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Plaidt

Arbeiten am Sportplatzgebäude in Plaidt stehen bevor: Darum kostet die Sanierung so viel

Martina Koch

Der Plaidter Ortsbürgermeister Wilhelm Anheier muss im Sportplatzgebäude am Pommerhof nicht lange suchen, wenn er Besuchern zeigen will, warum das in den 70er-Jahren errichtete Gebäude eine Generalsanierung benötigt: Riesige Stockflecken zieren die Decke der Umkleiden im unteren Geschoss. „Oben war eine Wasserleitung defekt, dadurch kam es zu einem Feuchtigkeitsschaden“, erklärt Anheier. Auch an anderen Stellen hat der im Hang angelegte zweigeschossige Bau sichtbar gelitten: Stellenweise fehlen Fliesen, die Farbe bröckelt von den Wänden.

Im Herbst sollen die Sanierungsarbeiten im Sportplatzgebäude am Plaidter Pommerhof beginnen. Aufgrund der hohen anfallenden Kosten von mehr als 800.000 Euro hatten die Pläne in der Gemeinde für Diskussionen gesorgt.
Im Herbst sollen die Sanierungsarbeiten im Sportplatzgebäude am Plaidter Pommerhof beginnen. Aufgrund der hohen anfallenden Kosten von mehr als 800.000 Euro hatten die Pläne in der Gemeinde für Diskussionen gesorgt.
Foto: Martina Koch

Es riecht muffig. und zwar stärker als man es von Räumen vermuten würde, die jede Woche von hunderten verschwitzten Sportlern frequentiert werden. Dass sich am Sportplatzgebäude am Pommerhof etwas tun muss, ist offensichtlich und doch sorgte das Sanierungsvorhaben für aufgeregte Diskussionen im Ort: Rund 805.000 Euro sollen die Arbeiten nämlich insgesamt kosten. „Das kann man fast nicht sagen, aber ich will die Summe auch nicht verheimlichen“, seufzt Anheier. Mehr als eine Dreiviertelmillion für die Sanierung einiger Umkleiden und Duschen – damit taten sich auch einige Mitglieder des Ortsgemeinderats schwer.

Im Endeffekt handelt es sich bei den vom Gemeinderat verabschiedeten Plänen aber um die kostengünstigste Variante, ist der Ortschef überzeugt: „Wir haben hin und her gerechnet. Einen Neubau kann ich bei den Kosten nicht vertreten.“ Bei einer Bestandssanierung kann sich die Gemeinde nämlich über einen ordentlichen Zuschuss aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes freuen: 218.000 Euro Fördergelder fließen darüber nach Plaidt. Für einen Neubau hätte es keine finanzielle Unterstützung seitens des Landes gegeben.

Das Sportplatzgebäude am Pommerhof wird in seiner Grundfläche also erhalten bleiben und weiterhin Raum für vier Umkleiden und zwei Duschräume verteilt auf zwei Geschossen bieten: „Das halte ich angesichts der Größe des Sportplatzes für legitim“, erklärt Anheier. Davon abgesehen wird sich aber im und rund um das Gebäude einiges tun. Die folgenden fünf Sanierungsmaßnahmen sind unter anderem geplant:

1. Der Balkon im Obergeschoss sowie der darunter liegende überdachte Gang verschwinden: An der Längsseite zum Sportplatz hin entsteht stattdessen eine durchgehende Fassade. „Das hat energetische Gründe. Es wäre kompliziert gewesen, die Wand zum Balkon ausreichend zu dämmen“, erläutert Anheier. Über einen neuen außerhalb des Gebäudes gelegenen Treppenaufgang gelangen die Sportler künftig vom Spielfeld aus zu den Umkleiden im Obergeschoss. Auch die Garage im rückwärtigen Teil des Hauses entfällt und wird künftig mit einer Außenwand versehen – ebenfalls aus energetischen Gründen.

2. Im Untergeschoss des Gebäudes wird ein geräumiger Verkaufsraum mit Lagermöglichkeit entstehen, den die beiden Plaidter Fußballvereine FC Alemannia und DJK nutzen können, um rund um die Begegnungen Speisen und Getränke zu verkaufen. Wie sie sich die Flächen des Verkaufsraums aufteilen, müssen die Vereine untereinander ausmachen.

3. Die Anordnung der Besuchertoiletten im Sportplatzgebäude wird sich ändern: Momentan gibt es im Erdgeschoss lediglich eine Herrentoilette, Sportplatzbesucherinnen müssen in den ersten Stock und über den Balkon an den Umkleiden vorbei gehen, um zur Damentoilette zu gelangen. Künftig werden für die Besucher der Fußballspiele sowohl Damen- als auch Herrentoiletten im Erdgeschoss zur Verfügung stehen.

4. Momentan werden die Räume noch mit Strom beheizt – auch das Wasser für die Dusche wird auf diese Art und Weise erhitzt: „Das muss man sich mal vorstellen: bei so vielen Leuten!“, ärgert sich Anheier. Nach der Sanierung wird eine Gasheizung im Sportplatzgebäude für Wärme und Warmwasser sorgen und die derzeit noch in den Räumen betriebenen Elektroheizkörper überflüssig machen.

5. Im Zuge der Umbaumaßnahmen werden sämtliche Strom- und Wasserleitungen des Sportplatzgebäudes erneuert. Auch die Armaturen in den Duschen werden ausgetauscht. Dort werden im Anschluss wieder Armaturen mit Druckknopf montiert, die den Wasserfluss nach einigen Sekunden automatisch stoppen. Das Licht schaltet sich über Bewegungsmelder automatisch an und aus. Diese Lösungen machen sich trotz höherer Anschaffungskosten später bezahlt, ist Anheier überzeugt: „Es wird dadurch ein bisschen teurer, aber das ist eine Investition für die Zukunft.“

Neun Monate werden die umfassenden Sanierungsarbeiten voraussichtlich in Anspruch nehmen. Im September oder Oktober könnte es los gehen. Auf Umkleiden und Duschen müssten die Sportler dann vorerst verzichten. Aufgrund der Komplexität der Sanierungsarbeiten muss das Sportplatzgebäude während der kompletten Sanierungsphase gesperrt bleiben. „Wir versuchen momentan zumindest eine mobile Toilettenanlage für die Sanierungszeit zu organisieren“, erklärt Anheier. Trotz der langwierigen Diskussionen im Vorfeld ist der Ortschef froh, dass die Arbeiten jetzt beginnen können: „Wir brauchen das Sportplatzgebäude für unsere Vereine.“

Von unserer Redakteurin
Martina Koch

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