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Koblenz/Kreis MYK

Koblenz: Flüchtlinge zeigen, ob sie fit für die Ausbildung sind

Dass die Flüchtlinge auch eine Chance für die hiesige Wirtschaft sind, wird oft betont – doch gleichzeitig ist offenkundig, wie schwierig es tatsächlich ist, sie in Arbeit zu bringen. Viele Hürden müssen genommen werden, um den richtigen Asylbewerber und die richtige Ausbildungsstelle, Weiterqualifizierung oder Anstellung zusammenzubringen. Seit Freitag verfolgen verschiedene Akteure hier einen neuen Ansatz – mit einem Assessment für Flüchtlinge.

Amad Wisam zeigte beim Assessment, wie fit er schon in der Küche ist – und ob er für eine Ausbildung im Gastgewerbe geeignet wäre.  Foto: Mersmann
Amad Wisam zeigte beim Assessment, wie fit er schon in der Küche ist – und ob er für eine Ausbildung im Gastgewerbe geeignet wäre.
Foto: Mersmann

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Hinter dem Projekt steht die "Regionale Integrationsinitiative Koblenz-Mayen" – eine Kooperation des Kreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz, der Handwerkskammer Koblenz, der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen, den beiden Jobcentern Koblenz und Mayen-Koblenz sowie den Berufsbildenden Schulen. Diese hatten das Assessment in den vergangenen Monaten entwickelt, vorbereitet oder unterstützt, das am Freitag zum ersten Mal stattfand. 47 Flüchtlinge kamen im Gastronomischen Bildungszentrum der IHK zusammen, um zu zeigen, ob sie für eine Ausbildung in Gastronomie oder Hotellerie geeignet wären. Am Ende werden 20 Personen ausgewählt, die eine Lehre antreten können.

Doch davor mussten die Flüchtlinge an einigen Stationen zeigen, was sie können. Im theoretischen Teil mussten sie sich einem Sprachtest stellen, den die Uni in Koblenz und die Julius-Wegeler-Schule eigens entwickelt hatten, außerdem einem Intelligenztest. Im zweiten Teil dann ging es an die Praxis. In der Küche des Gastronomischen Bildungszentrums warteten bereits 14 angehende Köche im dritten Ausbildungsjahr, um die Flüchtlinge bei zwei praktischen Aufgaben anzuleiten und sie zu bewerten. Orangen mussten filetiert, Apfelpfannkuchen gebacken werden. Dabei galt es, Geschicklichkeit, Umsicht und Sorgfalt zu beweisen, außerdem die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, zuzuhören und eventuelle Fehler zu bemerken. Dies war auch bei der Serviceübung gefragt, bei der zehn Azubis die Flüchtlinge darin unterwiesen und testeten, wie gut sie einen Frühstückstisch decken, wie ihr Kontakt zum Gast ist und so weiter. Für alle Azubis war dies eine gute Übung – im Februar werden sie ihre Eignungsprüfung zum Ausbilder machen.

Ziel des Assessments ist es, geeignete Bewerber zu finden, die anschließend für eine Ausbildung in der Gastronomie oder Hotellerie vorbereitet werden. "Dafür ist es unerlässlich, vorher zu testen, ob jemand geeignet ist. Wir wollen sicher sein, dass ein Großteil realistische Chancen hat, die Ausbildung auch abzuschließen", sagte Holger Bentz, Koordinator Flüchtlinge bei der IHK Koblenz. Bei der Ankunft eines Flüchtlings erfassen Koblenz und der Kreis MYK, was für Vorkenntnisse und Interessen er hat – und passende Kandidaten mit einer guten Bleibeperspektive wurden zum Assessment eingeladen. Die 20, die sich hier am besten geschlagen haben, nehmen ab dem 1. Februar an einem speziellen Intensivsprachkurs teil, suchen zusammen mit der IHK nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb – und beginnen am 1. August ihre Lehre. Wenn das gut funktioniert, könnte es weitere Assessments geben, kündigt Holger BentzL an, auch für andere Branchen.

Koblenz
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