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Premiere bei den Mayener Burgfestspielen: Alexis Sorbas greift freudig ins pralle Leben

Diese Rolle ist Peter Nüesch auf den Leib geschneidert, „die Rolle meines Lebens“, wie er selbst formuliert: Der Burgfestspiel-Intendant gibt den Alexis Sorbas im gleichnamigen Musical. Die Premiere ist am Samstagabend in Mayen begeistert aufgenommen worden – ein verheißungsvoller Auftakt für die Erwachsenenstücke des Freiluftfestivals, das im 25. Jahr unter der Regie der Stadt steht.

Mayen – Diese Rolle ist Peter Nüesch auf den Leib geschneidert, „die Rolle meines Lebens“, wie er selbst formuliert: Der Burgfestspiel-Intendant gibt den Alexis Sorbas im gleichnamigen Musical. Die Premiere ist am Samstagabend in Mayen begeistert aufgenommen worden – ein verheißungsvoller Auftakt für die Erwachsenenstücke des Freiluftfestivals, das im 25. Jahr unter der Regie der Stadt steht.

Peter Nüesch brilliert inmitten eines spielfreudigen Ensembles, spielt mit Inbrunst den kauzigen, aber zugleich lebensfrohen Griechen, der auf der Insel Kreta sein Glück sucht. Er lässt keinen Tag verstreichen, ohne zu genießen, ohne Risiken einzugehen und ohne ins pralle Leben zu greifen. „Alexis Sorbas spricht mir aus der Seele. Was ich spiele, ist ein Fressen“, sagt Nüesch voller Freude. Und Sorbas zeigt Parallelen zu seinem eigenen Dasein. „Man sollte auf den Trümmern, die das Leben hervorruft, tanzen. Das habe ich zwei- oder dreimal am eigenen Leib erlebt“, betont Nüesch freimütig.

Ehrengast Konstantin Wecker – er hat die Musik zu den 14 Songs geschrieben – fühlte sich bestens unterhalten. Der Liedermacher (65) lobte die „großartige Inszenierung mit sehr viel Gefühl“ und ging ins Detail. Angesichts der relativ kleinen Bühne sei die Regie, so Wecker, „geschickt mit den Gegebenheiten umgegangen“ – und er geriet sogar ins Schwärmen: „Wie die Schauspieler geführt wurden, das hat mich sehr beeindruckt.“ Ins Lob bezog der Barde alle 27 Schauspieler ein, selbst die Statisten. Einen hob er hervor: den „grandiosen Sorbas“. Der schaffte es quasi im Alleingang, die Zuschauer im voll besetzten Innenhof zu fesseln, obwohl es nahezu dauerhaft regnete – keiner verließ seinen Platz. So hätte sich Wecker lediglich „eine kretische Nacht“ gewünscht – und eine bessere Soundanlage. „Der Sound könnte fetter sein, der Toningenieur braucht noch was“, sagte Wecker im Hinblick auf die Boxenanlage.

Bürgermeister Rolf Schumacher hatte gewissermaßen zur Einstimmung zuvor das Buch gelesen. „Ich habe mir nicht vorstellen können, wie man das dramaturgisch umsetzt, deswegen bin ich jetzt ganz begeistert“, sagte er beim Premierenempfang. Dass die Jubiläumssaison keine Jubelarien hervorruft, liegt an den Begleitumständen. „Wir vermissen den lebendigen Charme unserer verstorbenen Oberbürgermeisterin“, sagte Schumacher vor dem Premierenpublikum bewegt. Die Burgfestspiele seien Veronika Fischers Herzensangelegenheit gewesen. „Ihr waren diese Festspiele wichtig, sie hat sich um die Burgfestspiele verdient gemacht“, betonte der Bürgermeister. Die Gäste erhoben sich zu einer Schweigeminute für die Stadtchefin, die Anfang Mai gestorben war.

Von unserem Redakteur Thomas Brost

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