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    Roth

    Mehr Grün durch die Umlegung

    Auf den ersten Blick sah es am Donnerstagvormittag auf dem Dorfplatz in Roth aus wie in einer Baumschule. Nebeneinander aufgereiht lagen maximal drei Meter messende junge Obstbäume verschiedener Sorten und weitere einheimische Gehölze.

    160 Oberstbäume und 320 Feldgehölze samt Pfählen und Verbissschutz wechselten gestern auf dem Rother Dorfplatz ihre Besitzer.
    160 Oberstbäume und 320 Feldgehölze samt Pfählen und Verbissschutz wechselten gestern auf dem Rother Dorfplatz ihre Besitzer.
    Foto: Werner Dupuis

    Damit die Hochstämme gerade wachsen, gab es Stützpfähle und sogenannte Julen – Sitzstangen also, auf denen Greifvögel Platz nehmen können. Denn Bussarde und Habichte jagen Mäuse, die die zarten Wurzeln der jungen Bäume mit Vorliebe fressen und sie dadurch erheblich schädigen. Diese Aktion gehört zur Flurbereinigung, die im Zuge des Baus der Kastellauner Umgehungsstraße in den Gemarkungen Kastellaun, Uhler und Roth durchgeführt wurde.

    15 Grundstückseigentümer folgten der Einladung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) – dem ehemaligen Kulturamt – sich an der Aktion „Mehr Grün durch Flurbereinigung“ zu beteiligen. Sie orderten insgesamt 160 hochstämmige Obstbäume und 320 einheimische Gehölze.

    Mit dieser Aktion sollen Eigentümer und Pächter gewonnen werden, Bäume und Sträucher auf ihren flurbereinigten Flächen zu pflanzen und ihren Beitrag zur Bereicherung des Landschaftsbildes, der Ökologie und des Naturschutzes zu leisten. Und das freiwillig und zusätzlich zu den gesetzlichen Maßnahmen.

    Ein besonderes Ziel sei es auch – so Doris Hadlok vom DLR – in Zeiten sich ausbreitender Allergien und Krankheiten, die alten, robusten und gebietstypischen Obstsorten zu fördern. Dazu gehört der Rheinische Bohnapfel genauso wie die Luxemburger Renette, die Pastorenbirne oder die Große Grüne Reneklode. Die Bäume lieferten nicht nur aromatisches und gesundes Obst, sie seien auch widerstandsfähig gegen diverse Krankheitserreger, die Neuzüchtungen befallen. Außerdem bieten sie, wenn sie ausgewachsen sind, bedrohten Tierarten wie dem Steinkauz, Spechten, Fledermäusen und diversen Insekten Lebensraum als Nahrungs-, Brut- und Sommerquartier. Obwohl zwei neue Streuobstwiesen peripher zum Straßenbau angelegt wurden, seien die Neuanpflanzungen noch kein gleichwertiger Ersatz für die Fällung einiger Baumveteranen und Altbestände, bedauert Hadlok. Neben den bisher schon erfolgten, werden in diesem Herbst noch weitere Pflanzungen auf Ausgleichsflächen zur Kompensierung des Straßenbaus vorgenommen. In den drei betroffenen Gemarkungen wurden vom DLR bisher 40 neue, insgesamt 11 Hektar große Flächen ausgewiesen, auf denen die Natur Vorrang genießt. 40 Obst- und 50 Laubbäume sowie 3000 Sträucher wurden hier in Baumreihen, Hecken und Feldgehölzen gesetzt. Ersatzweise für weggefallene Erdwege gibt es Gras- und Krautstreifen für neue Vernetzungsstrukturen in der Feldflur.

    Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat bereits im Frühjahr entlang der rund 4 Kilometer langen Umgehungsstraße eine 6 Hektar große Streuobstwiese mit 80 regionalen Obstsorten sowie 90 Laubbäumen und 18.500 Sträuchern gepflanzt.

    Von unserem Reporter Werner Dupuis

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