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Kümbdchen

Turbulente Komödie begeistert das Publikum

Der Förderverein des TV Kümbdchen-Keidelheim hatte zum Jahresbeginn zu den Theatertagen eingeladen. An drei Abenden durften Theaterfreunde aller Altersgruppen mit viel Freude in der Turnhalle in Kümbdchen das muntere Spiel auf der Bühne unter der Regie von Friedhelm Wendling genießen. Auf dem Programm stand das Lustspiel in drei Akten von Bernd Kietzke „Der Heiler von Keidelheim“.

Die Mitglieder der Theatergruppe des TV Kümbdchen-Keidelheim hatten die Lacher auf ihrer Seite. Mit der rasanten Komödie „Der Heiler von Keidelheim“ ernteten sie bei ihrem Publikum große Begeisterung und lang anhaltenden Applaus.  Foto: Gisela Wagner
Die Mitglieder der Theatergruppe des TV Kümbdchen-Keidelheim hatten die Lacher auf ihrer Seite. Mit der rasanten Komödie „Der Heiler von Keidelheim“ ernteten sie bei ihrem Publikum große Begeisterung und lang anhaltenden Applaus.
Foto: Gisela Wagner

Das Stück ist in einer Weinbauregion angesiedelt. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig“, so ließen die Komödianten vor Beginn verlauten. Schon bald merkten die Zuschauer, dass es in Keidelheim Menschen mit großen Visionen gibt. Die Praxis des Landarztes Dr. Johann Bacchus, der von Marcus Berg mit viel Engagement in Szene gesetzt wird, ist Schauplatz des Geschehens. Hier ist allgemeiner Treffpunkt.

Der Doktor heilt mit unkonventionellen Mitteln. Das sogenannte starke Geschlecht liegt ihm dabei besonders am Herzen und die Herren fühlen sich stets gut von ihm verstanden. Kein Wunder, denn er heilt all ihre „Zipperlein“ mit deftiger Hausmannskost, er spricht ein striktes Verbot für Hausarbeit aus und erteilt den Frauen bei Fußballspielen im Fernsehen ein absolutes Redeverbot – alles andere bedeute puren Stress für die Männer. Seine zweifelhafte Diagnose lautet sehr häufig „Ausbeutung der Männer“.

Der gute Doktor ist allerdings nicht allein in seiner Praxis, hier tummelt sich alles was Rang und Namen hat. Sprechstundenhilfe Lore Ley, die von der bühnenerfahrenen Linda Martin gespielt wird, hat stets alles im Griff und schmeißt den Laden professionell. Ambrosia Teufel, die Königin aller Putzteufel, wird mit viel feinsinnigem Humor von Beate Lorch verkörpert. Sie fühlt sich eindeutig zu Höherem berufen und vertritt mit Begeisterung den Landarzt. Die Krankenakten gehören zu ihrer Lieblingslektüre. Für ihren Geschmack kommen sowieso viel zu wenig Patienten in die Praxis und überhaupt landen Keidelheimer so gut wie nie im Krankenhaus.

Das wiederum kommt dem Vertreter der Ärztekammer, Hans Werthmann, der überaus korrekt seinen Job macht, sehr suspekt vor: „Wo gibt es denn so etwas, nur Gesunde!“ Die allgemein positive Stimmung ist leider bei Dauerpatientin Wilma Öfter, die leidend von Elke Schönborn gespielt wird, und deren Ehemann noch nicht angekommen. Dabei ist gerade sie nicht immer mit dem Doktor zufrieden, zumal er ihrem Gatten stets Schonung auferlegt und sie muss dann die ganze Arbeit alleine tun.

Ja, und dann gibt es da noch die resolute Bürgermeisterin Minna Mortiz. Heike Bonn haucht ihr sehr viel Leben ein. Sie hat sich fest vorgenommen, Keidelheim zu einem ganz besonderen Kurort zu machen, und, was sie sich in den Kopf setzt, gelingt fast immer.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, auch Junior Max Moritz (Dennis Schlösser) hat viele Ideen, nur meistens sind die eher untauglich. Gemeinsam mit Bodo Bollermann (Norbert Klein) und Schwester Chantal (Julia Kurz) sorgt er für ein Riesendurcheinander. Als Schauspieler erster Güte erweist sich Ebby (Andreas Rheingans), schließlich müssen sich in einem mondänen Kurort Patienten aller Herren Länder tummeln, und, wenn es die nicht gibt, muss man sie halt erfinden. Seine Aufgabe ist es daher, in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen, er macht seinen Job so gut, dass man ihm sogar die feine Dame abnimmt. Dafür erträgt er tapfer sogar eine Wachsbehandlung, um seine Beine zu enthaaren. Was tut man nicht alles für den Erfolg.

Obwohl Privatdetektivin Lisa Groß (Tamara Lang), ihre Nasse überall reinsteckt, kann sie den einst gescheiterten Schauspieler nicht entlarven. Der illustren Komödiantenschar gelingt es tatsächlich die anfängliche Vision in die Tat umzusetzen. Als Attraktion für den aufstrebenden Kurort wird ein Weinbrunnen mitten auf dem Marktplatz installiert, der je nach Neigung der Gäste den gewünschten Wein, ob trocken oder lieblich, fließen lässt.

Hinter den Kulissen wirken mit: Matthias Rheingans, Karina Brand und Susanne Kilb (Bühnenbau); Peter Klein (Tapezierarbeiten)Stella Boos, Elvira und Susanne Kilb (Maske); Heike Theisen-Heberding (Souffleuse) und Regisseur Friedhelm Wendling.

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Wagner

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