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Lieg

Erster Schultag in Lieg: Kampf um Schule hat das Dorf zusammengeschweißt

Ulrike Platten-Wirtz

So könnte jeder Tag beginnen. Jubel, Freude und euphorische Begeisterung begleiten den Schulanfang der vier Erstklässler in Lieg. Nach erbitterten Kämpfen mit der Schulaufsichtsbehörde ADD (die RZ berichtete) ist es den Verantwortlichen letzten Endes doch geglückt, die Schließung der Lieger Grundschule zu verhindern. Zumindest vorerst. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt.

Silas Lauxen, Sem Bonsu, Karolina Kölzer und Valentina Reiz freuen sich auf ihren ersten Schultag. Begleitet werden sie von Schulleiterin Heidrun List sowie allen Lieger Grundschülern. Foto: Ulrike Platten-Wirtz
Silas Lauxen, Sem Bonsu, Karolina Kölzer und Valentina Reiz freuen sich auf ihren ersten Schultag. Begleitet werden sie von Schulleiterin Heidrun List sowie allen Lieger Grundschülern.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz

Lieg. „Der Kampf ist noch nicht zu Ende, aber ich bin zuversichtlich, dass wir ihn gewinnen“, sagt Verbandsgemeindebürgermeister Wolfgang Lambertz. Sicher ist, dass der Unterricht in Lieg vorerst weitergeht, auch wenn bei den Eltern ein Quäntchen Angst bleibt. „Heute ist für uns ein toller Tag und ich hoffe, dass die Kinder die Grundschule im Dorf auch beenden können“, sagt eine Mutter. Von dieser Sorge lässt sich die Feierstimmung der Lieger aber erst einmal nicht trüben. Gut gelaunt starten die 14 Grundschüler mit ihren Eltern und anderen Bewohnern aus dem Dorf den ersten Schultag mit einem kindgerecht gestalteten Wortgottesdienst in der Lieger Dorfkirche. Sowohl für die vier Erstklässler als auch für die neun Kinder, die die Grundschule bereits besuchen, ist diese Einschulung etwas ganz Besonderes. Nicht nur, dass das Fernsehen da ist und gefilmt, interviewt und fotografiert wird. Nach dem Gottesdienst geht es nicht, wie in den Vorjahren direkt ins Schulgebäude, sondern erst einmal zum Gemeindehaus, wo es Kaffee und Kuchen sowie kalte Erfrischungsgetränke gibt. „Das ist toll“, finden die Schüler, denn wer will bei der Hitze schon gern die Schulbank drücken. Hitzefrei gibt es übrigens in der Grundschule nicht. „Wegen der Betreuungspflicht ist das leider nicht erlaubt“, sagt Schulleiterin Heidrun List. Für die Grundschüler ist das aber kein Problem. Was das Schönste daran ist, dass die Schule im Dorf erhalten bleibt? „Man muss nicht so früh aufstehen“, sagt ein Junge. „Und außerdem kann ich statt mit dem Bus mit dem Rad zur Schule fahren“, ergänzt ein anderer. Die Aktion hat die Dorfgemeinacht zusammengeschweißt. Ortsbürgermeister Heinz Zilles, der sich für den Erhalt der Schule mächtig ins Zeug gelegt hat, ist glücklich über den Erfolg. Schule, Eltern und Gemeindevertreter haben ein gutes Konzept entwickelt, damit die Schule auch in Zukunft Bestand hat. Dazu gehört auch ein Angebot für die Ganztagsbetreuung. Ortschef Zilles atmet erst einmal auf: „Ich hoffe, dass die von der ADD uns jetzt mal in Ruhe lassen.“

Cochem Zell
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