwendigkeit der Sanierung und der Wichtigkeit der Stadenhalle für den Stadtteil Tiefenstein. „Wir können ja froh sein, dass die Schäden jetzt festgestellt wurden und es keinen Unfall gab“, sagte Jupp Mähringer. Der SPD-Sprecher findet es bemerkenswert und vorbildlich, wie gut die Vereine ihre Trainingszeiten neu organisiert haben. Auch Wolfgang Röske sagte für die CDU: „Völlig klar, dass das schnell behoben werden muss.“ Er fragt aber, wieso sich das Land nicht an den Mehrkosten der Sanierung beteiligt.

Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt

Stadt will in neues Förderprogramm für Generalsanierung der Hessensteinhalle

Die Stadt versucht, in ein neues Förderprogramm des Innenministeriums zu kommen, mit dem bei 90-prozentiger Förderung eine Generalsanierung der Weierbacher Hessensteinhalle möglich würde. OB Frank Frühauf („Das gab es schon ewig nicht mehr“) berichtete, dass seine Verwaltung eher durch Zufall von diesem neuen Programm erfahren habe, und holte sich bei der Sitzung am Mittwoch grünes Licht vom Stadtrat für diese Vorgehensweise. Die Bauabteilung hat bereits eine Kostenaufstellung (mit eingerechnet 15 Prozent Mehrkosten bis zur Fertigstellung der Sanierung) erarbeitet.

Die Generalsanierung. inklusive Dach- und Fenstererneuerung, Dämmung, Heizungsmodernisierung und Fotovoltaikaufbau – käme dabei auf rund 1,87 Millionen Euro, wovon die Stadt dann nur 187.000 Euro tragen müsste. „Die Bürger würden es uns danken. Die Halle ist für Weierbach ultrawichtig “, sprach Thomas Engel (Freie Liste) seinen Ratskollegen aus der Seele. Nächstes Ziel ist es nun, auf der vom Land vorbereiteten Prioritätenliste weit nach vorn zu kommen. Das sieht Frühauf aber optimistisch. sc
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