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Müden

Müden ohne Königin? Geht gar nicht

Ulrike Platten-Wirtz

Müden hat zahlreiche Winzer und rund 35 Hektar Weinberge. Aber keine Weinkönigin. Das geht gar nicht, fanden zwei junge Frauen aus dem Ort und haben Nägel mit Köpfen gemacht. Seit dem Kirmeswochenende wird Müden erstmals seit 20 Jahren wieder majestätisch vertreten.

Müden hat jetzt wieder eine Weinkönigin mitsamt Weinprinzessin. Foto: Platten-Wirtz
Müden hat jetzt wieder eine Weinkönigin mitsamt Weinprinzessin.
Foto: Platten-Wirtz

Mit Weinkönigin Rebecca Gründer (18) und Weinprinzessin Mira Balzer (19) übernehmen zwei junge Müdener Frauen zunächst für die nächsten beiden Jahre diese ehrenvolle Aufgabe. Und das aus eigener Initiative. „Wir fanden es schade, dass es in unserem Dorf keine Repräsentantinnen gibt“, erklärt Weinkönigin Rebecca. Der enge Kontakt zu Antonia und Chantal, den Weinmajestäten aus dem benachbarten Karden, hat die jungen Frauen dazu bewogen, sich in ihrem Heimatort ebenfalls für das Amt zu bewerben. Ortsbürgermeister Franz-Josef Thönnes erfreut dies: „Das ist eine gute Sache, und wenn die Initiative von den Mädchen selbst kommt, ist das umso erfreulicher“, sagt er.

Dass die Krönung der Majestäten mit dem Jubiläum des Junggesellenvereins (die RZ berichtete) an Kirmes zusammenfällt, ist natürlich noch einmal etwas ganz Besonderes. Am Kirmesfreitag hat es also neben dem Festumzug mit den Vertretern aller Dorfvereine auch noch die Inthronisation der Weinmajestäten gegeben.

Dass weder Königin noch Prinzessin aus Winzerfamilien kommen, stellt für niemanden ein Problem dar. „Man muss kein Weingut haben, um den Ort zu repräsentieren“, sagen beide unisono. Dabei ist es nicht so, dass die jungen Frauen nichts von Wein verstehen. Beide sind dem edlen Rebensaft sehr zugetan. Und das grundlegende Wissen haben sie sich bereits angeeignet. Die ortsansässigen Weinbauern waren den Majestäten gern dabei behilflich.

Rund ein Jahr lang hatte zuvor die Idee in den Köpfen von Rebecca und Mira „gebrodelt“. Was als Schnapsidee begann, nahm nach und nach immer mehr Form an. „Das eigentliche Problem war ja, dass wir seit den 90er-Jahren kein Weinfest mehr haben. Seitdem gibt es eben auch keine Weinköniginnen mehr“, erklären die neuen Majestäten. Aber die Idee, an Kirmes gekrönt zu werden, stieß im Dorf auf Begeisterung. Schön für den Ort und die Winzer, arbeitsintensiv für die Majestäten. „Als wir endgültig beschlossen, es zu machen, fing die Arbeit auch schon an“, sagt Rebecca. Die alte Silberkrone, die 20 Jahre lang auf Eis lag, wurde hervorgeholt und aufgearbeitet. Das Silber war im Laufe der Zeit angelaufen und musste dringend poliert werden. Schließlich kümmerte man sich zusammen mit den Organisatoren, dem Junggesellenverein Müden, um das Festprogramm, das um die Abholung der Weinkönigin und die Inthronisation erweitert wurde. Bevor dann endgültig Werbeplakate gedruckt werden konnten, musste ein passendes Outfit her.

Seit Monaten dreht sich bei Rebecca und Mira alles um die Farbe der Dirndl, um passende Schuhe und eine Frisur, die die Krone hält. „Eine kiloschwere Silberkrone auf dem Kopf zu tragen, ist übrigens gar nicht so leicht, wie es aussieht“, gesteht Rebecca. Aber was tut man nicht alles für die Repräsentation des Dorfes? Nach der Kirmes freuen die neuen Weinmajestäten sich schon darauf, den Einladungen der Nachbarorte zu folgen. „Außerdem wünschen wir uns, dass wir Nachfolgerinnen finden“, sagen sie.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

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