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Ulmen

Ungewöhnliche Vermittlungsaktion: Durch Speeddating einen Job gefunden

Brigitte Meier

Bei einem Praktikum in der Firma Rothschild in Ulmen, vermittelt durch ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, hat Hashmatullah Mirzad bei Geschäftsführer Markus Klein bereits einen guten Eindruck gemacht. Damals äußerte der 18-Jährige aus Afghanistan den Wunsch, eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu machen. Eine feste Zusage bekam der junge Mann dann bei einem sogenannten Speeddating, das die Koordinierungsstelle Asyl des Kreises Cochem-Zell im Juli in die Wege geleitet hatte (die RZ berichtete).

In der Werkstatt der Ulmener Spedition Rothschild arbeiten Ausbilder Thomas Heinrichs (links) und der Flüchtling Mohammed Kher Alyouness zusammen. Heinrichs ist angetan von Neugier und Einsatzbereitschaft des 25-Jährigen, der aus Syrien floh.
In der Werkstatt der Ulmener Spedition Rothschild arbeiten Ausbilder Thomas Heinrichs (links) und der Flüchtling Mohammed Kher Alyouness zusammen. Heinrichs ist angetan von Neugier und Einsatzbereitschaft des 25-Jährigen, der aus Syrien floh.
Foto: Brigitte Meier

Mirzad ist einer von vier Flüchtlingen, die durch das Speeddating eine Arbeitsstelle gefunden haben, berichtet Ramona Junglas von der Koordinierung Asyl. Sie sagt: „Das war eine erfolgreiche Veranstaltung, die wir im kommenden Jahr am 12. März wiederholen werden.“ Möglicherweise wird dann auch die Firma Rothschild wieder vertreten sein, kündigt Geschäftsführer Klein an: „Es herrscht ein extremer Mangel an ausgebildeten Fahrern. Das ist eine Chance für Flüchtlinge.“ Bei den bürokratischen Hürden, die dem Ausbildungsvertrag mit einem Flüchtling vorausgehen, hat der Ausbildungsbeauftragte der Industrie- und Handelskammer Koblenz geholfen, berichtet Klein.

Mirzad jedenfalls – er steht nicht zu einem Gespräch zur Verfügung, weil er mit dem Lkw unterwegs ist – macht seine Sache bisher sehr gut, betont Klein. Die deutsche Sprache beherrscht er immer besser, der Besuch der Berufsschule ist erfolgreich, und der junge Afghane zeichnet sich durch Offenheit und Aufgeschlossenheit aus. Klein ist sicher, dass er die Ausbildung erfolgreich abschließen wird. Die einzige Unsicherheit ist, dass Mirzads Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Sollte sein Antrag abgelehnt werden, kann er allerdings nach der Ausbildung noch zwei Jahre in Deutschland bleiben. Klein kündigt an, dass der Betrieb sich dafür starkmachen wird, dass „er uns erhalten bleibt“. Und er fügt begründend hinzu: „Denn er erfüllt alle Voraussetzungen für den verantwortungsvollen Beruf des Kraftfahrers.“

In der Werkstatt der Ulmener Spedition arbeitet Mohammed Kher Alyouness, der vor zwei Jahren aus Syrien geflüchtet ist. Der 25-Jährige ist vor allem durch die Vermittlung von den Ehrenamtlichen aus Ulmen, Karl Eckart und Gertrud Laub, in den Betrieb gekommen. Auch Mohammed strebt eine Ausbildung im Bereich Kfz-Mechanik an. „In Syrien habe ich schon in einer Autowerkstatt gearbeitet“, versichert er in recht gutem Deutsch.

Der Syrer mit anerkanntem Status als Flüchtling arbeitet unter den Fittichen von Ausbilder Thomas Heinrichs. Er ist von Alyouness' Interesse an der Arbeit äußerst angetan: „Er mausert sich täglich, was die deutsche Sprache angeht. Und was ich besonders gut finde: Er stellt viele Fragen zur Arbeit, die ich gern beantworte.“ Alyouness, der ohne seine Familie geflohen ist, möchte dennoch nie nach Syrien zurückkehren, betont er: „Ich möchte in Deutschland bleiben, eine Ausbildung machen und arbeiten.“

Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

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