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Vallendar

Spezialeinsatz in Vallendar: Kampf gegen Prozessionsspinner ist eröffnet

Peter Karges

Sie messen nicht mehr als fünf Zentimeter, doch sie können für den Menschen richtig unangenehm, sogar bedrohlich werden: die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Seit Donnerstag nun säubern zwei Baumpfleger in Schutzanzügen die Bäume rund um den Park des Kaiser-Friedrich-Turms auf dem Mallendarer Berg. Hier hatten die Raupen des Nachtfalters in diesen Frühsommertagen eine größere Kolonie gegründet.

In Vallendar wird gegen den Eichenprozessionsspinner gekämpft. Dessen Larve kann gesundheitsgefährdende Stoffe ausstoßen. Spezialisten sammelten Dutzende von Larven im Park ab.
In Vallendar wird gegen den Eichenprozessionsspinner gekämpft. Dessen Larve kann gesundheitsgefährdende Stoffe ausstoßen. Spezialisten sammelten Dutzende von Larven im Park ab.
Foto: Peter Karges

Hydraulisch fährt der Tragekorb des Hubwagens hoch. In ihm sitzt Polychronis Tsirtsonis, allerdings so vermummt, dass ihn auch nahe Angehörige wohl nicht erkennen würden. Sein Körper steckt in einem ABC-Schutzanzug, das Gesicht verbirgt sich hinter einer Maske. „Mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners ist nicht zu spaßen, die sind hochgiftig“, sagt der gebürtige Grieche.

Der Tragekorb macht an diesem Morgen auf dem Mallendarer Berg erst halt, als er die Baumkrone erreicht hat. „Die Tiere fangen nämlich unten an und fressen sich dann den gesamten Baum hoch“, weiß Tsirtsonis. Zu Leibe rückt er dem Schädling dabei mit einem kräftigen Staubsauger. Das Rohr wird an die betroffenen Stellen des Baums gehalten, und Raupen, Larvenhäute und die Brennhaare der Raupen verschwinden im Staubsaugerbeutel.

Der Stamm eines Baumes ist von Raupen befallen.
Der Stamm eines Baumes ist von Raupen befallen.
Foto: Tsirtsonis

Gefährlich sind vor allem die Brennhaare, sie enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein. Dieses verursacht nicht nur Hautreizungen, sondern kann im Extremfall auch schwere Asthmaanfälle nach sich ziehen. „Der Staubsaugerbeutel wird, sobald er voll ist, hermetisch abgeschlossen und später verbrannt“, berichtet Polychronis Tsirtsonis.

In Vallendar fühlt sich der Eichenprozessionsspinner übrigens nicht nur unterhalb des Kaiser-Friedrich-Turms wohl. „Es gibt noch eine Stelle auf dem Friedhof sowie im Heidepark auf dem Mallendarer Berg“, sagt Fred Pretz, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Den Raupen auf dem Friedhof werden die Mitarbeiter der Baumpflegefirma Leitsch aus dem südhessischen Groß-Gerau in den kommenden Tagen ebenfalls mit dem Sauger zu Leibe rücken. Für den Heidepark hingegen sind keine Maßnahmen vorgesehen. „Wir konzentrieren uns auf die Flächen, in denen es Publikumsverkehr gibt, und dies ist in dem betroffenen Areal im Heidepark nicht der Fall“, so Fred Pretz. Die Kosten für die Baumpflegearbeiten trägt übrigens der Besitzer, in diesem Fall die Stadt Vallendar. Peter Karges

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