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Koblenz

Koblenz: Parken ist für Hunderte Berufsschüler ein Problem

80 Euro im Monat für das Parken zu bezahlen, ist für niemanden angenehm – wenn man aber nur 460 Euro netto verdient, dann ist das besonders schmerzhaft. Diese Erfahrung machen Monat für Monat Raphael Materne und mit ihm wohl Hunderte, wenn nicht Tausende andere Berufsschüler in Koblenz.

Raphael Materne pendelt sechsmal im Monat zur BBS Wirtschaft in Koblenz.
Raphael Materne pendelt sechsmal im Monat zur BBS Wirtschaft in Koblenz.
Foto: Stephanie Mersmann

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

73,5 Prozent der 9601 Schüler an den hiesigen Berufsbildenden Schulen (BBS) leben nicht in Koblenz. Und viele von ihnen sind auf ihr Auto angewiesen, um zum Unterricht zu kommen.

So wie Raphael Materne. Der 20-Jährige macht eine Ausbildung zum tiermedizinischen Fachangestellten und fährt an sechs Tagen im Monat aus Waldbreitbach im Kreis Neuwied zur BBS Wirtschaft nach Koblenz, in die Zweigstelle in der Hohenzollernstraße in der Südlichen Vorstadt.

Einen Schülerparkplatz gibt es hier nicht, so wie es bei den städtischen BBS insgesamt nur an einer Schule einen Schotterplatz direkt nebenan gibt, in der Beatusstraße in Moselweiß. Und weil Materne nicht alle zwei Stunden ein neues Ticket an der Straße ziehen will, stellt er seinen Wagen bislang ins Parkhaus, für rund 13 Euro am Tag.

Der Stadt, die Träger von drei Berufsbildenden Schulen in Koblenz ist, ist es zumindest als Problem bekannt, dass der Parkraum hier Mangelware ist: "Die Stadt sieht die Schwierigkeiten mangelnden Parkraums in einigen Stadtquartieren", heißt es auf eine Anfrage der RZ sehr allgemein.

Auch Beschwerden von Anwohnern gab es hier bereits, und das Ordnungsamt stellt fest, dass die Parkplatzsituation generell außerhalb der Schulzeiten entspannter ist. Die Stadtverwaltung führt derzeit Untersuchungen in der Goldgrube, auf dem Oberwerth und in Lützel durch, um den Parkdruck zu ermitteln. "Die Einführung weiterer Parkraumbewirtschaftungszonen könnte am Ende stehen", teilt Stadt-Pressesprecher Thomas Knaak mit.

Die Situation der Berufsschüler würde das freilich nicht verändern, und die Stadt sieht auch keine Möglichkeit dazu. Zusätzlicher Parkraum könne auf schulischem Gelände nicht angeboten werden, weshalb sie rät: "Wo immer möglich, sollten einpendelnde Schulbesucher ÖPNV, Park and Ride oder Fahrgemeinschaften nutzen."

Problem bei Raphael Materne: "Mit Bus und Bahn würde ich eineinhalb Stunden zur Schule brauchen" – und so nimmt er doch das Auto. Sein Vorschlag: Die Berufsschüler sollten zumindest an den Straßen gebührenfrei und nicht auf zwei Stunden begrenzt parken dürfen, "es könnte ja jeder seinen Auszubildenden-Ausweis ins Auto legen". Die Parksituation der Anwohner würde dies auf der anderen Seite nicht gerade verbessern.

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