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Katzenelnbogen

Wirtschaftlichkeit: Ritterspiele sollen sich mehr lohnen

Dagmar Schweickert

Die Wirtschaftlichkeit der Catzenelnbogener Ritterspiele stand vor Kurzem auf dem Prüfstand. Das Rechnungs- und Gemeindeprüfungsamt hatte dafür die Jahre 2011 bis 2016 unter die Lupe genommen und der Stadt für die Zukunft Vorschläge für eine bessere Wirtschaftlichkeit unterbreitet, mit denen sich nun der Stadtrat beschäftigt hat.

Um jeden Cent wird bei der Kalkulation für die Catzenelnbogener Ritterspiele zwar nicht so erbittert gekämpft wie beim beliebten Bruchenballturnier – trotzdem ist die Stadt gehalten, künftig verstärkt darauf zu achten, dass die Unterdeckung reduziert wird. Foto: Dagmar Schweickert
Um jeden Cent wird bei der Kalkulation für die Catzenelnbogener Ritterspiele zwar nicht so erbittert gekämpft wie beim beliebten Bruchenballturnier – trotzdem ist die Stadt gehalten, künftig verstärkt darauf zu achten, dass die Unterdeckung reduziert wird.
Foto: Dagmar Schweickert

Für den geprüften Zeitraum ergab sich ein durchschnittliches Defizit von rund 2500 Euro pro Jahr. Dabei entfielen 2016 die Einnahmen aus Eintrittsgeldern komplett, weil die Veranstaltung wegen eines Unwetters abgesagt worden war. Über den gesamten Veranstaltungszeitraum seit 2007 sieht die Bilanz jedoch besser aus.

Der Ritterspieleausschuss hat sich wiederholt mit Möglichkeiten befasst, die Attraktivität und damit die Besucherzahl und Einnahmen der Ritterspiele zu steigern. Die Idee, dass die Stadt das Gelände an einen privaten Veranstalter verpachtet, wird wohl verworfen, da es wenige Ausrichter, aber schon einige ähnliche Veranstaltungen in der Nähe gibt. Die Preise zu erhöhen, wird ebenfalls kritisch bewertet, da bei umliegenden Veranstaltungen die Eintrittspreise ähnlich oder niedriger sind. „Eine Erhöhung lässt eher befürchten, dass Besucher davon abgeschreckt werden“, heißt es in der Stellungnahme. Der Rat beschloss daher, dass die Stadt versucht, das Defizit zu verringern und verstärkt nach Sponsoren sucht. Außerdem soll die Möglichkeit öffentlicher Förderung geprüft werden.

Das Amt wies außerdem darauf hin, dass die Mitarbeiter der VG-Kasse die Eintrittskassen vorbereiten und die Abrechnung übernehmen. Die Kassen werden bei den Ritterspielen von ehrenamtlichen Helfern geführt, auf die aus personellen Gründen nicht verzichtet werden kann. Es gibt keine Dienstanweisung zur Einrichtung und Regelung der Angelegenheit der Kassengeschäfte für die Ritterspiele. Der Beschlussvorschlag des Amtes lautete nun: „Die VG-Kasse wird beauftragt, eine Dienstanweisung zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Kassengeschäfte zu erstellen. Die ehrenamtlichen Helfer werden dann zur Einhaltung verpflichtet.“ Stadtbürgermeister Horst Klöppel wertete dies eher als einen rein redaktionellen Hinweis und erklärte: „Wir müssen froh sein, dass wir überhaupt ehrenamtliche Kassenhelfer finden.“

Zum Ratschlag des Amtes, das Besucheraufkommen erfassen zu lassen, erklärte die Verwaltung, man prüft Möglichkeiten dafür, man müsse dabei allerdings auf die Tatsache Rücksicht nehmen, dass die ehrenamtlichen Helfer nicht über Gebühr beansprucht werden.

Ein weiterer Sparkomplex: Für den Unterhalt der Stadtbücherei im Haus der Familie wird für die nächsten Jahre ein Zuschussbedarf von 12 400 Euro pro Jahr erwartet. Die jährlichen Personalkosten belaufen sich auf 14 800 Euro. Die Bücherei hatte 2016 bei rund 69 Besuchern pro Öffnungstag insgesamt 22 025 Ausleihen, die derzeit kostenfrei erfolgen. Das Prüfungsamt schlägt nun vor, eine Jahresgebühr zu erwägen, um das Defizit zu verringern. Außerdem sollen durch Veranstaltungen, Spenden und Sponsoring weitere Einnahmen generiert werden. Bernd Bücher (CDU) schlug vor, statt einer Jahresgebühr doch lieber eine geringe Gebühr von 50 Cent pro Ausleihe – also nicht pro Buch – zu erheben. Nach einer kurzen Diskussion zu Gebührenvarianten und einer Gebührenfreiheit für Kinder beschloss der Rat, dass man mit dem Förderverein besprechen könne, ob die Einführung einer Gebühr sinnvoll ist. Es sollen weitere Veranstaltungen geplant werden, und man will sich um Spender und Sponsoren bemühen.

Von unserer Redakteurin Dagmar Schweickert

Diez
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