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    Koblenz"Kowelenzer Butze": Freund und Helfer erzählt von früher

    Die Polizei in Rheinland-Pfalz feiert ihren 70 Geburtstag. Passend dazu präsentiert Jörg Schmitt-Kilian einen Rückblick der besonderen Art: Vor allem lustige, bisweilen bizarre, auch dramatische, immer aber menschliche Geschichten aus dem Polizeialltag hat der Ratgeber- und Krimiautor in dem Band „Kowelenzer Butze“ zusammengetragen. Beim Festakt zum runden Geburtstag an diesem Sonntag wird der pensionierte Kriminalhauptkommissar auf der Festung Ehrenbreitstein aus seinem soeben erschienenen Band lesen.

    Bis Ende der 70er-Jahre war das sogenannte erste Polizeirevier im Münzmeisterhaus untergebracht. In dem neuen Band „Kowelenzer Butze“ ist Frauen, die 1987 die Männerbastion Polizei eroberten, den Polizeipräsidenten und der ehemaligen Altstadtwache ein eigenes Kapitel gewidmet.
    Bis Ende der 70er-Jahre war das sogenannte erste Polizeirevier im Münzmeisterhaus untergebracht. In dem neuen Band „Kowelenzer Butze“ ist Frauen, die 1987 die Männerbastion Polizei eroberten, den Polizeipräsidenten und der ehemaligen Altstadtwache ein eigenes Kapitel gewidmet.
    Foto: Polizeiarchiv/Schmitt-Kilian

     

    Ein historischer Abriss über die Entwicklung des sprichwörtlichen Freund und Helfers an Rhein und Mosel ist Schmitt-Kilians Sache nicht. Dennoch kommt die Geschichte nicht zu kurz, wenn der fiktive Protagonist, Polizist Andreas Klein, von seinem Großvater berichtet, der ebenfalls die Uniform trug. Auch Frauen, die 1987 die Männerbastion Polizei eroberten, den Polizeipräsidenten und natürlich der ehemaligen Altstadtwache „Alte Münz“ ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

    Dieser Wache hat der gebürtige Bonner bereits 2004 mit dem Buch „Münz-Menschen suchen Kontakt“ ein Denkmal gesetzt. Statt einer Fortsetzung hat der Polizist außer Dienst nun zum Geburtstag der Landespolizei „Kowelenzer Butze“ geschrieben.

    „Mir geht es darum, Menschliches und Zwischenmenschliches zu schildern“, erklärt der Autor. Dafür hat der 64-Jährige Archive durchforstet, Kollegen befragt und aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen geschöpft. „Die Hauptfigur und seine Familie sind meine Erfindung, aber in allen Charakteren vermischen sich reale mit fiktiven Personen in tatsächlich erlebten Situationen“, erläutert der Autor.

    So sind die Geschichten in dem mit historischen Fotos, Akten und Rapporten bebilderten Band „fast wahr“, und lassen den Leser herzhaft lachen. Zum Beispiel, wenn Chantal den Diebstahl des heruntergelassenen Fensters ihrer Autotür anzeigt, ein Zehnjähriger Ermittlungen zu seinem erhängten Meerschweinchen verlangt oder Polizeibeamte eine übereifrige Kollegin mit dem erfundenen Diebstahl eines Panzers, der eine Kuh überrollt haben soll, aufs Glatteis führen.

    „Gerade das Menschliche bleibt heute oft auf der Strecke“, findet der ehemalige Kommissar. Während die Polizisten in der „Münz“ damals „die Leute kannten“, direkten Kontakt hatten und Dinge möglich waren, die heute als Dienstvergehen geahndet würden, gebe es heute „wenig Miteinander“. Unter den Kollegen seien die privaten Kontakte deutlich weniger geworden. „Vor allem aber gibt es kaum noch Respekt vor der Polizei, der Umgang ist heute wesentlich aggressiver und an der Tagesordnung“, meint der Autor. Schlägereien und Widerstände habe es früher auch schon gegeben, „aber das waren Ausnahmen, Beamte in Uniform, vor allem auch die Frauen, sind nie so angegangen worden wie heute“. Was fehle, seien Konsequenzen: „Da fühlen wir uns von der Justiz im Stich gelassen.“

     

    Deutlich verbessert hat sich nach Ansicht des 2014 aus dem Dienst ausgeschiedenen Polizisten die Ausstattung: „Die ,Münz‘ war eine Rumpelkammer, auch wenn wir uns dort wohl gefühlt haben.“ Der ehemalige stellvertretende Leiter der polizeilichen Prävention hält es zudem für „ganz wichtig“, dass heute den Kollegen Sozialarbeiter bei traumatisierenden Erlebnissen zur Seite stehen, es innerhalb der Polizei Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten gibt.

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

    Abwechslungsreiches Programm auf der Festung

    Im Rahmen des Festaktes zu 70 Jahre Polizei in Rheinland-Pfalz liest Jörg Schmitt-Kilian aus „Kowelenzer Butze“, und zwar am Sonntag, 21. Mai, ab 14.30 Uhr. Beginnend mit einem ökumenischen Gottesdienst um 9.30 Uhr gibt es den ganzen Tag über Ausstellungen zur Geschichte, Vorträge und Lesungen, Vorführungen, jede Menge Musik und ein Kinderprogramm.

    Das Programm in Auszügen:

    • Den ganzen Tag über gibt es ein Kinderprogramm mit Phantomzeichnern, Fahrradparcours, Fotos auf dem Polizeimotorrad, Schminken und mehr.
    • In der Cantina unterhalten die Polizeipuppenbühnen (13, 14, 15 und 16 Uhr) die Kinder, um 13.30 und 15.30 Uhr kommt der Verkehrsclown Tapsi.
    • Spektakuläre Vorführungen gibt es am Nachmittag auf dem Außengelände: Um 16.30 Uhr machen SEK und Polizeihubschrauberstaffel Vorführungen ihrer Arbeit, um 16.45 zeigt die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (auch mit dem Wasserwerfer), wie sie arbeitet, und um 17 Uhr kommt die Diensthundestaffel zum Einsatz.
    • Im Kuppelsaal gibt es ab 13 Uhr Vorträge und Lesungen, unter anderem um 13.45 zur Geschichte der rheinland-pfälzischen Polizei, danach Geschichten und Gedichte. Ganztägig ist hier eine Historische Wache.
    • Am Schlossplatz ist um 11.20 Uhr die Vereidigung, danach gibt es Musikbeiträge und um 13.15 Uhr eine Vorführung der Schieß- und Einsatztrainer.
    • Im Retirierten Graben gibt es um 12.30 und 13 Uhr Konzerte des Landespolizeiorchesters und des Polizeichors.
    • In der Langen Linie ist eine Ausstellung der Polizeigeschichte vor 1945 zu sehen.

     

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