40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Fachleute zu Gast an der BBS Boppard: "Crash"-Kurs sensibilisiert junge Fahrer
  • Aus unserem Archiv
    Boppard

    Fachleute zu Gast an der BBS Boppard: "Crash"-Kurs sensibilisiert junge Fahrer

    Mit einem "Crash-Kurs" möchte die Polizei in Rheinland-Pfalz zur Verkehrsunfallprävention für junge Fahrer beitragen und damit die Unfälle mit Todesfolge reduzieren. Mit "Vernunft durch Betroffenheit" sollen junge Verkehrsteilnehmer erreicht werden. Erstmals machte der "Crash-Kurs" Station an der Berufsbildenden Schule in Boppard bei rund 230 Schülern.

    Marc Gleixner von der Polizeiinspektion Boppard moderierte die Veranstaltung, bei der Schüler zum Thema Verkehr von verschiedenen Fachleuten besonders sensibilisiert wurden.
    Marc Gleixner von der Polizeiinspektion Boppard moderierte die Veranstaltung, bei der Schüler zum Thema Verkehr von verschiedenen Fachleuten besonders sensibilisiert wurden.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Von unserer Reporterin Suzanne Breitbach

    Experten erläuterten den Schülern der BBS Eindrücke aus ihrer Arbeit: (von links) Thomas Klotz, Tanja Süßenbach-Wallburg (beide Polizei Boppard), Sascha Schneider (Rettungsdienst), Marc Gleixner (Polizei Boppard), Notfallseelsorger Johannes Dübbelde, Marco Vogel (Feuerwehr Damscheid), Florian Merz (Rettungsdienst).
    Experten erläuterten den Schülern der BBS Eindrücke aus ihrer Arbeit: (von links) Thomas Klotz, Tanja Süßenbach-Wallburg (beide Polizei Boppard), Sascha Schneider (Rettungsdienst), Marc Gleixner (Polizei Boppard), Notfallseelsorger Johannes Dübbelde, Marco Vogel (Feuerwehr Damscheid), Florian Merz (Rettungsdienst).
    Foto: Suzanne Breitbach

    Im Rahmen der Veranstaltung, die Marc Gleixner als Dienstgruppenleiter der Polizei Boppard moderierte, gab es nicht nur Filmmaterial und Fotos zu sehen. Die an einem Unfall beteiligten Rettungskräfte wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notfallseelsorge schilderten anhand eines konkreten Unfalls ihre Eindrücke in einem mündlichen Vortrag.

    Der Unfall, um den es sich hierbei handelte, ereignete sich im August 2015 gegen 3.30 Uhr auf einem Feldweg bei Damscheid. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt. Ein weiterer Mann wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Das Fehlverhalten spielte bei der Schulveranstaltung eine untergeordnete Rolle. Was war passiert? Ein Motorradfahrer fuhr auf einem Feldweg in eine Fußgängergruppe und verletzte einen Mann dabei schwer.

    Schicksal eines Damscheider Unfallopfers machte betroffen

    Die Schüler, die selbst bereits Fahrzeugführer sind oder gerade in der Fahrschule auf das Autofahrerleben vorbereitet werden, waren sehr betroffen, als Polizistin Tanja Süßenbach-Wallburg über die Unfallaufnahme berichtete. Noch leiser wurde es bei den Ausführungen des Damscheider Wehrführers Marco Vogel, der mit seinen Kameraden nachts zum Ausleuchten der Unfallstelle von der Rettungsleitstelle in Bad Kreuznach angefordert wurde.

    Er berichtete darüber, dass es sich bei einem Verletzten um einen Damscheider handelte. "Da müssen sofort die Emotionen abgeschaltet werden", berichtet der Feuerwehrmann von seinem ehrenamtlichen Einsatz in der lauen Sommernacht. Er schilderte mit Einverständnis die heutigen persönlichen Lebensumstände des Damscheiders, der wenige Tage danach Vater wurde und die Geburt seiner Tochter nicht miterleben konnte. Das Unfallopfer kämpfte zu diesem Zeitpunkt im Koma liegend um sein eigenes Leben.

    Die Sichtweise des Rettungsdienstes stellten im Anschluss dann die Rettungsassistenten Sascha Schneider und Florian Merz vor, die von der Rettungswache Oberwesel und Emmelshausen zu dem Unfall gerufen worden waren. "Zwei Notärzte waren auf der Anfahrt aus Boppard und Simmern, als der Rettungsdienst bei den zwei gemeldeten Schwerverletzten Erste Hilfe leistete. Tagsüber ist es selbstverständlich, dass ein Schwerverletzter im Hubschrauber in wenigen Minuten Flugzeit in ein Koblenzer Krankenhaus transportiert wird. Das ist nachts oder bei schlechter Sicht anders, da geht der Transport nur über die Straße, der dauert mit Blaulicht und Martinshorn etwa 40 Minuten", erläuterte Sascha Schneider.

    Kreis der Betroffenen ist groß

    Als Notfallseelsorger ist Pfarrer Johannes Dübbelde seit 18 Jahren im Einsatz. Er ist seit vielen Jahren der Koordinator am Mittelrhein und im Hunsrück und kümmerte sich nach diesem schweren Unfall um die Augenzeugen und die Angehörigen. In dieser Nacht fuhr er nach Damscheid, um hier mit betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen ins Gespräch zu kommen und Trost zu spenden. "Der Kreis der Mitmenschen, die von einem Unfall mitbetroffen ist, ist groß", sagt er zum Abschluss der eineinhalbstündigen Veranstaltung in Boppard.

    Marc Gleixner beendete seine Moderation des "Crash-Kurses" mit dem Hinweis, dass jeder Autofahrer Akzente durch gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr setzen kann. Das fange damit an, dass man auf Alkohol und Drogen verzichte, wenn man sich hinters Steuer eines Fahrzeuges setze. Gleixner wies darauf hin, dass ein Verkehrsteilnehmer jederzeit mit den Fehlern anderer rechnen muss und die Geschwindigkeit immer den örtlichen Begebenheiten und Wetterbedingungen anpasst werden sollte.

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Sonntag

    6°C - 9°C
    Montag

    7°C - 10°C
    Dienstag

    9°C - 12°C
    Mittwoch

    8°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige