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    Selbstversuch: Ein Jahr mit Mayens Parkkonzept

    Vor einem Jahr war die Parksituation in der Mayener Innenstadt ein heißes Thema. Der Stadtrat wollte die Verweildauer auf den innerstädtischen, öffentlichen Parkplätzen verkürzen, und die Chance auf einen freien Parkplatz erhöhen. Wurde das Ziel erreicht? Um zumindest für sich selbst einmal Klarheit zu schaffen, wie sich das neue Parkraumkonzept auswirkt, hat der Autor dieses Beitrags ein Jahr lang alle Parkscheine gesammelt, die er aus einem Mayener Parkautomaten gezogen hat.

    Diese Sammlung an Mayener Parkscheinen ist beim Autor dieses Beitrags in einem Jahr zusammengekommen. 
    Diese Sammlung an Mayener Parkscheinen ist beim Autor dieses Beitrags in einem Jahr zusammengekommen. 
    Foto: Axel Holz

    Erste Entscheidungen des Stadtrats zum Parkkonzept erbosten vor einem Jahr vor allem die Anlieger, die sich an den Rand der Innenstadt gedrängt sahen. Geschäftsleute reagierten empfindlich und protestierten im Rathaus. Der Stadtrat sah sich genötigt, noch vor Ablauf eines halben Jahres einzugreifen und die zum 1. Oktober 2016 in Kraft getretene Regelung zu verändern.

    Etwa seit März 2017 gilt, dass die kostenlose Parkzeit mittels der sogenannten „Brötchentaste“ um 10 Minuten auf nunmehr 30 Minuten verlängert wurde. Die Kosten für die erste Parkstunde wurden einheitlich auf 50 Cent festgesetzt, ebenso die Parkhöchstzeit in der Zone 1 auf einheitlich vier Stunden. Mittlerweile ist die Hitze aus dem Thema entwichen.

    Das Kalkül von Rat und Verwaltung scheint aufgegangen zu sein

    Nach seinem einjährigen Selbstversuch kann der Autor dieses Beitrags feststellen: Zu keinem Zeitpunkt musste ein Besuch der Mayener Innenstadt mangels Parkplätzen abgebrochen werden. Ein kaum messbarer, eher gefühlter Eindruck bleibt: Die Suche nach einem Parkplatz dauerte weniger lang als früher. Das Kalkül des Stadtrates und der Stadtverwaltung scheint aufgegangen zu sein: Kürzere und häufigere Verweildauern in der Stadt ohne Parkplatznot.

    Von Anfang Oktober 2016 bis Ende September 2017 kamen beim Autor insgesamt 87 Parkscheine zusammen. 43-mal wurde die „Brötchentaste“ gedrückt; 16-mal kostete das Parken 1 Euro, 14-mal 50 Cent, sechsmal 2 Euro, je zweimal 80 Cent und 60 Cent sowie je einmal 1,50 Euro, 1,20 Euro, 90 und 70 Cent. Macht in der Summe 42,10 Euro an Parkgebühren innerhalb eines Jahres. Im Monatsschnitt sind das 3,51 Euro oder pro Parkvorgang mit Parkschein 48 Cent.

    Aus Erfahrung betrachtet, war das deutlich mehr als in den Jahrzehnten zuvor. Es sei eingestanden, dass je einmal wegen Starkregens, wegen Fehlens von Münzgeld und wegen Faulheit auf den Weg zum Parkautomaten verzichtet wurde. Dies blieb stets ohne Sanktion. Weitere Fahrten in die Innenstadt erfolgten außerhalb parkscheinpflichtiger Zeiten und zu Stellplätzen, die sich in Privathand befinden.

    Die Zufahrt in die Innenstadt erfolgte meistens über die Koblenzer Straße, gefolgt von der Polcher Straße. Dies beeinflusste die Wahl des Parkplatzes. Das Auto stand an folgenden Standorten: Boemundring, Burgfrieden, Clemensschule, Entenpfuhl, Finstingenstraße, Habsburgring, Im Hombrich, Im Trinnel, Kehriger Straße, Krankenhaus, Rosengasse, Siegfriedstraße, Stehbach, St.-Veit-Straße und Wasserpförtchen. Parkhäuser blieben ungenutzt, unter anderem weil das eigene Fahrzeug zum Beispiel nicht in Rathausgarage passt.

    Parkkonzept hat erhöhte Nachfrage nach Dauerparkplätzen zur Folge

    Die Stadt selbst bereitet ein umfassendes Fazit zum neuen Parkkonzept vor. Eine erste Einschätzung wurde auf Anfrage schon jetzt gegeben: „Aus Sicht der Verwaltung wurde eine deutliche Verbesserung der Parkmöglichkeiten für Kunden geschaffen“, teilt die Verwaltung auf RZ-Anfrage mit. Allerdings sei durch das neue Parkkonzept auch eine erhöhte Nachfrage nach Dauerparkplätzen entstanden, die derzeit nicht komplett erfüllt werden könne, die „aber zukünftig durch die Hochgarage gedeckt werden soll“, erklärt die Stadt.

    Aus Sicht des Ordnungsamtes habe sich das Parkverhalten seit Mai stark verbessert. „Wir konnten einen Rückgang der Verwarnungen für ‚Parken ohne Parkschein‘ feststellen“, berichtet die Stadt und nennt Zahlen: Von November 2016 bis Mai 2017 wurden durchschnittlich 374 Verwarnungen monatlich ausgestellt, von Juni bis August noch durchschnittlich 231 Verwarnungen pro Monat. Aus Sicht des Ordnungsamtes werde auch die Brötchentaste sehr gut angenommen „und in direktem Bürgerkontakt auch gelobt“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

    Auch aus finanzieller Sicht lohnt sich das Konzept offenbar. Die Kosten für die Umsetzung beziffert die Stadt mit rund 329.000 Euro. „In den Monaten Juni, Juli und August haben wir insgesamt rund 67.500 Euro mehr eingenommen als im Vergleichszeitraum 2016“, teilt die Stadt mit. Rechnet man diesen Wert hoch, wird sich das Konzept bereits in weniger als 15 Monaten amortisiert haben.

    Von unserem Mitarbeiter Axel Holz

    Das Konzept in Zahlen

    329.000 Euro hat die Umsetzung des neuen Parkkonzeptes nach Auskunft der Stadt Mayen gekostet. 

    Offenbar eine lohnenswerte Investition: „In den Monaten Juni, Juli und August haben wir insgesamt rund 67.500 Euro mehr eingenommen als im Vergleichszeitraum 2016“, teilt die Stadt mit. Rechnet man diesen Wert hoch, hat sich das Konzept in weniger als 15 Monaten amortisiert.

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