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Koblenz

OB David Langner: Stadt soll Sauna selbst bauen

Ingo Schneider

Die Stadt Koblenz soll aus Sicht des neuen Oberbürgermeisters das neue Stadtbad mit Sauna und Gastronomie selbst bauen – wenn es irgendwie geht. Das betont David Langner (SPD) im Interview mit unserer Zeitung. Sauna und Gastronomie: Das sind für den neuen OB genau die Bausteine, die helfen, dem Zuschussbetrieb eines Schwimmbads etwas entgegenhalten zu können. Daher sollte das Bad beides haben, und das Komplettpaket soll möglichst in Händen der Stadt liegen.

Auf diesem Grundstück im Rauental soll es entstehen: das neue Hallenbad der Stadt Koblenz. Nach dem Willen des neuen Oberbürgermeisters David Langner sollte das Bad unbedingt auch einen Sauna- und Gastronomiebereich haben – und den sollte möglichst die Stadt selbst bauen.
Auf diesem Grundstück im Rauental soll es entstehen: das neue Hallenbad der Stadt Koblenz. Nach dem Willen des neuen Oberbürgermeisters David Langner sollte das Bad unbedingt auch einen Sauna- und Gastronomiebereich haben – und den sollte möglichst die Stadt selbst bauen.
Foto: Thomas Frey

Zum Beginn seiner achtjährigen Amtszeit haben wir mit dem 42-jährigen Langner über seine Ziele für Koblenz gesprochen, über den Wechsel von Mainz nach Koblenz, aus dem Ministerium ins Rathaus. Nach knapp zwei Wochen im Amt befindet sich Langner naturgemäß noch in der Kennenlernphase als Chef des Verwaltungsapparats mit etwa 2200 Mitarbeitern. Daher will er jetzt auch nicht die Großthemen voreilig übers Knie brechen. Und doch gibt der neue Stadtchef im Gespräch einen Ausblick auf die inhaltlichen Weichenstellungen, die er als Erstes angehen will. Klar ist, dass eine Verkehrswende in Koblenz für ihn eine hohe Priorität genießt – und dass auch der Wohnungsbau in der Stadt ein Thema sein wird, dass er schnell und mit Nachdruck vorantreiben will. Aber auch das neue Stadtbad ist für Langner eines der Projekte, das auf der Agenda der kommenden Wochen und Monate weit oben stehen wird.

Zu Erinnerung: Ursprünglich war man in der Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass die Elemente von Sauna und Gastronomie aus Wettbewerbsgründen europaweit ausgeschrieben werden müssten. Das Land hatte gefordert, dass dafür ein privater Investor gefunden werden müsse. Doch auf Initiative von Stephan Wefelscheid (BIZ-Fraktion) und mit Unterstützung des Europa-Abgeordneten Arne Gericke (Freie Wähler) konnte letztlich eine Stellungnahme der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager eingeholt werden. Tenor: Das EU-Recht schließt eine Förderung des Projekts auch dann nicht aus, wenn die Stadt das Komplettpaket selbst baut (die RZ berichtete). Im Stadtrat wurde das Thema daraufhin noch einmal erörtert – und in einem Gespräch mit Mainz soll jetzt das weitere Vorgehen geklärt werden. Für David Langner sind die Prioritäten klar: ein Schwimmbad mit Wellnessbereich und Gastronomie, möglichst beides in der Hand der Stadt. „Schwimmbäder sind immer Zuschussgeschäfte, aber gerade mit Wellness- und Saunabereichen oder auch Gastronomie kann man noch ein bisschen was reinholen“, betont er im Interview. „Aus meiner Sicht muss das Ziel sein, dass die Stadt den Kostenrahmen im Auge behält und die Kosten nicht explodieren.“ Vor allem gelte es, eine Situation wie etwa in Mainz zu vermeiden. Dort habe ein privater Investor das Schwimmbad der Stadt „vor die Füße geknallt“, mit erheblichen Baumängeln und einem Sanierungsstau. „Und die Stadt muss gucken, wie sie der Sache wieder Herr wird.“

Im Koblenzer Fall ist jetzt Bewegung nur noch einmal hineingekommen, weil ein Ratsmitglied nicht locker gelassen hat – peinlich für die Stadt? Das empfindet Langner so als falschen Ansatz, damit umzugehen. „Natürlich muss man fragen, warum Koblenz nicht mal selbst in Brüssel nachgefragt hat“, räumt er ein. Dort könne man genauso Termine machen wie in Berlin oder Mainz. Es liegt von Koblenz aus sogar näher als Berlin. Aber letztlich findet der OB Wefelscheids Initiative einfach nur gut. „Eigentlich sind die Ratsmitglieder ja nicht ein klassisches Parlament wie Landtag oder Bundestag, sondern Teil der Verwaltung.“ Die Zusammenarbeit sei sehr viel enger, als das manchmal scheine. Der Rat ist für dessen neuen Vorsitzenden eine Art „Expertengremium“, mit Menschen, die sich für einen bestimmten Stadtteil, eine bestimmte Klientel, bestimmte Berufsgruppen, Sportarten oder anderes einsetzen. Know-how, das die Verwaltung nutzen muss.

Zusammenarbeit: Das ist für Langner ein wichtiges Schlagwort, das auch beim Schwimmbad eine Rolle hätte spielen können. Denn er ist gar nicht so überzeugt davon, dass es zu einem eigenen Bad der Stadt nicht Alternativen gegeben hätte – im Zusammenspiel mit der Region. „Ich will an der Entscheidung nicht mehr rütteln, aber man hätte sicherlich drüber nachdenken können, ob das so notwendig ist. Oder ob man eine Kooperation mit Lahnstein oder mit Mülheim-Kärlich hätte machen können.“ Als „Kind der rechten Rheinseite“ habe er das alte Bad in der Weißergasse nie von innen gesehen, sei immer in Niederlahnstein ins Schwimmbad gegangen. Wie auch immer: Die Entscheidung für den Bau eines Koblenzer Bads steht und wird vom OB auch mitgetragen. Aber bei der Zusammenarbeit der Region sieht er noch viel Potenzial – etwa bei der Idee einer Regiopolregion mit weiter Strahlkraft, bei der Arbeit am Image der Region und der Sicherung von Fachkräften. Nur einige der weiteren Punkte auf der Agenda des neuen Stadtchefs für die anstehenden acht Jahre.

Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

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