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Hambuch

Nachttheater: Wie Hambuch seine Geschichte lebendig macht

Brigitte Meier

Seit 35 Jahren steht Jakob Kaiser als Laienschauspieler auf der Bühne. Der 55-Jährige hat Erfahrung in verschiedenen, meist komischen Rollen, und er ist Publikumsliebling des Theatervereins Kaifenheim. Er beteiligt sich mit Begeisterung beim Nachttheater Hambuch, obwohl dies eine ganz andere Art von Theater ist. Er erklärt: „Das andere ist ja gerade der Reiz ...“

Rainer Ningel (rechts) gibt den Schauspielern Anweisungen, bevor sie zur Probe der Szenen ins Gelände marschieren.  Foto: Brigitte Meier
Rainer Ningel (rechts) gibt den Schauspielern Anweisungen, bevor sie zur Probe der Szenen ins Gelände marschieren.
Foto: Brigitte Meier

Anders ist, dass die Darsteller nicht auf einer Bühne stehen, sondern einzelne Szenen an verschiedenen Orten im Dorf und in freier Natur spielen. Die Zuschauer sitzen nicht auf Stühlen, sondern erwandern sich durch die Dämmerung und die Nacht ihre Stehplätze am Ort des Geschehens. Kaiser sagt: „Das ist schon etwas Besonderes, dass wir im Wald, in einer Scheune oder auf dem freien Feld auf die Zuschauer warten.“

Natürlich müssen die Darsteller für die Szenen, die in diesem Jahr Begebenheiten aus dem Hambucher Dorfleben der 50er- und 60er-Jahre beschreiben, Texte auswendig lernen. Doch sollten die Schauspieler häufiger als auf einer festen Bühne auch improvisieren können, weiß Kaiser: „Es kann durchaus sein, dass die Zuschauer sich spontan beteiligen oder etwas fragen, weil sie viel näher am Geschehen sind.“ Und da die Distanz zwischen Bühne und Publikum fast aufgehoben ist, spüren die Schauspieler unmittelbar, ob ihr Spiel ankommt. Auch das gefällt Jakob Kaiser.

Werner Offergeld aus Polch von den Mayenspielern spielt zum ersten Mal beim Nachttheater Hambuch mit. Der 66-Jährige ist total gespannt auf die Aufführungen: „Ich mache mit, weil diese Art von Theater doch einmalig ist, und das will ich miterleben.“ Rainer Ningel, Vorsitzender der Dorfakademie und „Erfinder“ des Nachttheaters, hat keine Sorge, dass ihm die Mitwirkenden ausgehen: „Die Theatervereine aus Düngenheim, Kaifenheim, Kaisersesch, Möntenich, Mayen und Zettingen machen gerne mit, und es fragen auch immer wieder theaterunerfahrene Menschen, ob sie mitmachen können.“ 150 Schauspieler bereiten sich derzeit auf insgesamt 20 Szenen vor. Das Drehbuch wurde von einem Team erarbeitet, die Gesamtregie führen Rainer Ningel und Ewald Franz.

Seit 2012 ist das Nachttheater eine ganz besondere Veranstaltung der Dorfakademie, die alle zwei Jahre Geschichte und Geschichten aus dem Eifeldorf erzählt. Von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. April, machen sich 15 begleitete Zuschauergruppen auf den Weg in die Nacht, um Persönlichkeiten der Vergangenheit zu begegnen.

Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

Cochem Zell
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