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    BoppardOldtimer finden in Boppard Bewunderer

    Frühes Aufstehen hat sich am Samstagmorgen gelohnt: Ab 9 Uhr trafen die ersten historischen Fahrzeuge zum zehnten Oldtimertreffen auf dem Marktplatz ein.

    Nach der Zuweisung der Standnummer parkten die Fahrer ihre Schätzchen ein – ohne technische Hilfsmittel wie Servolenkung, Rückfahrkamera und piepsende Einparkhilfe. Und ihre chromblitzenden Gefährte wurden stundenlang bestaunt.

    Knapp 50 auf Hochglanz polierte wertvolle Oldtimer zeigten sich von ihrer besten Seite. Ihre Eigentümer kamen mit Passanten ins Gespräch und erläuterten Fragen zum Kauf von Ersatzteilen, zur Geschichte der Autos oder zur Wiederherstellung des heutigen Zustands. Mancher Eigentümer kam sogar stilvoll in Frack und Zylinder oder bei Cabriolets mit schnittiger Kopfbedeckung.

    Die Oldtimer unterschiedlicher Fahrzeugtypen und Baujahre waren nach Boppard gekommen, um die Ausstellung ab 10 Uhr zu bereichern. Experimentierfreudiger waren die Automobilhersteller damals, wenn es um die Farbe ging. „Ist die Farbe original?“, lautete eine der Standardfragen am Samstagmorgen, als die Fahrzeuge von Touristen und Einheimischen in Scharen genauer unter die Lupe genommen wurden. Auffällig ein mintfarbener MG, der Ende 1958 für den Export nach Amerika produziert worden waren. Besonders Frauen fanden dieses Fahrzeug chic.

    Volle Aufmerksamkeit hatten die liebevoll restaurierten und gut gepflegten Fahrzeuge, die ohne Panne an den Mittelrhein gereist waren. In diesem Jahr stand die Präsentation ganz im Zeichen des Fahrzeugbauers Opel. Nach 90 Jahren gehört Opel künftig zu einem französischen Konzern. Hat das Folgen für die Ersatzteilversorgung für ältere Fahrzeuge? Noch ist die Oldtimerszene gut versorgt. Wird das auch in Zukunft so sein?“, diese Fragen stellte Hans-Karl Schmidt aus Boppard, der die Moderation der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Tourist-Information Boppard, Stefan Rees, übernahm.

    Ein gelber Opel Commodore wurde als erster Oldie vorgestellt. Das Fahrzeug hat der junge Opelfan 2011 gekauft und bis 2015 restauriert. „Ich habe viel neu geschweißt. Heute ist der Zustand meines Autos, das für den schwedischen Markt bestimmt war und eine Vollausstattung hat, topp“, erzählte der junge Oldtimerbesitzer. Mit seinem mausgrauen Opel Kadett B Baujahr 1973 hatte Jens Kerber aus Pfaffenheck eine kurze Anfahrt. „Ein authentisches Auto“, urteilte Kenner Hans-Karl Schmidt bei der Vorstellung. Ursprünglich hatte der Kadett in Gelb das Werk in Bochum verlassen. „Die Sitze wurden neu bezogen, ansonsten ist der Zustand des Fahrzeugs, das zeitweise als Kinderspielplatz diente, noch gut“, erzählt der stolze Besitzer.

    Ein seltenes Auto hatte Johann Gerd Schaeffer aus Breitscheid nach Boppard gebracht. Sein Vauxhall Victor FC 101 ist Baujahr 1966. Der Vauxhall (so heißt Opel in England) wurde in Antwerpen (Belgien) gebaut und hatte immer wieder mal technische Probleme. Vor drei Jahren hat er das Fahrzeug gekauft und ist als Rentner zur Freude seiner Ehefrau damit beschäftigt, den optischen Zustand nach und nach zu verbessern.

    Ältester Opel in der Vorstellungsrunde war ein Laubfrosch P4, Baujahr 1936, der seinem Namen alle Ehre machte. Die Lackierung in grün und schwarz passte. „Der Oldtimer hat es mit vier gesunden Reifen auf dem Marktplatz geschafft“, sagte der Eigentümer zum Ende der Vorstellungsrunde.

    Die Band Two Voices sorgte für die musikalische Unterhaltung, bevor es auf die mehr als 40 Kilometer lange Ausfahrt ging. Wie an der Perlenkette aneinander gereiht ging es auf große Fahrt entlang des Rheins bis nach St. Goar, durchs romantische Gründelbachtal auf die Höhe bis nach Hungenroth und Dörth. Über Karbach und die Rheingoldstraße kehrten die historischen Fahrzeuge zurück auf den Bopparder Marktplatz.

    Eine kleine Geschichte hatte Hagen Brenner aus Boppard zu berichten. Im vergangenen Jahr hatte Teilnehmer Alan Cross Fotos an eine Mercedes Clubzeitung in Großbritannien gesandt. Diese Fotos mit einem langen Bericht erschienen prompt in Großbritannien. Über seinen Arbeitgeber, die Bomag, erhielt Hagen Brenner jetzt die Clubzeitung mit dem Bericht über das Bopparder Oldtimertreffen, über den er sich nicht alleine freute.

    Zum Abschluss des Treffens gab es Preise für die weiteste Anreise (Alan Cross, Bolton GB), das älteste Auto (Ulrich Ostrowski Salmson Phaeton P4 aus Hillscheid) und den ältesten Teilnehmer (Hennig Krebs aus Bacharach).

    Von unserer Reporterin Suzanne Breitbach

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