40.000
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Koblenz

Zehntausende genießen den Blick über Koblenz

1500 Quadratmeter in luftiger Höhe. Ausblicke auf Koblenz, die man so nie hatte. Heute vor einem Jahr ist die Dachterrasse auf dem Kulturbau offiziell eröffnet worden.

Ein echter Blickfang waren die blauen Puppen, die ab Spätherbst unauffällig anzeigten, wo höhere Sitzstufen und damit Stolperfallen sind. Leider wurden alle zwölf lackierten Schaufensterpuppen zerstört. Arme und Beine wurden ihnen ausgerissen, manchen auch der Kopf.  Archivbild: Sascha Ditscher
Ein echter Blickfang waren die blauen Puppen, die ab Spätherbst unauffällig anzeigten, wo höhere Sitzstufen und damit Stolperfallen sind. Leider wurden alle zwölf lackierten Schaufensterpuppen zerstört. Arme und Beine wurden ihnen ausgerissen, manchen auch der Kopf. Archivbild: Sascha Ditscher
Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Und sie wird gern besucht: Knapp 20.000 Tickets sind seit dem 1. September 2013 verkauft worden (bis dahin war der Eintritt frei, was ebenfalls rund 20.000 Menschen nutzten). Und da Bibliotheksnutzer kostenfrei hoch dürfen, ist die Zahl der Besucher insgesamt noch etwas höher: Fast 28 000 Menschen haben bisher den Blick auf Festung und Innenstadt genossen und ein bisschen Ruhe über dem pulsierenden Leben getankt.

Bis zum Tag der Eröffnung hatte es ein paar Verzögerungen gegeben. Ursprünglich sollte die Fläche mit dem Haus selbst bereits Ende Juni fertig sein, doch dieser Termin war nicht zu halten. Auch ein weiterer verstrich, ohne dass die Terrasse fertig geworden war – vor allem die große Hitze und Lieferschwierigkeiten wurden als Hauptgründe genannt. Und als die Terrasse dann endlich offen war, da gab es viel Lob, aber auch viel Kritik. Denn viele, vor allem ältere Besucher monierten, dass die nicht abgegrenzten hohen Sitzstufen schnell zu Stolperfallen werden können, wenn man schlendernd, den Blick auf Koblenz gerichtet, auf der Terrasse flaniert.

Die höchst kreative Lösung, die die Stadt fand, war leider nur eine Zwischenlösung. Denn die zwölf blau lackierten Schaufensterpuppen, die äußerst dekorativ anzeigten, dass hier eine (höhere) Sitzstufe war, sind leider wieder im Keller verschwunden. Arme und Beine wurden ihnen abgerissen, manchen auch der Kopf, so Stadtpressesprecher Thomas Knaak.

Einen tollen Blick auf die ganze Stadt hat man von hier oben.  Foto: Schneider
Einen tollen Blick auf die ganze Stadt hat man von hier oben.
Foto: Schneider

"Manchmal ist es eh nicht zu fassen, was hier abgeht", sagt Axel Hahn, Angestellter der Koblenz Touristik, der häufiger auch auf der Terrasse nach dem Rechten sieht. Da gab es immer mal wieder Anrufe aus dem benachbarten Einkaufszentrum, dass Jugendliche außen auf der Balustrade der Terrasse herumklettern. Und dann eben die zerstörten Puppen. "Wir haben überlegt, ob man welche aus Stahl hinsetzen könnte, aber die würden dann wahrscheinlich bemalt", sagt er resigniert. Und es sind nicht Jugendliche allein, die ihn zum Kopfschütteln bringen. "Da gibt es Leute im Rentenalter, die klettern einfach über das Drehkreuz, weil sie es nicht einsehen, dass sie 1 Euro zahlen sollen", berichtet er.

Aber das sind zum Glück nur Einzelfälle. Im Großen und Ganzen wird ohne Murren akzeptiert, dass man – wenn man keinen Bibliotheksausweis hat, der zum kostenlosen Eintritt berechtigt – ein Ticket bei der Koblenz-Touristik oder dem Mittelrhein-Museum kaufen muss, so Thomas Knaak. Noch attraktiver soll die Terrasse werden, indem an den Seitenwänden Hinweisschilder darauf angebracht werden, worauf man gerade guckt. Wie lange die dann halten werden? Das muss man wohl abwarten.

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