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    Riffs, die Rockern den Schweiß auf die Stirn treiben

    Was ein zweitägiges Rockmusikfestival haben sollte, das hat das Uferrock-Festival im Moselort Pommern: Bands, die richtig gut abgehen, ein großes Campinggelände auf einer Wiese, ein Bierrondell, eine Cocktailbar und eine Bühne mit einem Backstageraum, in dem die Musiker prima umsorgt werden. Da kam der dringend nötige Rest ganz von selbst, nämlich insgesamt rund 1400 Rockfans, die bestens aufgelegt waren und phasenweise vor den Musikern herumtobten, als gäbe es kein Morgen mehr.

    Pommern - Was ein zweitägiges Rockmusikfestival haben sollte, das hat das Uferrock-Festival im Moselort Pommern: Bands, die richtig gut abgehen, ein großes Campinggelände auf einer Wiese, ein Bierrondell, eine Cocktailbar und eine Bühne mit einem Backstageraum, in dem die Musiker prima umsorgt werden. Da kam der dringend nötige Rest ganz von selbst, nämlich insgesamt rund 1400 Rockfans, die bestens aufgelegt waren und phasenweise vor den Musikern herumtobten, als gäbe es kein Morgen mehr.

    Das Beste kommt zum Schluss? Nö, fast zum Schluss. Denn am zweiten Tag des Pommerner Uferrock-Festival betritt Gitarrist Philip Sayce samt Band die Bühne vor der letzten Musikgruppe, der Thrash-Metal-Formation Impactor aus Simmern. Er trägt ein anthrazitfarbenes T-Shirt und einen dunkelblauen Schal. "It's pretty cold outside tonight, is'nt it?", begrüßt er seine Zuhörer nach dem ersten Lied. Stimmt, es ist lausig kalt, nur stört das vor der Bühne längst keinen mehr, alle haben sich schon bestens aufgewärmt - klatschend oder springend.

    Alle Songs, die Sayce und seine beiden Mitstreiter, Drummer Fritz Lewak und Bassist Joel Gottschalk, dem Publikum um die Ohren hauen, haben eine Wucht, dass man denkt, auf der Bühne stände ein Rock-Sextett, kein Trio. Die Lieder schwanken zwischen ganz schwer groovenden Rocknummern und High-Speed-Killern mit eingebauter Hüpfautomatik. Dazwischen führen die drei die Rockmusik immer wieder zu ihren Wurzeln zurück - mit langen Bluespassagen, bereichert durch Gitarrensoli, die mit "sensationell" noch mehr als untertrieben qualifiziert sind. Sayces Finger flitzen derart geschwind über den Gitarrenhals, dass man mit dem bloßen Auge kaum zu folgen vermag. Und was für Paganini einst der Geigenbogen war, ist für den Mittdreißiger aus Toronto, der in Los Angeles wohnt, ein kleines Plastikplättchen namens Plektron. Und das erschreckend Schöne an alledem: Sayces Stimme, die ein bisschen an die Rockröhre eines Curtis Stigers erinnert, nur etwas weniger breit und dunkel daherkommt, passt fantastisch zur Musik. Drummer Lewak vermöbelt seine Toms in einem Tempo, das übermenschlich scheint, und thront dabei doch ganz cool auf seinem Hocker. Er schüttelt auch die leiseren Töne aus dem Handgelenk, stets in perfektem Zusammenspiel zu den nicht minder beeindruckenden Zupfkünsten von Bassist Gottschalk.

    Da kann vor der Bühne einfach kaum ein Fuß ruhig auf der Wiese stehen. So sah die Szenerie auch schon am Vortag aus: Die Renegades of Funk dreschen gewohnt präzise die Cross-over-Genickbrecher von Rage against the machine durch die Lautsprecherboxen - vor der Bühne fliegt, was fliegen kann, von langen Haaren bis hin zu springenden Menschen. Blackmail aus Koblenz geben ein volles Indierock-Pfund, die eingängigen verzerrten Akkorde würzt der Drummer mit ausgefeilten Läufen über die Toms, unterlegt mit synthetischen Klangteppichen - vor der Bühne fliegt, was fliegen kann.

    Von Philip Sayces Stirn fliegen bei der Zugabe dicke Schweißtropfen durchs Schweinwerferlicht. Eine Saite ist gerissen, doch das kümmert den Kollegen an der Klampfe nicht. Am Ende reißt er sie fast alle heraus, spielt den Schlussakkord auf den zwei, drei verbliebenen Saiten. Die Zuhörer jubeln. Pretty cold? No, pretty!

     

    Von David Ditzer

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