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Mayen

Weihe: Mayener Diakon Kevin Schirra wird jetzt Priester

Elvira Bell

Nach seiner Zeit als Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Mayen freut sich Kevin Schirra jetzt auf seine Weihe zum Priester. Am Samstag vor Pfingsten, 19. Mai, wird er gemeinsam mit zwei weiteren Männern im Hohen Dom zu Trier von Diözesanbischof Stephan Ackermann das Sakrament der Priesterweihe empfangen. Wir haben mit ihm über seine Entscheidung, Priester werden zu wollen, gesprochen.

Foto: Elvira Bell

In seiner Heimatpfarrei Marpingen im Saarland ist Schirra seit Jahren tief verwurzelt. „Das erdet und gibt einen enormen Rückhalt in diesen aufregenden Tagen vor der Priesterweihe und Primiz“, erzählt er. Ohne den Rückhalt seiner Familie und in seinem Freundeskreis hätte Schirra „diesen Weg niemals einschlagen können“.

Auch seine Freunde haben ihn – zu seiner eigenen Überraschung – immer in seiner Entscheidung, Priester zu werden, ermutigt und ihm gesagt, dass der Beruf zu ihm passe. „Es ist mir wichtig zu wissen, dass wichtige Menschen in meinem Leben diese Lebensentscheidung mittragen. Das gibt mir Rückenwind, und zugleich weiß ich auch, wo ich Anlaufstellen habe, wenn auch mal schwierigere Zeiten hereinbrechen.“

Nach seiner Erstkommunion wurde Kevin Schirra Messdiener in Marpingen. Er kann sich noch gut daran erinnern, wie stolz er damals war. „Es war ja eigentlich nichts Besonderes, sondern genauso eine Freizeitbeschäftigung wie etwa Fußballspielen. Dass ich dann aber am Ende mehr als 20 Jahre Messdiener geblieben bin, das ist schon etwas Besonders.“

Sein damaliger Heimatpfarrer übertrug ihm nach und nach weitere Aufgaben in der Pfarrei und im Gottesdienst. „Im Alter von 16 Jahren habe ich als Lektor begonnen und die biblischen Texte in den Gottesdiensten vorgetragen. Ein Jahr später habe ich mich als Katechet in der Firmvorbereitung mit großer Freude engagiert“, berichtet der angehende Priester.

Als Kind habe er immer schon als Berufswunsch „Pastor“ in die Freundschaftsbücher geschrieben, die seine Freunde und er untereinander ausgetauscht haben. Den klassischen Weg von der Schule direkt ins Priesterseminar hat Schirra allerdings dann doch nicht eingeschlagen. Nach seinem Abitur wollte er zunächst Lehrer für die Fächer Französisch und Katholische Religion werden. Vier Semester lang war er an der Universität eingeschrieben.

Im Alter von 20 Jahren setzte er sich dann aber intensiv mit dem Gedanken auseinander, Priester zu werden – und hat sich „letztlich dazu durchgerungen, 2010 ins Priesterseminar einzutreten. Das war eine ganz intensive und spannende Zeit. Es war also ein Werdegang mit einem kleinen Umweg, den ich nicht missen möchte.“ Schirra ist überzeugt: „Es hilft jungen Menschen, wenn sie eigene Erfahrungen sammeln, um dann später die richtige Entscheidung treffen zu können. Jedenfalls war es in meinem Fall so.“

Nach dem Eintritt in das Priesterseminar war der Weg klar vorgegeben. Erst ein Jahr Propädeutikum, das sind ein theologischer Vorkurs und eine Bibelschule, mitsamt einem neunwöchigen Aufenthalt im Heiligen Land. Dann zehn Semester Studium der Theologie und Philosophie in Trier und München. „Und dann schlossen sich gut zwei Jahre Pastoralkurs an, den ich glücklicherweise hier in Mayen verbringen durfte, wo ich meine ersten Schritte als Seelsorger tun konnte.“

Hat Kevin Schirra seinen eingeschlagenen Pfad je hinterfragt? „Zweifel und Unsicherheiten gehören genauso dazu, wie Freude und glückliche Stunden“, erzählt er. „Es sind gerade die unterschiedlichen Situationen von Menschen, in die wir Seelsorger geraten, die mich schon einmal zweifeln lassen. Aber ernsthaft habe ich meinen eingeschlagenen Weg nicht hinterfragt.“ Es sei gut, dass Seelsorgern auch Hilfen an die Hand gegeben werden, etwa das Gespräch und der Austausch mit anderen Priestern, die geistliche Begleitung oder einfach Anlaufstellen, wenn mal schwierige Zeiten hereinbrechen.

Als Bistumspriester sei es ihm wichtig, in unmittelbarem Kontakt zu den Menschen zu stehen, sie zu begleiten und ihnen zu helfen, wo er kann, mit ihnen den Glauben zu feiern und das Wort Gottes zu verkünden. „Es ist schon gut so, wie es gekommen ist. Das passt für mich.“ Auf Dauer als Mönch in einem Kloster zu leben, wie es der Mayener Benedikt Gloger tut, wäre für Kevin Schirra keine Option gewesen, sagt er.

Für seine persönliche Zukunft erhofft er sich Gesundheit. „Wie kostbar diese ist, habe ich gerade jetzt persönlich erleben können, da ich wirklich kurz vor der Priesterweihe ernsthaft erkrankt war. Gesundheit ist für mich durch nichts aufzuwiegen. Ich hoffe, dass ich noch lange davon zehren darf.“

Seine erste Heilige Messe wird Kevin Schirra am Dreifaltigkeitssonntag, 27. Mai, in seiner Heimatgemeinde Marpingen halten. Seine Nachprimiz feiert er am Sonntag, 3. Juni, um 10.30 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche Mayen. Danach und nach den Werktagsgottesdiensten in der folgenden Woche wird Gelegenheit sein, den begehrten Primizsegen, den ersten Segen des Neupriesters, zu empfangen. Als Kaplan wird der Neupriester in seiner saarländischen Heimat, in der Pfarreiengemeinschaft Losheim am See, eingesetzt werden.

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell
Mayen-Andernach
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