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    Restrisiko? Kreis hält am Nein zur Abfalldeponie fest

    Strohn/Cochem-Zell - Neue Erkenntnisse hat der Erörterungstermin für ein Abfalldeponieprojekt in Strohn (Kreis Vulkaneifel) gebracht, den die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord anberaumt hat. Die Ursprungsplanung einer Kastellauner Baustofffirma ist geändert worden, sodass die Trinkwasserquellen, die teilweise den Kreis Cochem-Zell speisen, womöglich nicht in Gefahr geraten werden.

    Karl-Josef Fischer (vorn) trug die Cochem-Zeller Bedenken vor.
    Karl-Josef Fischer (vorn) trug die Cochem-Zeller Bedenken vor.
    Foto: Dieter Junker

    Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

    Die potenzielle Gefährdung des Grundwassers und des in der Nähe liegenden Wasserschutzgebietes sind dennoch große Kritikpunkte an der geplanten Deponie. "Für uns ist Strohn die größte Eigengewinnungsanlage für unser Wasser", machte Karl-Josef Fischer, der Werkleiter des Cochem-Zeller Kreiswasserwerks, deutlich. Rund ein Viertel der Wassermenge des Kreises werde bei Strohn gewonnen, 15 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. "Trinkwasser ist ein schützenswertes Gut, ein Risiko durch die Deponie kann nicht ausgeschlossen werden", begründete Fischer die Bedenken des Kreises. Sowohl der Cochem-Zeller Kreistag wie auch die Verbandsgemeinderäte Ulmen und Kaisersesch sowie der Stadtrat Kaisersesch hatten Kritik an der Abfalldeponie geäußert. Bei der Erörterung räumte Fischer allerdings ein, dass die Kastellauner Firma, die diese Deponie für mineralische Abfälle auf dem Gelände des von ihr betriebenen Lavasandtagebaus errichten will, mittlerweile deutliche Änderungen an den Planungen vorgenommen hat. Dies entschärfe die Situation für den Kreis spürbar.

    Der Geschäftsführer des Unternehmens, Jörg Scherer, betonte, dass keine neuen Abfallstoffe eingelagert werden sollen, sondern nur diejenigen, die auch derzeit schon dort abgelagert würden. Der Katalog mit den Ablagerungsstoffen war im Vorfeld des Termins deutlich reduziert worden. Von den insgesamt 62 möglichen Ablagerungsstoffen, die eine wie in Strohn geplante Deponie der Klasse eins zulässt, werde man nur ein Drittel beantragen, unterstrich er. "Wir wollen das hier reinfahren, was wir schon immer hier reingefahren haben", sagte Scherer.

    Ebenso gibt es Planungsänderungen, was die Entwässerung der möglichen Anlage betrifft. Scherer wies außerdem darauf hin, dass die Deponie außerhalb des Einzugsbereichs der Trinkwasserbrunnen liege. Bisherige Grundwassermessungen hätten keine Auffälligkeiten gezeigt. Gutachter waren zudem zur Auffassung gelangt, dass die Abströme des möglichen Deponiegeländes nach Süden weisen, die Brunnen des Kreiswasserwerks aber nordwestlich von Strohn liegen. Auch das Landesamt für Geologie und Bergbau sah nach der jetzigen Kenntnislage kein Risiko.

    Dennoch hielt Werkschef Fischer am Widerspruch fest. "Ein Restrisiko kann trotz allem nicht ausgeschlossen werden", betonte er. Für Fischer ist klar: "In der Nähe einer Trinkwassergewinnung hat eine Abfalldeponie einfach nichts zu suchen." Er verwies dabei auch auf den entsprechenden Beschluss des Kreistages.

    Viele Stunden dauerte der Erörterungstermin der SGD Nord, er endete abends. Neben der Grundwassersicherheit spielten auch Fragen nach Fehlern beim Raumordnungsverfahren, der Notwendigkeit einer solchen Abfalldeponie, der Lärm- und Staubbelästigung sowie der Vorbelastung des Deponiegeländes eine wichtige Rolle.

    Cochem Zell
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