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    Hunsrücker ging mit Messer auf Polizei los

    Unter einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leidet ein junger Mann aus einer kleinen Hunsrückgemeinde, der in Bad Kreuznach zeitweilig arbeitet und dort auch lebt.

    Hunsrück – Unter einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leidet ein junger Mann aus einer kleinen Hunsrückgemeinde, der in Bad Kreuznach zeitweilig arbeitet und dort auch lebt.

    Wohl in diesem Zustand ging er zweimal mit einem Messer auf Polizeibeamte los. Jetzt muss das Bad Kreuznacher Landgericht darüber befinden, wie es um die Zukunft des 27-Jährigen bestellt ist. In einer Phase, als sich der Mann zu Hause in seinem Heimatort aufhielt, rief seine Mutter die Polizei, weil sie nach eigener Aussage Angst vor ihrem Sohn bekommen hatte.

    Als die Beamten eintrafen, sahen sie den jungen Mann am Küchentisch sitzen. Dort war er gerade dabei, Batterien zu zerschneiden und zu verspeisen. Als er die Polizisten entdeckte, attackierte er sie sofort mit einem Messer. Nur mit Mühe gelang es den Beamten, sich den Messerstichen zu entziehen und den Mann dingfest zu machen.
    Um einen Unterbringungsbeschluss für eine psychiatrische Einrichtung zu vollstrecken, fuhren im zweiten Fall erneut Polizeibeamte in das Anwesen der Mutter, wo sich deren Sohn aufhielt. Nachdem sich der junge Mann sofort in seinem Zimmer verschanzt hatte, sprang er zur Überraschung der Ordnungshüter plötzlich durch die Tür und versuchte mit einem, etwa 20 Zentimeter langen Brotmesser, auf sie einzustechen. Nur durch den Einsatz von Pfefferspray gelang es den Beamten schließlich, den Mann festzunehmen. Die Grundlagen für ein geregeltes Leben schienen nicht schlecht: Nach der Orientierungsstufe besuchte der junge Mann die Realschule und machte dort auch den Abschluss. Auch an der Ausbildung zum Elektroniker hatte er Spaß. „Das ging alles gut bis die Psychosen begannen.“ Es folgten Klinikaufenthalte und Rehabilitationsmaßnahmen.

    Heute ist der Mann wegen der Nebenwirkungen der Medikamente nur noch in der Lage, für wenige Stunden, abwechselnd in einer Gärtnerei und einer Werkstatt, zu arbeiten. Die Nebenwirkungen waren für den jungen Mann aber auch Grund, die Tabletten abzusetzen. „Heute weiß ich, dass ich das nicht darf.“ Für das Gericht unter Vorsitz von Dr. Bruno Kremer stellt sich besonders die Frage, wie der Angeklagte sich in schwierigen Situationen verhält. Wird er auch dann seine Medikamente einnehmen?
    Wird sein Umfeld, also die Mutter oder die Tante, die auch Betreuerin des Mannes ist, darauf achten, dass er die Medizin regelmäßig nimmt? Die Angriffe mit dem Messer hätten schlimm enden können, stellte Kremer fest. „Das alles ist kein Spaß!“ Die Grundposition seines Mandanten habe sich gegenüber früherer Auffassungen deutlich verändert, so der Verteidiger des Angeklagten. Ob er früher womöglich Drogen genommen habe, wollte Richter Kremer noch von dem jungen Mann erfahren. Eine Antwort erhielt er darauf nicht.

    In vielen Fällen kommt es schon wegen des Konsums von Haschisch zu Psychosen. Zum zweiten Verhandlungstag sind weitere Zeugen geladen. Dann soll auch der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten über den jungen Mann erstatten. Der Prozess wird am 8. November um 9 Uhr fortgesetzt.

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