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    Koblenz

    Tödlicher Rollerunfall: Mildes Urteil für Lkw-Fahrer

    Mildes Urteil im Prozess um einen tödlichen Unfall im Koblenzer Industriegebiet: Der Lkw-Fahrer, der einen Rollerfahrer übersehen hatte und mit seinem Laster überrollte, wurde zwar wegen fahrlässiger Tötung verurteilt - jedoch mit einem niedrigen Strafmaß.

    Bei dem Unfall im Juni 2012 wurde ein Rollerfahrer tödlich verletzt.
    Bei dem Unfall im Juni 2012 wurde ein Rollerfahrer tödlich verletzt.
    Foto: Sascha Ditscher

    Eigentlich sollte es nur die tägliche Fahrt von der Schicht nach Hause werden. Doch schon nach wenigen Metern endete sie tödlich. Ein 41-Jähriger geriet am 18. Juni 2012 am Kreisel der Carl-Spaeter-Straße im Kesselheimer Industriegebiet mit seinem Motorroller unter einen Lastwagen und wurde schwer verletzt. Er starb noch an der Unfallstelle. Innerhalb weniger Sekunden wurde eine Frau Witwe, und ein junger Mann verlor seinen Vater.

    Der Lkw-Fahrer wurde nun vom Koblenzer Amtsgericht der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Das Strafmaß fiel allerdings relativ milde aus, weil die Fahrlässigkeit am unteren Rand anzusetzen ist, begründete Richterin Nicole Griesar. Es handele sich um ein Augenblicksversagen, so die Richterin am Freitag.

    Der 50-jährige Lkw-Fahrer, der wie das Opfer aus dem Kreis Mayen-Koblenz stammt, wurde verwarnt. Wenn er sich während der zweijährigen Bewährungszeit etwas zu Schulden kommen lässt, muss er eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro zahlen. Als Bewährungsauflage muss er 1500 Euro an die Kriminalitätsopferhilfeorganisation Weißer Ring entrichten und die Kosten des Verfahrens tragen. Das Urteil, das nach einer gesetzlich vorgesehenen Verständigung zustande kam, ist noch nicht rechtskräftig.

    So wurde der Unfall vor Gericht rekonstruiert: Der Roller befand sich auf der inneren Spur des Kreisels. Der Lkw bog von der August-Horch-Straße kommend ein. Beide Fahrzeuge wollten den Kreisel in Richtung Carl-Spaeter-Straße/TRW verlassen. Dabei kam es zur Kollision. Laut Gutachten war der Laster 23 km/h schnell.Die Gutachten machten deutlich, wie eingeschränkt die Sicht des Lkw-Fahrers in Richtung Roller durch die breite A-Säule zwischen Front- und Seitenscheibe und dem großen Rückspiegel war.

    Nach Aussage des Sachverständigen der Verteidigung, der die Strecke mit dem Unfall-Fahrzeug und einer Helmkamera abgefahren war, befand sich der Roller dauernd im Sichtschatten der A-Säule. Der Rollerfahrer habe aus seiner Position den Eindruck haben müssen, dass er gesehen wird. Auch der Gutachter der Staatsanwaltschaft betonte, es liege nahe, dass der Roller innerhalb des Kreisels nicht zu erkennen war.

    Allerdings hätte der Lkw-Fahrer beim Einfahren seine Sitzposition verändern müssen, um sich zu vergewissern, dass der Kreisel frei ist. Dieser Meinung schloss sich später auch die Richterin an.

    Während der Verhandlung im voll besetzten Saal 123 kam es immer wieder zu emotionalen Momenten. So verlor die Witwe die Fassung, als der Verteidiger einem Sachverständigen die Frage stellte, ob der Verunglückte vielleicht durch sein Fahrverhalten zum Unfall beigetragen hätte. Der Anwalt der Frau warf dem Lasterfahrer grobe Fahrlässigkeit vor und forderte sechs Monate Haft mit Bewährung. Dies bezeichnete der Verteidiger als „populistisches Gequatsche".

    In seinem Schlusswort entschuldigte sich der 50-jährige Angeklagte und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Und Richterin Nicole Griesar sagte zu dem Mann: „Man sieht es Ihnen an, wie sehr dieses tragische Ereignis auch Sie belastet."

    Von unserem Mitarbeiter Winfried Scholz

    Rollerfahrer im Kreisel überfahren: Lkw-Fahrer steht vor Gericht
    Koblenz
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