40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Koblenz
  • » Flüchtlingsjunge im Kemperhof: Ahmed (5) aus Syrien kämpft in Koblenz gegen den Krebs
  • Aus unserem Archiv
    Koblenz

    Flüchtlingsjunge im Kemperhof: Ahmed (5) aus Syrien kämpft in Koblenz gegen den Krebs

    Der fünfjährige Ahmed aus Syrien muss tapfer sein - Diagnose: Leukämie. Behandelt wird er im Kemperhof in Koblenz. Sein Vater musste viel auf sich nehmen, um seinem Sohn diese Chance auf Leben zu geben.

    Ahmed im Kemperhof – im Arm seinen Stoffhund mit der verbundenen Pfote. Der Fünfjährige stammt aus Syrien, zur Behandlung seiner Leukämie kam er nach Koblenz, wo seine Familie Hilfe von Engagierten fand.
    Ahmed im Kemperhof – im Arm seinen Stoffhund mit der verbundenen Pfote. Der Fünfjährige stammt aus Syrien, zur Behandlung seiner Leukämie kam er nach Koblenz, wo seine Familie Hilfe von Engagierten fand.
    Foto: Kinderschutzbund Neuwied

    Von unserer Mitarbeiterin Marta Fröhlich

    Ein kleiner Stoffhund muss im Koblenzer Kemperhof das Bett hüten. Die Pfote fest verbunden, teilt er sein Schicksal mit seinem Bettgenossen Ahmed. Denn auch Ahmed ist krank. Der Fünfjährige hat Leukämie und hofft auf Heilung in Deutschland. Ahmeds Vater hat den weiten Weg von Syrien bis in die Bundesrepublik angetreten, Frau und drei weitere Kinder in Syrien zurückgelassen, um Ahmed eine Chance zu geben. Denn eigentlich wollte die Familie das von Kriegswirren gebeutelte Land nicht verlassen.

    Der Vater betrieb als Stuckateur und Restaurateur ein kleines Geschäft in einem friedlichen Teil des Landes im Nahen Osten. Doch als die Ärzte Ahmeds Krankheit diagnostizierten und ihm in dem kleinen Heimatort der Familie nicht helfen konnten, gab es nur zwei Optionen: Entweder sucht Ahmed in einem größeren Krankenhaus Hilfe - das liegt allerdings direkt im Kriegsgebiet und kommt für die Familie deshalb nicht infrage. Oder die Familie bringt den Jungen ins ferne Deutschland.

    Schweren Herzens verkauft Ahmeds Vater das gesamte Hab und Gut und reist mit dem Geld gemeinsam mit seinen beiden ältesten volljährigen Töchtern und seinem kranken Sohn aus - und landet zunächst in Ingelheim. Während die beiden großen Mädchen in Ingelheim bleiben müssen, geht es Ahmed immer schlechter. Fieberschübe und die Strapazen der Reise setzen ihm mächtig zu.

    Vater und Sohn kommen zunächst bei Verwandten in Neuwied unter - ein Glücksfall, wie sich herausstellt, denn die dem Kinderschutzbund Neuwied angegliederte Organisation „Willkommen“, die eine Kleiderkammer und Freizeitangebote für Kinder bereithält, wird auf den kleinen Ahmed aufmerksam. Die gebürtige Ägypterin Dalia Allam, die das „Willkommen“ unterstützt, nimmt Kontakt zur Familie auf, mit ihren Arabischkenntnissen kann sie zwischen Kemperhof und Flüchtlingsfamilie vermitteln.

    Ahmed bekommt Anfang Dezember einen Platz auf der Kinderstation und hat zunächst nur Augen für die großen hellen Zimmer und die unzähligen Spielsachen, die sich in der Klinik finden lassen. Unterdessen plagt seinen Vater eine große Sorge: Bisher muss er, wenn er nicht in der Klinik schlafen kann, von Neuwied nach Koblenz pendeln - ohne Auto und ohne Sprachkenntnisse kein leichtes Unterfangen. Und auch die Mittel der „Willkommen“-Helfer sind begrenzt.

    Doch vergangene Woche kommt die gute Nachricht: Katharina Stertz, Initiatorin des „Willkommen“, pflegt Kontakte zu der Flüchtlingshilfe-Initiative „Refugees in Koblenz“, die tatsächlich eine Wohnung direkt neben dem Kemperhof ab Januar organisieren kann. Nach seiner Akutbehandlung, die im neuen Jahr endet, kann Ahmed direkt zu seinem Vater nach Hause - im Notfall ist das bekannte Krankenhaus direkt nebenan.

    Während Ahmed tapfer den Kampf gegen den Krebs, der bis zu drei Jahre dauern kann, angeht und die Schwestern des Kemperhofs mit seinem Charme unterhält, sorgt sich sein Vater um den Nachzug seiner Frau. Denn noch ist sein Asylverfahren nicht in Gang gekommen, es kann Monate dauern. Große Schwierigkeiten bereiten ihm vor allem die nötigen Amtsgänge, die momentan von dem „Willkommen“-Team mit Mühe und Not unterstützt werden.

    Deshalb suchen Dalia Allam und Katharina Stertz einen Koblenzer Paten, am besten Arabisch sprechend, der der Familie in Not unter die Arme greift, Amtsgänge begleitet, bei der Wohnungseinrichtung behilflich ist, Ahmed betreut, wenn der Vater mal nicht da sein kann - und der Familie eine Hoffnung gibt, in der Fremde ein neues Zuhause und Hilfe gefunden zu haben.

    Wer die Familie unterstützen will, ob mit Taten oder finanziell, wendet sich an den Kinderschutzbund Neuwied, im Internet unter www.kinderschutzbund-neuwied.de zu finden

    Gute Prognose: Kranker Ahmed ist mit Familie vereint
    Koblenz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    epaper-startseite
    Wetter
    Donnerstag

    12°C - 21°C
    Freitag

    11°C - 19°C
    Samstag

    11°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerie: Fotos unserer Leser
    Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

    Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

    Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
    Koblenzer Stadt-Geschichten

    Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf

    Anzeige