40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mayen/Andernach
  • » Hunderte blicken hinter Kulissen der Forensik
  • Aus unserem Archiv
    Andernach

    Hunderte blicken hinter Kulissen der Forensik

    „Passen Sie gut auf die nummerierten Karten auf, die Sie erhalten haben. Damit prüfen wir später, ob alle wieder rausgekommen sind und wir keinen drinnen vergessen haben“, scherzt Dr. Dr. Lothar Schmitt-Homann, Facharzt für Allgemeinmedizin an der Klinik Nette-Gut in Andernach, und erntet viele Lacher von der 18-köpfigen Besuchergruppe, die das neue Bettenhaus der Klinik für Forensische Psychiatrie besichtigen will. Es sind die ersten von mehr als 500 Besuchern, die der Einladung der Klinik zum Veranstaltungstag unter dem Motto „Forensik begegnen“ gefolgt sind.


    Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal seit Errichtung der Klinik im Jahre 1972, wird die Öffentlichkeit eingeladen, sich direkt vor Ort einen Eindruck vom gesetzlichen Auftrag und der therapeutischen Arbeit im Maßregelvollzug zu verschaffen. Und: Es wird vorerst wohl auch das letzte Mal gewesen sein, denn im Mai werden die neuen Gebäude in Betrieb genommen. Die derzeit bestehende Einfahrt zum Gelände wird dann fest verschlossen. In der neuen Sport- und Mehrzweckhalle sind zahlreiche Informationsstände aufgebaut, an denen die Besucher von Mitarbeitern der Klinik über die Abteilungen für Psychomedizin sowie Psycho- und Suchttherapie und die angebotenen Therapiemaßnahmen aufgeklärt werden. Dabei sind alle Maßnahmen darauf ausgerichtet, die Resozialisierung der Patienten mit der größtmöglichen Sicherheit für die Bevölkerung zu verbinden.
    „Ich bin ziemlich stolz über die vielen Besucher –, aber auch sehr dankbar dafür, wie gut die Mitarbeiter hier alles vorbereitet haben. Mich bewegt es richtig, wie engagiert die vielen Angebote in der Klinik dargestellt werden“, sagt Werner Stuckmann, Pflegedirektor und Mitglied des Klinikdirektoriums. Den Mitarbeitern sei großes Interesse und Neugierde begegnet, aber auch Vorbehalte und Ängste. Denn häufig kennen viele Menschen nicht den Unterschied zwischen einer Justizvollzugsanstalt und einer forensischen Einrichtung. Zudem haben letztere oft mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass im Maßregelvollzug nur Sexualstraftäter untergebracht sind. In der Regel stellen psychisch kranke Sexualstraftäter aber nur einen Teil der Klinikinsassen. Der häufigste Grund für eine Einweisung in den Maßregelvollzug ist Körperverletzung, gefolgt von Sexual- und Tötungsdelikten, Brandstiftung, Raub und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.
    Großes Interesse bei den Besuchern erwecken auch die ausgestellten Lebensläufe einiger Patienten: „Das erste, an das ich mich erinnern kann, ist das ich drei Jahre alt war – da ist mein Vater in den Knast gekommen“, so beispielsweise beginnt dort ein Patient sein Leben auf sieben Seiten niederzuschreiben. Lange, gespannte Blicke erfahren auch die vielen Zeichnungen und Gemälden von Patienten, die die Wände der Mehrzweckhalle schmücken. In ihnen spiegeln sich bisweilen die Emotionen und Erlebnisse ihrer Maler wider.

    Hunderte blicken hinter Kulissen der Forensik500 Besucher begegnen Forensik in der Klinik Nette-Gut
    Mayen-Andernach
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Mayen: 725 Jahre Stadt
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    10°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 20°C
    Freitag

    12°C - 17°C
    Samstag

    11°C - 16°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige