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Altstrimmig

Altstrimmig verpachtet Wald an Privatfirma

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Als erste Gemeinde im Landkreis geht Altstrimmig in Sachen Waldbewirtschaftung in Zukunft eigene Wege. „Unser Wald ist in Ordnung, trotzdem legen wir seit Jahren Geld drauf“, beklagt Ortsbürgermeister Hans-Werner Peifer.

Foto: upw

480 Hektar Wald gehören der Gemeinde, das macht auf die gesamte Bodenfläche gesehen einen Anteil von mehr als 66 Prozent aus. Aber anstatt mit dem Verkauf von Holz einen Gewinn zu erzielen, schreibt die Gemeinde rote Zahlen. Zumindest was den Forsthaushalt betrifft.

„Insgesamt ist seit 2010 ein Minus von mehr als 30 000 Euro aufgelaufen“, sagt Peifer. Damit soll jetzt Schluss sein. Schon seit Längerem sucht der Gemeinderat nach einer wirtschaftlich sinnvollen Lösung. Und die hat man jetzt anscheinend gefunden. Ab Januar soll der Wald an das Wirtschaftsunternehmen Schmitz aus Ormont verpachtet werden. Geschäftsführer Udo Schmitz verspricht der Gemeinde einen jährlichen Gewinn von insgesamt 8000 Euro: 5000 Euro Pacht plus 3000 Euro für die Erhaltung der Wirtschaftswege. Grund genug für die Altstrimmiger, mit der Beförsterung durch die Verbandsgemeinde Zell beziehungsweise durch das Forstamt zu brechen. „Wir sind ja nicht mit der Arbeit des Försters unzufrieden, sondern nur mit dem System“, betont Peifer.

In der jüngsten Gemeinderatsitzung wurde der Wechsel in der Forstbewirtschaftung des Gemeindewalds einstimmig beschlossen. Der unbefristete Vertrag, der noch am selben Abend unterzeichnet wurde, sieht vor, weiterhin einem Forstwirtschaftsplan zu folgen. Schon alleine deshalb, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu gewährleisten und unkontrollierten Holzeinschlag zu vermeiden. „Etwas Neues zu wagen, ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden“, sagt Ratsmitglied Georg Pies. Trotzdem wollen die Altstrimmiger den Schritt wagen. Zumal laut Aussagen der Räte das Risiko überschaubar ist. Der Vertrag kann alle zwei Jahre gekündigt werden. „Falls es also nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen, steht immer noch ein Hintertürchen offen“, so der Tenor. In der Verbandsgemeindeverwaltung steht man dem Austritt aus dem Forstrevier distanziert gegenüber. „Waldgesetzlich ist die Verpachtung von Gemeindewald zulässig“, teilt VG-Büroleiter Andreas Schorn mit. Unterstreicht aber die Wichtigkeit, vertraglich auf die Gewährleistung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu achten.

Obwohl das Abstimmungsergebnis im Rat einstimmig ist, werden auch kritische Stimmen aus der Bevölkerung laut. Die Sorge gilt einer ausschließlich gewinnorientierten Abholzung oder dem Wegfall von Arbeitsplätzen. Mit dem Austritt aus dem Forstrevier wird die Funktion des Revierleiters allerdings nicht hinfällig. Hoheitliche sprich forstpolizeiliche Aufgaben werden auch weiterhin von Förster Bernd Laux wahrgenommen. „Für die die übrigen Körperschaften des Bewirtschaftungsverbunds“ kann es laut Verbandsgemeindeverwaltung möglicherweise zu einer Erhöhung der Finanzierungsanteile kommen. Die Jagd ist von dem Wechsel nicht betroffen.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

Förster behält Aufgaben

Dem Forstamt Zell sind insgesamt 10 Forstreviere unterstellt. Unter anderem das Revier Liesenich, zu dem die Gemeinden Liesenich und Altstrimmig gehören. Zuständiger Revierleiter ist Förster Bernd Laux, der auch weiterhin hoheitlich forstpolizeiliche Aufgaben im Gemeindewald wahrnimmt.

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