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Andernach

Skywalk in Andernach: Schon gibt's kritische Stimmen

Die Kanzel am Andernacher Krahnenberg touristisch aufwerten: vielleicht mit einem Skywalk, einem Steg, der über die Felskante hinausragt. Während Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten von den Ideen, die die Architektur- und Bauingenieurstudenten jüngst im Alten Rathaus präsentierten, sehr begeistert war, kommen bei der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erste Zweifel auf.

Sollte ein Skywalk tatsächlich realisiert werden, so hätte er – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – Alleinstellungsmerkmal in der Region. Im vergangenen Jahr hatte die Ortsgemeinde Winningen einen ähnlichen Wettbewerb ausgelobt, und Studenten präsentierten ihre Ideen zu einem Skywalk für den Uhlen (unsere Zeitung berichtete).

Der landschaftliche Reiz des Mittelrheintals im Allgemeinen, aber auch dieses besonderen über der Stadt gelegenen Örtchens im Speziellen ist Einheimischen wie Reisenden schon seit Hunderten von Jahren bewusst, wie beispielsweise ein Kupferstich von Matthäus Merian von 1646 beweist. Und der Ausblick von oben hinab ins Tal über Andernach hinweg und bis hinein ins Neuwieder Becken lockt Wanderer auf die Kanzel. Doch ob ein Skywalk einen Panorama-Mehrwert bietet, stellt die Grünen-Fraktion im Andernacher Stadtrat infrage.

"Ein Skywalk würde auch bei einer relativ weiten Auskragung um 20 bis 30 Meter das Blickfeld des Besuchers jedoch nur um wenige Grad erweitern und somit kaum verändern", schreiben die Grünen in ihrem Antrag an den Stadtrat. Auch wenn die Grünen die "spektakulären und originellen Lösungen" der Studenten loben, so bemängeln sie aber auch, dass bei keinem der Entwürfe gezeigt wurde, wie sich das Blickfeld der Besucher durch einen Skywalk erweitern würde: "So bliebe etwa der Geysir auf dem Namedyer Werth weiterhin verdeckt", sind die Grünen überzeugt. "Ist es nicht einfacher, wenn der Bewuchs um die Kanzel zurückgeschnitten würde, um die Aussicht zu genießen?", stellt Grünen-Fraktionsvorsitzender Christoph Henrichsen im Gespräch mit unserer Zeitung die Frage. Wenn jedoch auf dem Krahnenberg ein Skywalk entstehen sollte, muss nach Ansicht der Grünen der Gewinn an Rundumblick im Vorhinein unbedingt überprüft werden. Als einen weiteren Kritikpunkt führen die Grünen die Zuwegung zu dem Aussichtspunkt auf. Zum einen ist der Krahnenberg erwanderbar, zum anderen ist er aber auch mit dem Auto zu erreichen, fast alle reisen über die Straße In der Felster an, schreiben die Grünen. Genau darin sehen sie ein Problem: "Die Felster ist zwar keine Wohnstraße, kann aber wegen der Haarnadelkurve an der Unteren Richthöll und wegen der auf beiden Seiten angeordneten Stellplätze nur sehr begrenzt zusätzlichen Verkehr aufnehmen. Mit einem touristischen Magneten wie dem angedachten Skywalk käme sie schnell an ihre Kapazitätsgrenzen", sind sie überzeugt. Über eine alternative Erschließung müsse nachgedacht werden. Doch eine Zuwegung, indem eine neue Straße gebaut wird, sehen die Grünen kritisch und bringen stattdessen die Idee eines Aufzugs vom Tal auf die Höhe ins Spiel. Als Beispiele aus der Region seien dazu der Schrägaufzug in Ehrenbreitstein oder auch die Kurwaldbahn in Bad Ems genannt.

Auch Andernach verfügte früher über eine Standseilbahn, die Menschen hinauf auf die Kanzel transportierte. Doch die Krahnenbergbahn ist seit 77 Jahren außer Betrieb. Und auch wenn die Trasse in städtischem Besitz ist, könnte die Wegeführung nicht mehr wiederbelebt werden, weil sie durch die B 9 zerschnitten ist. "Möglich wäre aber eine Trasse direkt aus dem Rheintal auf das Plateau, nämlich in Höhe des Alten Krahnen nach dem Motto ,Vom Kran auf den Krahnenberg'", schlagen die Grünen vor.

Doch bevor es zu einer konkreten Planung des Skywalks kommt, stellen die Grünen den Antrag, auch eine "bescheidene Alternative zu prüfen, bei der die jetzige Kanzel saniert und die Bäume zurückgeschnitten werden. Beides brächte bei geringem Aufwand eine unmittelbare Verbesserung und gäbe Zeit, um über eine mögliche Erweiterung nachzudenken."

Von unserer Redakteurin Mira Müller

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