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    Brutstätte für Kultur auf den Moselhöhen

    Alle Künstler sind gleich, keiner ist gleicher. In diesem Haus werden alle Künstler gleich gut aufgenommen - das Leben in einer Art Wohlfühlfamilie macht sie reicher. Das sind zwei Ingredienzien für ein Rezept, das das Haus Waldfrieden so anziehend macht - für Künstler wie Gäste. Ulli Stein hat sich vor 30 Jahren einen Traum erfüllt, er wollte Kultur in seinen Wänden anbieten, inmitten einer grünen Landschaft mit krummen Mauern und eckigen Felsnasen. Und genauso ungeschliffen ist mancher Künstler über den Moselhöhen aufgetreten, stand vielleicht am Anfang einer Karriere. Inzwischen hat Ulli Stein, wie er bekennt, "so eine Art Fundus mit Künstlern, die seit Jahrzehnten hier auftreten" - und die immer wieder nach Alf wollen. "Wenn ich allen, die spielen wollen, zusagen würde, wäre jedes Wochenende was los." Fünf bis zehn Anfragen gibt es pro Woche.

    Wolfgang Niedecken (hier mit Anne de Wolff) schätzt das Gesamtpaket am Haus Waldfrieden. Er präpariert sich in Alf mit BAP für die Unplugged-Tour 2014.
    Wolfgang Niedecken (hier mit Anne de Wolff) schätzt das Gesamtpaket am Haus Waldfrieden. Er präpariert sich in Alf mit BAP für die Unplugged-Tour 2014.
    Foto: Markus Kroth

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

    Stein ist streng: Nur alle zwei Jahre dürfen dieselben Künstler zurückkehren, sieht man von drei Fixpunkten im Steinschen Programm ab: Ostern gibt es seit 20 Jahren Jahren eine Lesung mit Ex-Titanic-Chefredakteuren und Kolumnist Hans Zippert. Seine Ehefrau Ruth Schiffer genießt Heimrecht und liefert jedes Jahr gesanglich selbst gestrickte Satire ab. Und das "Waldfrieden special", diesmal vom 5. bis 7. September, hat Kultstatus: Gerd Köster und Frank Hocker holen zusammen mit Helmut Krumminga, Gitarrist bei BAP, musikalisch das Letzte aus sich heraus.

    Apropos BAP: Für sage und schreibe neun Tage nistet sich die Kölner Rockband bei Ulli Stein ein, um sich für ihre neue Unplugged-Tour "BAP zieht den Stecker" auf den Moselhöhen vorzubereiten. "Wolfgang Niedecken und seine Band fühlen sich hier sauwohl", sagt Stein nicht ohne Stolz. Und das hat auch was mit der Atmosphäre und dem Umgang zu tun. "Eine solche Probenatmosphäre findest du nirgends", sagt Wolfgang Niedecken - und dehnt dies auf die Freizeit am Haus Waldfrieden aus: Ulli Stein verpflegt die Musiker mit Essen, Niedecken dreht stundenlang im Wald seine Runden, wo er seine Ideen in Ruhe niederschreiben kann. Dann ist da noch der Familienanschluss. "Sie können schalten und walten, wie sie wollen", betont der Hausherr. Und erwähnt am Rande das Trinkbuch: Dort trägt jeder ein, was er konsumiert hat. Vertrauenssache.

    Aus der 2013er-Kooperation mit Niedecken ist der erste Programmpunkt im 30. Jahr "Kultur im Haus Waldfrieden" geboren worden - Julian Dawson, der Niedecken den Kick für sein jüngstes Album gab, tritt am Samstag, 5. April, auf. Der Engländer ist ein Singer/Songwriter, der mit seiner Gitarre Storys aus 30 Jahren in einer Mischung aus Pop, Blues, Country und Folk erzählt. Dawson kommt also auf Empfehlung, genauso die hierzulande völlig unbekannte Band Beyondsemble. Die Neuseeländer sind Stein von einem Bekannten ans Herz gelegt worden. Seit Ulli Stein die CD dieser Cross-over-Formation mit folkigem Einschlag hat, kann er nicht mehr von ihr ablassen. Die eingängigen Songs laufen in der guten Stube fast unaufhörlich rauf und runter. Dabei ist Folk eigentlich nicht so sehr das Ding des 62-Jährigen, genauso wenig wie Stand-up-Comedy. Und dennoch: Stein hat ein offenes Ohr (und Gemüt) für alles, auch wenn er immer ein stimmiges Jahresprogramm zu schneidern versucht. Die Bedingungen sind für alle identisch: Das Geld, was reinkommt, ist für die Künstler - und obendrauf gibt es als "Künstlerlohn" eine Kiste Stein-Wein. Weniger das Geld als das Gesamtpaket zieht - sogar über mehrere Tausend Kilometer. Als der Pianist von Ruth Eckhardt trotz laufender Japan-Tournee seinen Auftritt in Alf nicht absagen wollte, setzte er sich zwischen zwei Auftritten in den Flieger - und landete im Haus Waldfrieden.

    Cochem Zell
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