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Mülheim-Kärlich

Wettbewerb: RZ-Skatturnier reizt rund 250 Spieler

Peter Karges

18, 20, 22, weg – mächtig gereizt wurde am Sonntag in der Rheinlandhalle in Mülheim-Kärlich, wo unsere Zeitung zum zweiten Mal ein Skatturnier veranstaltete. Wie im vergangenen Jahr waren rund 250 Spieler gekommen, um die entscheidenden Stiche für das Preisgeld sowie den RZ-Siegerpokal zu machen. Wir haben den Spielern an manchen Tischen in die Karten geschaut.

Natürlich spielt hier und da auch mal das Glück eine Rolle. Auf längere Sicht setzt sich beim Skat aber immer das Können durch. „Und das ist auch der Grund, warum man am Anfang immer Lehrgeld bezahlt“, erzählt der 36-jährige Thorsten Bönsch, der zusammen mit seinem Skatfreund Karl-Heinz Koch aus Müllheim bei Freiburg in die Rheinlandhalle nach Mülheim-Kärlich gereist ist. „Auf solchen Turnieren lernt man unheimlich viel“, so Bönsch, der erst mit 33 Jahren mit dem Skatspiel anfing. Damit ist er ein Spätzünder, denn die meisten hat das Kartenfieber schon mit Kindesbeinen ereilt. „Mein Opa hat es mir beigebracht, erst mittels Offiziersskat und dann zusammen mit der Oma“, erzählt der Koblenzer Rudolf Ritz.

Dem Vater über die Schultern geschaut haben hingegen Manfred Rüth aus Neustadt im Westerwald und Matthias Bender aus Rheinböllen. „Bei mir ist das allerdings schon mehr als 40 Jahre her“, erzählt Rüth. Heutzutage spielt er vornehmlich Skat in der Kneipe. „Allerdings merkt man, dass in der jüngeren Generation immer weniger Skat spielen, leider.“ Matthias Bender kann dies bestätigen. „Auf der Schule gab es in der Oberstufe vielleicht noch drei oder vier, die Skat spielen konnten“, sagt der jetzige Informatikstudent.

Dabei ist Skat ein Spiel für alle Generationen, beim gestrigen Turnier war der jüngste Teilnehmer 14 Jahre alt, der älteste 79 Jahre. „Skat hält fit gegen Demenz und schafft zugleich ein soziales Umfeld“, sagt der 79-jährige Jürgen Roger, der aus Gera in Thüringen nach Mülheim-Kärlich angereist ist. Sein Akzent verrät ihn allerdings als waschechten Hamburger. Bei ihm sowie auch bei dem 14-jährigen Florian Weber aus Dudendorf bei Trier stand die Vorgängergeneration Pate, als es um das Erlernen des Skatspiels ging. „Mein Papa und mein Opa haben es mir beigebracht“, erzählt Florian Weber. Dass es die eigene Verwandtschaft ist, die oftmals den Lehrmeister des Skatspiels gibt, mag damit zusammenhängen, dass man Skat nicht so schnell lernt wie manch anderes Kartenspiel. Es bedarf halt auch kontinuierlicher Übung, und die gewährleistet zumeist nur die eigene Familie.

Dass die schönsten Spiele bei aller Übung manchmal aber just die sind, die man gar nicht spielen wollte, zeigt das Beispiel einer Dame aus Solingen. Sie wollte Pik spielen, fand im Stock aber nur Karo. Bei 22 durchaus ein Problem. „Ich musste also Schneider ansagen, und ich dachte, den gewinnst du nie“, erzählt sie. Doch Fortuna war mit ihr: Beim dritten Stich segelte auf ihr Kreuz-Ass die blanke Zehn, die sechs gegnerischen Trümpfe waren salomonisch verteilt und zum Schluss hatte einer ihrer Gegenspieler auch noch die falsche Farbe behalten, sodass Herz-König durchging. „Bei allem Können gehört natürlich immer auch ein bisschen Glück dazu“, freute sich die junge Frau.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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