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Nehren

Römergräber Nehren: Kümmerer gesucht

Christoph Bröder

Wer in letzter Zeit die Römergräber in Nehren besucht hat, mag enttäuscht gewesen sein. Denn der Blick in die historische Grabkammer blieb verwehrt. Normalerweise schaltet sich automatisch ein Licht ein, wenn die Schiebeklappe der massiven Stahltür geöffnet wird. Das allerdings war defekt. Und auch darüber hinaus war die Anlage in der Vergangenheit nicht unbedingt in bestem Zustand. Doch damit ist nun Schluss. Ein Treffen vor Ort, an dem kürzlich VG-Bürgermeister Helmut Probst, mehrere Mitarbeiter der Verbandsgemeinde (VG) Cochem, Nehrens Ortsbürgermeister Daniel Theisen mitsamt Gemeinderatsmitgliedern und eine kleine Abordnung des Vorstandes des Rheinischen Vereins teilgenommen haben, hat bereits Früchte getragen. Und es soll noch mehr bewirken.

Wie kam es dazu? Im Mai vergangenen Jahres veranstaltete der Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins eine Exkursion zu den Römergräbern in Nehren (die RZ berichtete). Mit dabei waren auch zwei Experten: Dr. Dirk Schmitz vom Römisch-Germanischen Museum Köln sowie Reinhold Elenz, der die Grabstätte im Rahmen eines Forschungsprojekts untersucht hatte und anschließend an ihrer Konservierung beteiligt war. Als Restaurator war Elenz mehr als 35 Jahre für die Landesdenkmalpflege Mainz tätig und lehrte zudem an der Technischen Hochschule in Köln. Über den Zustand der beiden Gräber bei der Exkursion zeigte er sich erschrocken.

Elenz schrieb daraufhin einen Mängelbericht, den der Rheinische Verein an Nehrens Ortsbürgermeister Daniel Theisen, an VG-Bürgermeister Helmut Probst und an Landrat Manfred Schnur schickte. Zunächst ohne Reaktion. Nachdem dann der Rheinische Verein bei einer Mitgliederversammlung im vergangenen November die Römergräber zum Thema machte – dort wurde kritisiert, dass es anscheinend niemanden interessiert, in welchem Zustand die Anlage ist und dass sie touristisch nicht eingebunden ist – meldete sich schließlich die Verbandsgemeinde Cochem. Ein Treffen vor Ort wurde vereinbart, welches Anfang Februar schließlich stattfand.

Unterdessen hat sich der Zustand der Anlage wieder verbessert. Der Treppenaufgang wurde repariert, ein fehlendes Schloss ersetzt, herumliegender Abfall beseitigt. Die Gemeinde Nehren lässt das Gelände regelmäßig von einem Gemeindearbeiter mähen, der sieht auch nach dem Rechten. Und das Licht in der Grabkammer wurde ebenfalls repariert. Jedoch kann die kleine Moselgemeinde die Pflege der Gräber nicht alleine stemmen, dafür fehlen einfach die Mittel. „Zwar liegt die Unterhaltung der Außenanlage in den Händen der Ortsgemeinde, die archäologische Aufbereitung der Wandmalereien im Inneren der Grabkammer ist für uns jedoch nicht machbar“, erklärt Daniel Theisen. Einen Restaurator zu beauftragen, sei finanziell nicht möglich. „Wir beobachten den Zustand der Grabkammer, derzeit ist dort noch alles in Ordnung“, so Theisen, „allerdings müssen wir das Thema in nächster Zeit trotzdem angehen.“

Der Rheinische Verein hat seine Unterstützung zugesagt und sucht nach einer Hochschule, die im Rahmen eines Studienprojekts die historische Stätte in Schuss hält. Bis 2014 hatte die Fachhochschule Köln sich der Grabkammer angenommen. Als dann jedoch die zuständige Professorin die Hochschule verließ, war auch die Kooperation beendet. Die Landesdenkmalpflege würde die Pflege der Anlage zwar übernehmen, allerdings müsste die Ortsgemeinde die Kosten dafür tragen. Momentan ist deshalb offen, wer sich künftig um die Grabkammer kümmern wird.

Von unserem Reporter Christoph Bröder

Das Römergrab von Nehren

Die römische Grabanlage in Nehren wurde im 3. und 4. Jahrhundert nach Christi Geburt erbaut, die dort gefundenen Gewölbemalereien sind sehr gut erhalten, einzigartig nördlich der Alpen.

Die Existenz der Gräber war den Moselanern lange bekannt, ihnen wurde allerdings wenig Aufmerksamkeit geschenkt. 1973 begann das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte eine detaillierte Untersuchung, 1975 startete die Rekonstruktion des Grabtempels. 2003 kümmerte sich dann die Fachhochschule Köln um die Konservierung, Sanierung und Restaurierung der Grabanlage. Vor allem Feuchtigkeit bereitet Probleme.
Cochem Zell
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