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    Faid/Cochem-Zell

    Cochem-Zeller Wettbewerb würdigt umweltbewusste Sparfüchse: Hausnummer: blau, Energiekosten: niedrig

    Seit dem Jahr 2014 gibt es im Kreis Cochem-Zell den Energiesparwettbewerb die "Blaue Hausnummer" (siehe Zusatztext). Zu den Preisträgern dieses Jahres zählen Karin und Bernd Bauer aus Faid. Nach seinen Erfahrungen ist Bernd Bauer davon überzeugt: "Man müsste den Wettbewerb auf größere Füße stellen und noch viel mehr Leute dafür sensibilisieren, etwas für den eigenen Geldbeutel und die Umwelt zu machen."

    Sein Haus hat Bernd Bauer energetisch modernisiert, das trug ihm die "Blaue Hausnummer" des Kreises Cochem-Zell ein.
    Sein Haus hat Bernd Bauer energetisch modernisiert, das trug ihm die "Blaue Hausnummer" des Kreises Cochem-Zell ein.
    Foto: David Ditzer

    Von unserem Redakteur

    Die Nummer neben der Haustür ist schon blau, doch die Tür selbst wird noch ersetzt - selbstverständlich durch eine, die weniger Energieverluste beschert.
    Die Nummer neben der Haustür ist schon blau, doch die Tür selbst wird noch ersetzt - selbstverständlich durch eine, die weniger Energieverluste beschert.
    Foto: David Ditzer

    David Ditzer

    Die Modernisierungsarbeiten am Haus des Ehepaars, neben dessen Eingangstür nun eine blaue Nummer zwei hängt, haben sich jedenfalls rentiert.

    Circa 2000 bis 2500 Liter Heizöl pro Jahr sparen die Bauers im Vergleich zu der in diesem Fall schlechten alten Zeit ein. Das verdanken sie in erster Linie zwei Fotovoltaikanlagen, einer Luft-Luft-Wärmepumpe und neuen Fenstern. Das Haus des Faider Ehepaars steht an der Straße "In Saarburg". "Wir haben es eigentlich von Beginn an auch unter Klimagesichtspunkten geplant", sagt der 62 Jahre alte Bernd Bauer. Von der Morgen- bis zur Abenddämmerung umläuft die Sonne den 30 Jahre alten Bau so, dass ihre Strahlen bei wolkenlosem Himmel stets durch große, leicht schräg stehende Fenster in Ess- und Wohnzimmer fällt. Das führt dazu, dass der Kachelofen an sonnigen und nicht allzu kalten Wintertagen kaum Wärme liefern muss. Bauer: "Die Sonne übernimmt einen Großteil der Wärmung des Hauses."

    Natur? Die reinste Energie!

    Das allein passt schon gut zum Slogan, der über der "Blauen Hausnummer" an der Eingangstür steht: "Für uns ist Natur die reinste Energie." Schon im Jahr 2004 hatten Karin und Bernd Bauer eine erste Solaranlage mit Flachkollektoren auf dem Dach ihres Hauses installieren lassen - für die Warmwasserversorgung. "Dieser Schritt hat schon 500 Liter Heizöl pro Jahr gespart", hält Bernd Bauer fest. Aber weder das noch die Tatsache, dass die Bauers den erwähnten Kachelofen mit Holz aus heimischen Wäldern befeuern, war ausschlaggebend dafür, dass sie während der jüngsten Kreisklimaschutzkonferenz eine "Blaue Hausnummer" verliehen bekamen. Das lag stattdessen an Modernisierungsarbeiten, die das Paar vom Jahr 2011 an erledigen ließ.

    Alles begann mit einem Fensterklopfen. Der Klopfende war der Faider Schreiner Paul Schmitt. Wie alt denn die Fensterscheiben seien, wollte Schmitt nach seinem Klopftest von Bauer wissen. Etwa 30 Jahre alt, wie das Haus selbst, antwortete Bauer. Schmitts Reaktion sinngemäß: "Uh, da müssen wir aber mal was unternehmen." Also wurden im Juni alle alten Scheiben mit einem Wärmedämmwert von 3,0 durch moderne (Dämmwert: 1,1) ersetzt. Zusätzlich wurden dämmende Rollläden und ein besser isolierendes Garagentor installiert.

    Selbst die Bodenzugtreppe zum Speicher wurde gedämmt

    Paul Schmitt dämmte die Bodenzugtreppe, die zum Speicher hinaufführt. Die Kellerdecke wurde mit Styrodur-Dämmplatten versehen, damit die Fußbodenheizung in Ess- und Wohnzimmer weniger Wärme dorthin abgibt. Im Juli 2011 kam eine weitere Fotovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 10,5 Kilowatt aufs Dach. "Über sie speisen wir ein und erzeugen Strom für den Eigenbedarf", so Bernd Bauer. Im August 2011 lieferte man die Wärmepumpe an. Und Bauer ist froh, dass er sich damals dafür entschied, Ölheizung und Wärmepumpe fortan parallel laufen zu lassen. "Den Hauptbedarf deckt die Wärmepumpe", sagt Bauer. "Und nur wenn's mal richtig frostig ist, schaltet sich die Ölheizung dazu."

    Dieser Tage bekommen die Bauers noch eine neue Haustür, und der Windfang dort erhält eine neue Verglasung. Doch schon ohne diese haben sich ihre Energiekosten um ein Vielfaches gesenkt, unterstreicht Hausherr Bauer. Unter energetischen Aspekten zu sanieren, lohnt sich also auch bei einem älteren Haus wie dem der Bauers, das nächsten Dienstag sozusagen Geburtstag feiert, blickt Karin Bauer zurück: "Wir sind am 15. Dezember 1985 eingezogen."

    Wer Tipps in puncto energetische Sanierung bekommen möchte, darf sich gern an Bernd Bauer wenden, sagt er. Allein wenn man für 15 000 oder 20 000 Euro die Verglasung eines Hauses erneuere, könne sich das schnell lohnen - nicht zuletzt für die Umwelt. "Wenn viele etwas machen, kann man enorm was bewirken", ist Bauer überzeugt. Vom Energiesparwettbewerb die "Blaue Hausnummer" hatte Bauer "irgendwo gelesen". Er stellte Unterlagen zusammen und bewarb sich. Mit Erfolg.

    Der Energiesparwettbewerb – und ein Energieberater mit begrenzter Zeit

    Bislang hat der Kreis Cochem-Zell über seinen Energiesparwettbewerb 16 Mal eine „Blaue Hausnummer“ vergeben. Die Preisträger dieses Jahres sind außer den Bauers aus Faid: Gerhard    Görgen (Briedern), Christa und Josef Scheuß (Cochem), Jürgen Bauer (Müllenbach), Anna und Jeremy Carter (Cochem), Thomas Schneider (Bullay) und Anja Lenartz-Genuneit (Mesenich). Die Bewerbungsfrist endet jährlich am 30. September. Juroren bewerten die Haushalte der Bewerber primär auf Basis der eingereichten Unterlagen und vergeben nach einem internen System Punkte in den Kategorien „Strom“, „Wärme“ und „Verkehr“. Mindestens 60 Punkte muss man für eine „Blaue Hausnummer“ erreichen. Bernd Bauer hat für die Modernisierungsarbeiten an seinem Haus sowohl die Energieberatung von Kreis und Verbraucherzentrale als auch das Wissen einer weiteren Energieberaterin genutzt. Das Zeitbudget von Kreisenergieberater Bernhard Andre war für eine intensive Beschäftigung mit Einzelfällen einfach zu knapp, bedauert Bauer. Mehr Infos zum Energiesparwettbewerb gibt's hier: http://ku-rz.de/43hc. dad

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