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    Burgfestspiele Mayen: Piet Klocke ist nicht für jedermann

    Piet Klocke – den kennt man aus dem Fernsehen. Ende der 90er-Jahre wurde der Komödiant als Gast in Shows wie „RTL Samstag Nacht“ und „7 Tage, 7 Köpfe“ einem großen Publikum bekannt. Am Freitag gab er ein Gastspiel bei den Mayener Burgfestspielen.

    Piet Klocke war in Mayen zu Gast. Foto: Andreas Walz
    Piet Klocke war in Mayen zu Gast.
    Foto: Andreas Walz

    Für die erste Pointe bei der „Comedy-Burg“ sorgt allerdings nicht Klocke, sondern das Wetter: Weil es kurz vor Veranstaltungsbeginn noch regnet, wird der Auftritt kurzerhand von der Genovevaburg in den Sitzungssaal des Rathauses verlegt. Klar, dass es draußen trocken ist, sobald Klocke loslegt.

    Wobei loslegen das falsche Wort ist. Denn schwungvoll ist der Auftritt nicht – im Gegenteil: Klockes Vortrag lebt von Pausen und Unterbrechungen, von Wortspielereien, vom angefangenen Satz, der im Nirgendwo endet, weil beim Sprechen schon ein neuer Einfall kommt. Gedanklich sind Hölzchen und Stöckchen Klockes wichtigste Accessoires. Mit ihrer Hilfe hangelt er sich assoziierend durch zweimal 50 Minuten Programm.

    Als Klammer, die seine Ausführungen zusammenhalten soll, dient Klocke das Thema Evolution. Die ist aus seiner Sicht eher schlecht gelungen. Zum Beispiel beim Bernhardiner. Dem hat man irgendwann ein Fässchen umgebunden, damit er auf den Bergen den Verunglückten mit einem wärmenden Schluck Rum beisteht. Im Lauf der Evolution, so geht Klockes Geschichte, haben die Hunde jedoch gelernt, den Rum selbst zu trinken, was sie in die Sucht führte und zur Folge hatte, dass sie nicht mehr auf die Berge steigen, sondern versuchen, den Menschen im Tal zu helfen.

    Mängel in der Evolution macht Klocke auch an anderen Beispielen fest. Er referiert in der ihm eigenen Art etwa über Hummeln und Tauben. Das Verhältnis von Mann und Frau macht er ebenso zum Thema wie Begebenheiten aus seinem eigenen Leben: „Neulich habe ich drei Stunden auf den Bus gewartet. Zugegeben, da war keine Haltestelle. Aber es ging ums Prinzip.“ Beim Mayener Publikum, darunter offenkundig zahlreiche eingefleischte Klocke-Fans, kommen diese und andere Geschichten sehr gut an, wie schallendes Gelächter und rhythmischer Applaus vor den Zugaben zeigen.

    Doch Klockes Humor ist nicht für jedermann. „Was soll das?“, ist eine Frage, die einem durchaus in den Sinn kommen kann – etwa wenn sich Klocke zu Beginn als Erward Hüter ausgibt, „die Vertretung von Herrn Klocke“.

    Am Ende bleibt der Eindruck, dass Piet Klocke auch heute noch vor allem der Piet Klocke ist, den man von früher aus den Fernsehen kennt. Von Evolution war da leider nicht viel zu sehen.

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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