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    Ab Ende Juni 2018: Radeln nah an der Natur

    Jetzt geht's auch mal über Stock und Stein. Kein Problem bei den breiten „Schlappen“, die manche Fahrräder heutzutage drauf haben: Fünf Kreise, 13 Verbandsgemeinden und zwei Städte wollen bis Ende Juni 2018 gemeinsam ein 261,1 Kilometer langes touristisches Radroutennetz realisieren, das auch unbefestigte Wirtschafts- und Feldwege einbezieht.

    Dicke Schlappen – gerade richtig für Naturwege. Die Radgeschäfte der Region werden gern hören, dass 2018 ein neues Naturroutennetz eröffnet wird. Unser Bild zeigt Zweiradmechatroniker Michael Schuppenhauer (29) von OK Bikes in Planig.
    Dicke Schlappen – gerade richtig für Naturwege. Die Radgeschäfte der Region werden gern hören, dass 2018 ein neues Naturroutennetz eröffnet wird. Unser Bild zeigt Zweiradmechatroniker Michael Schuppenhauer (29) von OK Bikes in Planig.
    Foto: Stefan Munzlinge

    Gesamtkosten der Beschilderungsaktion: 233.000 Euro, das Land schießt 174.000 Euro zu. Mit im Sattel sitzen die Kreise Bad Kreuznach, Birkenfeld, Mainz-Bingen, Donnersberg und Kusel und aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis die Verbandsgemeinden Rheinböllen und Simmern.

    Der rund 127 Kilometer lange Naheradweg und die Kleinbahntrasse samt ihrer Nebenwege (alles zusammen etwa 500 Kilometer) machen momentan das touristisches Radnetz im Kreis KH aus. Hinzu kommen nun Feld-, Forst- und Wirtschaftswege. Vorteil: Diese Wege sind schon da, es wird nichts versiegelt, „Ressourcenschonung“ ist hier das Gebot. Was in der Pfalz und im Westerwald von Erfolg gekrönt ist, soll rasch auch im Hunsrück, an Nahe und Glan greifen. Zielgruppe dieser Routen auf Naturwegen sind Leute, die umweltinteressiert sind und gern hin und wieder zu kleinen Tagestouren aufbrechen, sagt Naturpark-Geschäftsführer Marco Rohr von der Kreisverwaltung Bad Kreuznach.

    Grün-weiße Beschilderung

    Für die Beschilderung wird die landesweit übliche weiß-grüne HBR-Variante gewählt. An jeder Wegekreuzung, -gabelung und an jedem Abzweig soll ein Hinweis stehen, bis Ende März 2019 folgen touristische Infotafeln. Das Model „Schmalhans“ wird bei der Orientierungshilfe nicht verfolgt, sondern eine Masse an Schildern angebracht: Vollwegweiser mit Orten samt Kilometerangaben, an kleinen Abzweigen tut es ein einfacher Richtungspfeil.

    Die grün-weißen Hinweise werden an vorhandene Schilder montiert, um Geld zu sparen. Rohr ist erleichtert, denn der Naturradrouten-Prozess habe sich einige Jahre hingezogen, etwa weil der Förderantrag 2015 nicht genehmigt worden war und die Eigenanteile zu hoch waren. Dann gab das Land ein Signal an die startbereiten Kommunen: „Wartet, wir erhöhen unseren Förderanteil.“

    Marco Rohr findet: „Wir haben bislang viel zu wenige Radwege.“ Die meisten Routen seien für Tagesfreizeitradler derzeit eher uninteressant. Und so kommt das Naturroutennetz, bei dem alle mitziehen, grade richtig. Dabei fällt dem Kreis Bad Kreuznach die Koordinationsaufgabe zu: Er ist Antragsteller, finanziert das Gesamtprojekt und sammelt später die Anteile der beteiligten Kreise, Verbandsgemeinden und Städte ein. „Bei der Routenauswahl haben wir darauf geachtet, nicht jeden Weg zu nehmen, es muss schon ein bestimmter Standard erfüllt werden.“

    Auch Straßen werden genutzt

    Auch einige wenig befahrene Autostraßenstücke sollen in das Radwegenetz einbezogen werden. Rohr betont: Hier handele es sich um Routen, die Einheimische kennen, Gäste aber nicht. Die Verbandsgemeinden wollen das neue Netz weiter verdichten, etwa Rüdesheim mit Touren von Winzerhof zu Winzerhof oder auch die VG Langenlonsheim.

    Kunden legen Wert auf Naturerlebnis

    Ute Meinhardt, Geschäftsführerin der Naheland-Touristik, findet die geplante Netzverdichtung rund um den Naheradweg als Hauptachse „wunderbar“. Damit setze man den Bestand in Wert. Viele Radrouten im Nahe- und Glantal (1,5 Millionen Übernachtungen im Jahr) mit unterschiedlichen Profilen seien für die Differenzierung im Radtourismus wichtig, denn heute gebe es den Mountainbiker, den Rennradfahrer, den E-Biker und den Normal-/Alltagsradler. Wichtig sei: Alle brauchen eine geordnete Radwegeführung. Das unbeschwerte Landschaftserlebnis sei an eine gute Ausschilderung geknüpft. Hier sei man schon auf einem guten Niveau, dürfe sich aber nicht ausruhen. Beim Wandern habe man 36 Traumschleifen und Vitaltouren in der Region plus Hildegardweg, Soonwald- und Saar-Hunsrück-Steig. Jetzt entwickele sich der Radtourismus weiter, etwa mit Pauschalen wie „Von Winzerhof zu Winzerhof“. Ute Meinhardt sagt: „Unsere Marktforschung belegt: Die Kunden legen Wert auf das Naturerlebnis.“

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

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