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    Ingelheim

    Michael Apitz gibt einen anderen Blick auf den Rhein frei¶

    Rheingauer Künstler zeigt bis Ende März in Ingelheim eine große Retrospektive. Das Welterbetal steht bei Michael Apitz mit im Zentrum seiner Arbeit.

    Die Loreley begleitet Michael Apitz seit Jahren – mehrfach hat der Rheingauer Künstler den Felsen gemalt. Einige seiner Werke sind bis Ende März in einer Retrospektive zu sehen. Der Kunstverein Ingelheim stellt bis Ende März Gemälde des Zeichners, Illustrators und Landschaftsmalers aus. Foto: Werner Dupuis
    Die Loreley begleitet Michael Apitz seit Jahren – mehrfach hat der Rheingauer Künstler den Felsen gemalt. Einige seiner Werke sind bis Ende März in einer Retrospektive zu sehen. Der Kunstverein Ingelheim stellt bis Ende März Gemälde des Zeichners, Illustrators und Landschaftsmalers aus.
    Foto: Werner Dupuis

    Seit Sonntag läuft in Ingelheim eine besondere Ausstellung. Der Rheingauer Künstler Michael Apitz zeigt auf Einladung des Kunstvereins Ingelheim in einer Retrospektive Arbeiten aus den vergangenen Jahren und der Gegenwart. In diesem Zuge bietet er auch einen Blick auf „seinen“ Mittelrhein. Es kommen einige Bilder aus jenem Zyklus zur Ansicht, in dem der heute 50-Jährige sich intensiv mit dem Welterbe Oberes Mittelrheintal befasst und dessen Einzigartigkeit in eindrucksvollen Gemälden niedergeschrieben hat.

    Apitz hat zuletzt im Jahr 2011 den Mittelrhein mit einer „Rheinreise“ auf farblich imposante und zugleich einfühlsam-filigrane Weise festgehalten. Angelehnt an sein 2006 entstandenes Welterbe-Wein-Triptychon und verschiedene Einzelwerke, ist diese Reihe eine Hommage an die Region, die der gebürtige Wallufer als Rheingauer Nachbar intensiv begleitet.

    „Ich will mit meinen Bildern Stimmungen auslösen“, sagt Apitz. Gerade in seinen Bildern vom Rhein, die so unterschiedliche Ausschnitte einer Reise durch die ausdrucksstarke und einmalige Landschaft zwischen Bingen und Koblenz zeigen, findet sich dieser tiefere emotionale Zugang. Die Farben wechseln bei seinen Rheinreise-Bildern vom frischen Grün der Weinberge rund um das Binger Loch über das satte Orange des herbstlichen Weinlaubs bei Oberwesel bis hin zum zarten, sanften Blau des schimmernden Flusses, der so mächtig diese Region beherrscht, zugleich trennt und belebt. Gepaart mit so gleichsam etwas melancholischen und aufhellenden Werken wie jenem einzigartigen Blick auf die Wernerkapelle in Bacharach oder einem das Herz des Betrachters öffnenden weiten Blick in eine leuchtende Landschaft am Gedeonseck bei Boppard hat sich ein Zyklus entwickelt, der die Besonderheit des Welterbetals im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht setzt. Apitz fühlt sich in seiner Kunst nicht nur inspiriert von den Arbeiten des späten William Turner und von Caspar David Friedrich, sondern entführt den Betrachter auch in genau jene ergreifende Stimmung, die eine Landschaft beim Hinschauen auslösen kann.

    Romantik, so erzählt Apitz beim Gespräch in seiner Galerie in Walluf, hat für ihn nichts mit Aida-Kreuzfahrten zu tun. „Es ist das Auseinandersetzen und Miteinander mit der Landschaft.“ Seine Bilder erzählen von authentischen, unvergleichlichen Landschaften, dies zeigt allein ein Blick auf die verschiedenen Drucke und Gemälde, die in der Wallufer Galerie ausgestellt sind. An diesem Platz begann in den späten 1980er-Jahren alles, hier, in der ehemaligen Zahnarztpraxis seines Vaters. Dort drüben stand der Schreibtisch seines Schulfreunds Patrick Kunkel, mit dem er die „Karl“-Comics erfand, an diesem Platz sein eigener.

    Kunkel und dessen Vater Eberhard texteten, Apitz zeichnete jene „Karl“-Comics, die ab 1988 zum Erfolg wurden. Heute sind die Schreibtische aus der Galerie gewichen, die Comics sind seit gut zehn Jahren Geschichte, nur die Atmosphäre der baulich wenig veränderten Räume erinnert noch daran. Heute prägen farbintensive Landschaften und städtische Porträts das Bild, das der Gast gewinnt.

    Verschiedene Regionen hat Apitz als Maler bereist, vor allem die einzigartigen Weinanbaugebiete haben in den vergangenen Jahren seine Arbeit geprägt, insbesondere die Rheinregion, aber auch Burgund, Mosel, Pfalz. Eine junge Serie entführt den Betrachter in die Stadt, nach Mainz und Wiesbaden. Die Stadtzyklen sind andere Bilder, perspektivisch veränderte Blickwinkel, jedoch nicht weniger ausdrucksstark und tief in ihrer Dichte als die Rheinbilder.

    In Ingelheim werden es vor allem Landschaften sein und auch Bilder des Mittelrheins, die Emotionen beim Betrachter auslösen. Das Welterbetal zwischen Bingen und Koblenz prägt nicht nur viele Arbeiten von Michael Apitz, sondern auch sein Leben, das ihn immer wieder bewusst die Nähe zu dieser Region und seiner Landschaft suchen lässt. Volker Boch

    Die Ausstellung „Michael Apitz – Malerei“ beim Kunstverein Ingelheim dauert in der Bahnhofstraße 48 in Ingelheim noch bis zum 26. März. Infos gibt es im Internet unter www.kunstverein-ingelheim.de

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