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Koblenz

Becher, Essensreste, Flaschen: Nach Rhein in Flammen müssen Dutzende Mitarbeiter aufräumen

Katharina Demleitner

Rhein in Flammen mit dem Sommerfest ist der unbestrittene Veranstaltungshöhepunkt im Oberen Mittelrheintal. Jahr für Jahr lassen sich rund 170.000 Besucher das mitreißende, musiksynchrone Abschlussfeuerwerk auf der Festung Ehrenbreitstein nicht entgehen. Doch wo viele Menschen feiern, gibt es viel Müll. Das große Aufräumen übernimmt der kommunale Servicebetrieb der Stadt und sorgt nicht nur für eine saubere Festmeile. Die RZ hat die Männer in Orange getroffen.

Nach dem Feiern kommt das Saubermachen: Die Mitarbeiter des Servicebetriebs fangen früh an, die Hinterlassenschaften der Besucher von Rhein in Flammen zu entsorgen – und zwar nicht nur an den Flüssen.
Nach dem Feiern kommt das Saubermachen: Die Mitarbeiter des Servicebetriebs fangen früh an, die Hinterlassenschaften der Besucher von Rhein in Flammen zu entsorgen – und zwar nicht nur an den Flüssen.
Foto: Katharina Demleitner

Früher Sonntagmorgen, die Rheinanlagen sind verlassen. Die Mülleimer quellen über, um sie herum stapelt sich Abfall, genau wie auf Bänken, an den Zäunen zum Ufer, auf Bürgersteigen und Mauern. Auf den Wiesen verstreut liegt Müll, es ist noch zu erkennen, wie Feiergruppen dort gelagert haben. Am Deutschen Eck sind die orangefarbenen Fahrzeuge des Servicebetriebs im Einsatz: Acht kleine Lkw, vier große und drei kleine Kehrmaschinen sind an diesem Morgen auf dem Sommerfest-Gelände unterwegs. „Vor allem Becher“, antwortet Einsatzleiter Michael Koch auf die Frage, was die Besucher von Rhein in Flammen am häufigsten zurücklassen.

In sehr großer Zahl sammeln die rund 65 Mitarbeiter Plastikbecher ein, „haufenweise Cocktailbecher, die in Altstadt-Kneipen ausgegeben werden“, berichtet Koch. Im vergangenen Jahr hat der Veranstalter des Sommerfestes, die Koblenz-Touristik, einen Mehrwegbecher und ein Mehrweg-Weinglas eingeführt. Ob das die Müllmengen verringert hat, kann Koch nicht sagen: „Der Umfang der Hinterlassenschaften ist jedes Jahr sehr unterschiedlich, wir bemerken keine Veränderung.“ Spielt beispielsweise das Wetter nicht mit, kommen weniger Gäste, und es entsteht weniger Müll.

Spirituosen-Flaschen machen ebenfalls einen Hauptteil des Abfalls aus, der rund um das Spektakel zusammenkommt. „Und natürlich die Essensreste“, so Koch. An etlichen Ständen zwischen den sechs Bühnen und auf dem Rummelplatz gibt es jede Menge Kulinarisches, am Ende landen aber die der Rest der Currywurst oder übrig gebliebene Pommes samt Pappteller am Wegesrand.

Vier Stunden dauert es, bis das gesamte Gelände zwischen Peter-Altmeier-Ufer und Weindorf wieder sauber ist. Seit 2012 das Sommerfest zum ersten Mal Rhein im Flammen umrahmte, beginnen die Servicebetrieb-Mitarbeiter das große Aufräumen um 4 Uhr. Vorher starteten die Reinigungsarbeiten unmittelbar nach dem Abschlussfeuerwerk um 1 Uhr. „Aber da war immer noch viel los, Besucher waren unterwegs, die Stände wurden abgebaut. Um 4 Uhr ist keiner da, und wir können ungestört arbeiten“, berichtet der Einsatzleiter. Außer auf dem Festgelände macht der Servicebetrieb auf der Festung sauber, wo das Feuerwerk gezündet wurde, in Ehrenbreitstein, am Hauptbahnhof und in der Altstadt.

„Dort sieht es viel schlimmer aus als hier an Rhein und Mosel“, sagt Koch. Wenn der finale Knall das Ende des Feuerwerks verkündet hat und rund ums Eck die Stände schließen, feiern viele Besucher in Kneipen weiter – und hinterlassen vor allem auf den Plätzen große Mengen Müll. Insgesamt ist am Sonntagmorgen am meisten zu tun, aber auch am Samstag und am Montag rücken die Mitarbeiter aus, kehren zusammen, was achtlos weggeworfen wurde. Dabei unterstützen sie auch den Eigenbetrieb Grünflächen und Bestattungswesen, der für die Säuberung der Grünflächen zuständig ist.

Doch der Müll ist nicht das Einzige, um das sich der Servicebetrieb kümmert. Auch die Verkehrssicherung fällt in seinen Aufgabenbereich. „Wir stellen die Halteverbotsschilder und die Absperrungen auf“, verweist Koch auf die Abteilung Verkehrssicherheit – auf dass die Besucher Rhein in Flammen sauber, sicher und entspannt genießen können.

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

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