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Idar-Oberstein

Sogar die Bundeskanzlerin bedankte sich: THW Idar-Oberstein feiert 60-jähriges Bestehen

60 Jahre THW Idar-Oberstein und 30 Jahre THW-Jugend: gleich ein doppelter Grund zum Feiern, betont Ortsverbandsvorsitzender Roman Hartrampf. Am morgigen Freitag, 9. September, ab 19 Uhr gibt es einen Festakt in den Räumen des THW: Viele kommen zum Gratulieren, Hartrampf wird zurückblicken.

Ganz schnell wurden THW-Helfer und Flüchtlinge zu einer großen Familie. Viele Verbindungen entstanden durch den historischen Einsatz vor ziemlich genau einem Jahr.
Ganz schnell wurden THW-Helfer und Flüchtlinge zu einer großen Familie. Viele Verbindungen entstanden durch den historischen Einsatz vor ziemlich genau einem Jahr.

Von unserer Redakteurin Vera Müller

Im Jahr 1956 wurde im Kreis Birkenfeld der Ortsverband Idar-Oberstein gegründet. Aktuell sind 35 Erwachsene und 12 Kinder und Jugendliche im Ortsverband (OV) organisiert und ehrenamtlich tätig. Gemeinsam mit seinen neun Nachbarortsverbänden in den umliegenden Landkreisen und kreisfreien Städten gehört der OV Idar-Oberstein zum Geschäftsführerbereich Bad Kreuznach im Länderverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland. Die taktische Einheit des Ortsverbandes ist der aus Zugtrupp, Bergungsgruppen und Fachgruppe gebildete Technische Zug (TZ) unter der Leitung des Zugführers. Außerdem gehören eine Jugendgruppe, eine Schnell-Einsatz-Gruppe und eine Einheit für örtliche Gefahrenabwehr (öGA) zu den Komponenten des Ortsverbandes Idar-Oberstein. "Kooperation mit anderen Ortsverbänden spielt bei uns eine große Rolle", berichtet Hartrampf.

Auch die Nachwuchsarbeit ist intensiv: "Wir schauen, dass es mit dem Ortsverband personell nicht den Bach runter geht." Sehr lebendig sind die Erinnerungen an Ereignisse, die ziemlich genau ein Jahr zurückliegen. Flüchtlinge, unter anderem aus Syrien und Eritrea, kamen spät in der Nacht mit Bussen aus der Trierer Erstaufnahmeeinrichtung nach Idar-Oberstein. Die Menschen wurden in der ehemaligen Fahrzeughalle des THW untergebracht. Riesig war die Hilfsbereitschaft: Die THW-Mitarbeiter waren rund um die Uhr im Einsatz und engagierten sich über ihre Kräfte hinaus in einer Situation, die völlig plötzlich und unerwartet kam. Dafür gab es unter anderem ein großes Dankeschön von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unkompliziert, professionell, gut vernetzt, nah an den Menschen dran: So präsentierte sich das THW Idar-Oberstein. Hartrampf erinnert sich: "Gegen 16.30 Uhr rief mich der Geschäftsführer des THW des Geschäftsführerbereichs Bad Kreuznach, Walter Leipold, an und teilte mir mit, dass wir in Idar-Oberstein noch am gleichen Abend für 72 Stunden Flüchtlinge in unserer Garage beherbergen sollen. Ich habe für unseren Ortsverband sofort den Alarm ausgelöst und alle Helfer zur Unterkunft gebeten. Dann kam ein Anruf, dass die Aktion abgeblasen ist und wir wieder nach Hause gehen können …" Gegen 17.30 Uhr stand fest, dass es nun doch keine andere Möglichkeit gibt, als die Menschen in Idar-Oberstein unterzubringen. "Das kannten wir vorher nicht: Ein völlig anderer Hilfeleistungseinsatz stand uns bevor. Keine Sandsäcke füllen, keine Trümmer räumen, niemanden, der verschüttet ist, bergen. Ebenfalls keine Unterstützung der Feuerwehr. Wir waren nun Einsatzleiter. Jetzt waren wir diejenigen, die Unterstützung brauchten." Viele Fragen stellten sich: Was essen die Flüchtlinge? Wie viele Kinder sind mit dabei? Woher nehmen wir die Betten? Wie sieht es mit waschen, duschen und Toilette aus? Sind die Flüchtlinge voruntersucht und registriert?

Die größte Herausforderung stellte sich am Ankunftstag gegen 19.45 Uhr, als die AfA in Trier mitteilte, dass der erste Bus bereits unterwegs ist: "Jetzt musste es schnell gehen. In Windeseile war die Garage leer. Gegen 21.30 Uhr kamen dann vier Busse mit insgesamt 229 Flüchtlingen zu uns. Die Betten kamen eine Stunde später. Alles in allem war dieser Einsatz ein historischer." Die Elbe-Hochwasser 2002 und 2013 seien für den Ortsverband Idar-Oberstein schon große Ereignisse gewesen, aber dieser Flüchtlingseinsatz sei anders gewesen und habe einen enormen Krafteinsatz gefordert: "Ich bin stolz, wie wir das gelöst haben. Dies war eine logistische Meisterleistung durch unseren Ortsverband", blickt Hartrampf zurück.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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