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Klotten

Tierpark Klotten wehrt sich gegen Vorwürfe

Mehr als 36.000 Unterschriften in einer Petition gegen die Bärenhaltung im Klottener Tierpark, schwere Vorwürfe auf der Kampagnen-Plattform Change.org wegen der Unterbringung von fünf Braunbären: Parkbetreiber Josef Hennes wehrt sich gegen die nach seienr Ansicht falsche Kritik und lädt die RZ zu einem Besuch im Tierpark ein.

Fünf Braunbären leben im Tierpark in Klotten. Tierschützer kritisieren in einer Online-Petition die Haltung der Bären.  Foto: Ulrike Platten-Wirtz
Fünf Braunbären leben im Tierpark in Klotten. Tierschützer kritisieren in einer Online-Petition die Haltung der Bären.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz

Von Ulrike Platten-Wirtz

In zwei Gehegen, die insgesamt eine Größe von rund 1400 Quadratmetern aufweisen, lebt ein altes Bärenpaar in dem einen, sowie drei weibliche Jungbären im zweiten Gehege. Seit 1970 gibt es den Tierpark in Klotten. Seit mehr als zehn Jahren halten die Brüder Josef und Hubert Hennes dort schon Braunbären. Die alten Bären haben inzwischen das stolze Alter von 45 Jahren erreicht. "So alt werden die Tiere in der freien Wildbahn normalerweise gar nicht", erklärt Hennes, für den das hohe Alter ein Zeichen dafür ist, dass seine Tiere sich wohlfühlen. Die Jungtiere kamen – damals kaum vier Wochen alt – vor sechs Jahren an die Mosel, nachdem die Bäreneltern bei einer Jagd im russischen Novosibirsk erschossen wurden.

Laut Angaben der Kreisverwaltung schreibt das Tierschutzgesetz in seinem neuesten Gutachten für die Haltung von Säugetieren Gehegegrößen von mindestens 500 Quadratmetern für bis zu drei Tieren vor, wobei für jedes weitere erwachsene Tier 150 Quadratmeter hinzuzurechnen seien. Die Klottener müssten also mindestens 800 Quadratmeter für die Braunbären zur Verfügung stellen. Das bestehende Bärengehege, das 2006 von der Kreisverwaltung genehmigt wurde, ist mit einer Größe von über 1400 Quadratmetern also mehr als ausreichend.

In der Petition der Duisburgerin Isabelle Tepe liest sich das anders: "Betongefängnis, zu wenig Platz" schreibt sie – und findet viel Unterstützung. Hennes ärgert das ebenso wie seine Mitarbeiter. Die meisten der Leute, die die Petition unterschrieben haben, seien noch nie in Klotten gewesen, so Hennes:. "Wie sollen sie sich da ein objektives Bild machen können?"

Da das Bärengehege mit vier Metern Höhenunterschied zur Besucherplattform im Hang angebracht ist, können laut Betreiber kaum Geräusche vom Freizeitpark zu den Tieren dringen – auch das ist ein Vorwurf, der in der Petition erhoben wird. Gefüttert werden die Braunbären zweimal täglich. "Früh morgens, bevor die ersten Parkbesucher eintreffen, bekommen die Bären Eis, in Form von gefrorenem Obst, das an einem Klettergerüst aufgehängt wird, damit die Tiere sich auch um ihr Fressen bemühen müssen", erklärt Parkleiter Mario Heucher. Das restliche Futter bestehe aus Obst, Gemüse und Salat.

Die Tiere werden überwiegend vegetarisch ernährt. Nur die Snacks, die von Besuchern zugefüttert werden können, bestehen aus Hühnerfleisch und Lachs. Unkontrolliert sei das Zufüttern dieser Snacks allerdings nicht, kontert Hennes die Vorwürfe der Tierschützer. Vor dem Bärengehege gibt es zwei Snackautomaten, die einmal täglich gefüllt werden. Ist das Futter verkauft und verfüttert, seien die Leckereien erst am folgenden Tag wieder verfügbar.

In ihren teilweise begrünten Gehegen können die Bären sich frei bewegen, in einem angelegten Teich oder unter dem Wasserfall baden. Zudem gibt es Spielgeräte, mit denen sich die Bären beschäftigen. "Im Herbst planen wir zusätzlich zu dem Klettergerüst und der Reifenschaukel noch Beschäftigungsobjekte anzubringen, um gezielt die Sinne der Bären zu schulen", erklärt Parkleiter Heucher.

Cochem Zell
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