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    Cochem

    Neun Monate Haft: Moselaner bedroht Beamte

    Seine Impulsivität könnte einen 44-jährigen Moselaner nun ins Gefängnis bringen. Weil er Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte leistete, ohne Fahrerlaubnis mit dem Auto fuhr und Marihuana anbaute, verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer Haftstrafe von neun Monaten ohne Bewährung. Auch in der Verhandlung zeigte sich der Angeklagte mehrmals unbeherrscht.

    Wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte musste sich jetzt ein Moselaner vor dem Amtsgericht Cochem verantworten. Anders als von ihm und seinem Verteidiger erhofft, kam er nicht mehr mit einer Bewährungsstrafe davon. 
    Wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte musste sich jetzt ein Moselaner vor dem Amtsgericht Cochem verantworten. Anders als von ihm und seinem Verteidiger erhofft, kam er nicht mehr mit einer Bewährungsstrafe davon. 
    Foto: Kevin Rühle

    Im Sommer vergangenen Jahres sollten zwei Vollstreckungsbeamtinnen ein Fahrzeug, das der Frau des Angeklagten gehörte, entstempeln, da kein Versicherungsschutz bestand. Doch damit zeigte der Mann sich nicht einverstanden, er beschimpfte die Frauen wüst und drohte ihnen. Er stürmte davon und fuhr mit dem Auto wenige Meter. Später wurden auch fünf Marihuana-Pflanzen in der Wohnung gefunden.

    Vor Gericht zeigte sich der Mann geständig. Das Fahrzeug würde beruflich gebraucht. Daher wollte er verhindern, dass es wegkäme. Die Beschimpfungen der Beamtinnen bedauere er, das Wegfahren sei eine Kurzschlusshandlung gewesen, die seiner Impulsivität geschuldet sei. Die Drogen brauche er, um ruhiger zu werden.

    Einen Eindruck seiner Unbeherrschtheit vermittelte er auch in der Verhandlung. Schon vor Beginn des Prozesses beschimpfte er den Richter, weil dieser ihm einen Pflichtverteidiger zur Seite stelle, den er ablehne. Erst nach mehreren Ermahnungen beruhigte er sich und war zu Gesprächen mit dem Anwalt bereit.

    „Sein Verhalten ist nicht akzeptabel“, meinte Rechtsanwalt Hans Bleck dazu. Der Angeklagte sei leicht erregbar, aber wenn man ihn gewähren lasse, dann fange er sich auch schnell wieder. Immerhin sei er geständig, er habe sich für sein Verhalten entschuldigt, möglicherweise hätte er Chancen auf eine Festanstellung. „Eine Bewährungsstrafe wäre daher die letzte Möglichkeit, ihn nochmals in die Spur zu bringen“, so der Verteidiger. Doch Staatsanwalt Johannes Zierden sah dafür keine Möglichkeit. Er verwies auf die einschlägigen Vorstrafen, zumal sei die Tat während einer Bewährungszeit geschehen. „Eine Bewährungsstrafe halte ich für nicht machbar, da die bisherige Bewährung ja schon gescheitert ist“, meinte er.

    Dem folgte das Gericht. „Sie machen es sich und ihrer Umwelt nicht einfach“, betonte Amtsrichter Gerald Michel. Das Leben des Angeklagten sei noch nicht in festen Bahnen. „Sie müssen nun die Konsequenzen ihres Handelns selbst tragen“, meinte er in seiner Urteilsbegründung, die von dem Angeklagten mit unbeherrschten Gesten begleitet wurde.

    Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Verfahren gegen die Frau des Angeklagten, die als Halterin des Fahrzeuges die kurze Strecke mitgefahren war, war eingestellt worden. dj

    Cochem Zell
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