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Morbach

Museumsbahn Morbach-Thalfang: Dampflok als Attraktion für den Nationalpark?

Eine dampflokgetriebene Museumsbahn zwischen Morbach und Thalfang als touristische Attraktion in Verbindung mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Das ist das Ziel des 2012 gegründeten Vereins Historische Eisenbahn Hunsrück. Er ist nach dem jüngst gegründeten Pro-Hunsrück-und-Hochwaldbahn-Verein der zweite Verein, in dem sich Eisenbahnfreunde zusammengeschlossen haben, um die Bahnlinie zu erhalten und zu nutzen.

Eine dampflokgetriebene Museumsbahn zwischen Morbach und Thalfang als touristische Attraktion in Verbindung mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Das ist das Ziel einer umfassenden Initiative.  Foto: Werner Betzler
Eine dampflokgetriebene Museumsbahn zwischen Morbach und Thalfang als touristische Attraktion in Verbindung mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Das ist das Ziel einer umfassenden Initiative.
Foto: Werner Betzler

"Wir wollen nicht nur Nostalgiefahrten anbieten, wir wollen Teil des Programms am Nationalpark sein", sagt Vorsitzender Felix Jacob. Eine Fahrt mit dem dampflokgetriebenen Zug von Morbach in den Nationalpark, dort eine Rangertour, anschließend ein Abendessen in Thalfang und dann mit dem Zug zurück zum Ausgangsbahnhof: So könnte laut Jacob ein touristisches Angebot aussehen, von dem alle Beteiligten profitieren. "Im Sommer wollen wir mit unseren Plänen in die Offensive gehen und weitere Mitstreiter suchen", sagt er.

Am Pfingstsonntag zeigt sich der Verein zusammen mit Pro Hunsrück- und Hochwaldbahn erstmals an der Wildenburg in Kempfeld der Öffentlichkeit. Dafür bereiten die Mitglieder derzeit den Führerstand einer Dampflok auf. Er soll dort als Infostand dienen.

Die Mitglieder der Historischen Eisenbahn Hunsrück, die im März ihren Vereinssitz von Simmern nach Morbach verlegt haben, sind mit ihren Plänen schon fortgeschritten. Die Gleisanlagen am Morbacher Bahnhof haben sie von der DB-Netz gemietet. Dort befinden sich auch die Vereinsräume, stilecht in zwei historischen und umgebauten Eisenbahnwaggons untergebracht. In einem befinden sich Aufenthaltsraum und Küche, im anderen ein Büro und Übernachtungsmöglichkeiten.

In wenigen Wochen wird ein dritter Waggon hinzukommen, in dem Lager und Werkstatt eingerichtet werden. Mit einem Baufahrzeug können die Mitglieder zu Streckenabschnitten fahren, um sie betriebssicher zu halten. Der Verein verhandelt mit der DB-Netz über einen Pachtvertrag für die Strecke. Wenn alles klappt, soll er Ende des Jahres unterschrieben werden. "Mit den beiden Brücken und dem Tunnel ist das der attraktivste und am besten erhaltene Abschnitt der Linie von Türkismühle nach Langenlonsheim", sagt Jacob. Die Viadukte seien in den 1980er-Jahren aus militärischen Gründen vom Bund saniert worden und ebenfalls in vernünftigem Zustand. Mit einer Dampflok verfügt der Verein schon über den wichtigsten Baustein seines Plans. "Die Lok ist eine Dauerleihgabe von einer Privatperson. Allerdings müssen wir sie noch in einen betriebsbereiten Zustand versetzen", sagt Jacob. Der Verein wird finanziell von der Bahnservice Saarland GmbH in Türkismühle unterstützt. Bei fachlichen Fragen hilft die MZ-Eisenbahndienstleistungen in Hellenhahn/Westerwald. Sobald die Strecke gepachtet ist, heißt es für die Vereinsmitglieder, diese verkehrssicher zu halten. Wann könnte die Dampflok zum ersten Mal fahren? Das lässt Jacob noch offen. "Die Inbetriebnahme muss von den Gemeinden und dem Nationalparkamt gewollt sein", sagt er. Dazu müssten allerdings auch öffentliche Gelder fließen. Nils Göttert, Zweiter Vorsitzender des Vereins, verweist auf Fördertöpfe, mit denen das Land den Betrieb von Bahnstrecken ohne regulären Verkehr unterstützt. "85 Prozent Förderung sind möglich", sagt er. Die Investitionskosten für die Aufarbeitung der Dampflok, den Kauf von Waggons und eine Unterstellmöglichkeit für die Lokomotive liegen zwischen 800 000 und 1 Million Euro. Die restlichen 15 Prozent könnten beispielsweise Kommunen beisteuern. Jacob ist vom Erfolg überzeugt: "Es ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Wir wollen ein attraktives Angebot schaffen, und die Touristen wollen beim Besuch des Nationalparks was Besonderes erleben." cst

Idar-Oberstein Birkenfeld
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