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    Region/Mittelrhein: Gastronomen begrüßen neues Tal-total-Konzept

    Region/Mittelrhein - Jedes Jahr aufs Neue gab es zahlreiche Beschwerden von Gastronomen und Hoteliers im Mittelrheintal, für die die Verkehrseinschränkungen beim Raderlebistag Tal total zu finanziellen Ausfällen geführt haben.

    Wie hier auf der B 9 in Koblenz an der Laubach gab es für Autofahrer bei Tal total bislang nur mit Sondergenehmigung ein Durchkommen. Wenn 2014 die Radler auf die Radwege ausweichen müssen, haben Pkw freie Fahrt.
    Wie hier auf der B 9 in Koblenz an der Laubach gab es für Autofahrer bei Tal total bislang nur mit Sondergenehmigung ein Durchkommen. Wenn 2014 die Radler auf die Radwege ausweichen müssen, haben Pkw freie Fahrt.
    Foto: hoa

    Schrumpfende Besucherzahlen und steigende Kosten - das sind die beiden Aspekte, die vom Veranstalter des Raderlebnistages Tal total vordergründig für die Aufhebung der Sperrungen an B 9 und B 42 im Oberen Mittelrheintal genannt werden (die RZ berichtete). Im Gespräch mit unserer Zeitung lässt Claudia Schwarz, Geschäftsführerin der Romantischer Rhein Tourismus GmbH, aber auch durchblicken, dass es jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Beschwerden von Gastronomen und Hoteliers im Mittelrheintal gab, für die die Verkehrseinschränkungen zu finanziellen Ausfällen geführt haben.

    Kaum verwunderlich ist es daher, dass gerade auch diese Klientel das neue Konzept von Tal total begrüßt. "Neben positiven Rückmeldungen von den touristischen Abteilungen am nördlichen Romantischen Rhein haben wird auch eine durchweg positive Resonanz von der Hotellerie erhalten", betont Claudia Schwarz. Auch Sheila Zander vom Hotel Landsknecht in St. Goar befürwortet die Aufhebung der Straßensperrungen "Die Gäste machen das nicht mit", bestätigt Sheila Zander vom Hotel Landsknecht in St. Goar. Will heißen, sie bleiben gleich ganz weg, wenn sie bei ihrer Übernachtungsanfrage erfahren, dass die Zu- und Abfahrtszeiten eingeschränkt sind. "Mit den Radfahrern machen wir nicht den Reibach, um den Ausfall der Übernachtungen annähernd kompensieren zu können", betont Zander.

    Helga Gärtner-Hardtke vom Hotel Loreleyblick schlägt in die gleiche Kerbe: "Der Beherbergungsumsatz bricht an dem Wochenende komplett weg." Dabei ist die Hotelchefin eigentlich begeistert von der Veranstaltung: "Ich finde Tal total grundsätzlich toll, vor allem für Familien mit Kindern. Es ist eine supertolle Veranstaltung - nur nicht für Beherbergungsbetriebe." Denn da wäre aus ihrer Sicht noch ein weiterer negativer Aspekt: An der Autobahn 61 stehen sechs Wochen vor Tal total bereits Hinweisschilder, die auf die bevorstehende Straßensperrung hinweisen. "Das schreckt die Leute ab, die fahren gar nicht mehr runter ins Tal", sagt die Hotelbetreiberin. Das sieht auch St. Goars Stadtbürgermeister Walter Mallmann so und ergänzt: "Und wenn das Ereignis vorüber ist, werden die Schilder nicht gleich abgebaut und halten weiterhin Gäste fern."

    Walter Mallmann weiß bereits seit Langem, dass Tal total nicht bei jedem beliebt ist. "Bei uns in St. Goar führt die B 9 direkt durch den Ort. Da fahren betroffene Anwohner ihr Auto bereits am Vortag auf die Höhe, damit sie an dem Sonntag mobil bleiben." Darüber hinaus hält der Stadtchef das Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung für nicht mehr gegeben. "Der Radweg auf der linken Rheinseite ist gut ausgebaut und wird hervorragend angenommen. Es braucht keinen Erlebnistag mehr, um Radfahrern das schöne Rheintal schmackhaft zu machen", betont Mallmann.

    Das sieht auf der anderen Rheinseite im Rhein-Lahn-Kreis Landrat Günter Kern ganz ähnlich. "Tal total ist zu Zeiten von Ministerpräsident Rudolf Scharping entstanden, als es noch kaum Radwege gab. Damit sollte auch die Bedeutung des Radfahrens am Mittelrhein für Einheimische und für den Fremdenverkehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Verantwortlichen gehoben und damit zugleich der Radwegebau gefördert werden." In der Zwischenzeit seien viele Radwege gebaut worden, deshalb könne Kern gut verstehen, "dass Tal total - übrigens in Absprache mit den Touristikorganisationen - in der bisherigen Form nicht fortgesetzt wird und man Neues versuchen will".

    Aus Sicht von Hotelchefin Helga Gärtner-Hardtke könnte man mit den Sperrungen sogar leben, würden ihre und Gäste anderer Häuser Ausnahmegenehmigungen erhalten. Beim Konzert des Weltstars Placido Domingo, der am diesjährigen Tal-total-Tag auf der Loreley sang, sei dies für Konzertbesucher schließlich auch gegangen. Dass aber gerade solche Genehmigungen problematisch sein können, davon kann Christoph Rauland von der Polizei Boppard ein Lied singen. So habe es Autofahrer gegeben, die eine Sondergenehmigung hatten, die von einzelnen Radfahrern aufs Übelste beschimpft worden seien. Nicht selten habe die Polizei hier eingreifen müssen. dam/tor/kr

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