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Cochem-Zell

Waffenamnestie: Wenn Opas Flinte in den Schrott wandert

Halbzeitbilanz zur Waffenamnestie: Noch bis 1. Juli ist die straffreie Abgabe von illegalen Waffen und verbotener Munition im Rahmen der einjährigen Waffenamnestie bei der Kreisverwaltung und der Polizei möglich. Es können alle bislang nicht in einer Waffenbesitzkarte eingetragenen Waffen sowie auch Munition abgegeben werden. Darüber hinaus kann Patronenmunition mit Geschossen, die einen Leuchtspur-, Brand- oder Sprengsatz sowie einen Hartkern enthalten, abgegeben werden.

Noch bis zum 1. Juli dürfen Waffen im Rahmen der laufenden Waffenamnestie straffrei abgegeben werden.
Noch bis zum 1. Juli dürfen Waffen im Rahmen der laufenden Waffenamnestie straffrei abgegeben werden.
Foto: picture alliance

Seit Anfang Juli vergangenen Jahres wurden insgesamt 35 Schusswaffen bei der Kreisverwaltung in Cochem abgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden 194 Waffen abgeliefert, 2016 waren es 181 Waffen, und im vorigen Jahr waren es insgesamt 58 Waffen. Wie viele Waffen bei der jüngsten Amnestie im Jahr 2009 abgegeben wurden, darüber konnte die Kreisverwaltung keine Angaben machen, da die entsprechenden Zahlen nach der Digitalisierung nicht mehr vorliegen.

Doch was passiert mit den Waffen, nachdem sie abgegeben worden sind? Von wem werden sie entsorgt? „Die Waffen werden von den Mitarbeitern der Waffenbehörde bei einer zur Entsorgung legitimierten Fachfirma abgegeben, wo sie entsprechend unbrauchbar gemacht und entsorgt werden“, teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage mit. Bei den zur Vernichtung abgegebenen Waffen handele es sich um Waffen, die keiner Verwendung mehr zugeführt werden könnten, weil sie zum Beispiel zu alt oder in einem schlechten Zustand seien. Oft handele es sich auch um Erbwaffen. Die Erben jedoch hätten keine Verwendung dafür oder hätten kein Interesse daran, eine Erben-Waffenbesitzkarte zu beantragen.

Aktuell gibt es 1433 Waffenbesitzer im Kreis Cochem-Zell. Und die besitzen insgesamt 8963 registrierte Schusswaffen. Darunter sind sowohl Lang- als auch Kurzwaffen, also beispielsweise Gewehre, Pistolen oder Revolver. Die Anzahl der Waffenbesitzer ist damit rückläufig. Im Jahr 2015 gab es 1630 Waffenbesitzer, 2016 waren es 1472. Daraus ergibt sich allerdings kein Rückgang an registrierten Waffen. 2015 waren 8791 Schusswaffen im Kreis registriert. 2016 waren es 8772 registrierte Waffen. Unter den Waffenbesitzern sind Jäger, Sportschützen, Altbesitzer (Eintragung bereits vor dem ersten Waffengesetz 1973), Erben oder Sammler. Letztere gibt es laut Kreisverwaltung nur wenige im Kreis. Wer nun glaubt, dass der Transport der Waffen zum Kreishaus doch sicherlich bedenklich ist, der sei an dieser Stelle beruhigt. Denn: Auch der Transport auf dem direkten Weg von dem Ort, an dem die Waffen oder Munition aufbewahrt sind, zur Kreisverwaltung wird nicht bestraft. Den Besitzern wird dann geraten, die Waffe nicht gerade für alle sichtbar dort hinzubringen, sondern sie zumindest irgendwie einzupacken. Im Unterschied zur Regelung aus dem Jahr 2009 gilt die Amnestie dieses Mal nicht, wenn die Waffen oder Munition an einen Berechtigten, zum Beispiel Waffenhändler, übergeben und unbrauchbar gemacht werden.

Von unserem Reporter Christoph Bröder

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