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    Löhnberg

    Wassermuseum gibt tiefe Einblicke

    Wasser spielt in Löhnberg eine große Rolle. Selters ist eine Weltmarke. Ab sofort widmet sich die Gemeinde dem Thema ausführlich in ihrem neuen Wassermuseum.

    Der Bachlauf des Kallenbachs ist auf Edelstahlsäulen in Höhe des Oberkörpers dargestellt und vermittelt dem Museumsbesucher das Gefühl, als ob er durch den Bach waten würde. Foto: Dorothee Henche
    Der Bachlauf des Kallenbachs ist auf Edelstahlsäulen in Höhe des Oberkörpers dargestellt und vermittelt dem Museumsbesucher das Gefühl, als ob er durch den Bach waten würde.
    Foto: Dorothee Henche

    Auf kleinstem Raum sind dort in den vergangenen Monaten unzählige Ideen verwirklicht worden. Das macht ein Rundgang durch das unmittelbar neben dem Mehrgenerationenhaus gelegene Gebäude deutlich.

    „Das kleine, aber feine Museum soll Wasser als herausragendes Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde Löhnberg für Bewohner und Touristen erlebbar machen“, erklärt Bürgermeister Frank Schmidt (SPD). Bereits der kleine Vorplatz am Eingang zum Museum bietet einen Vorgeschmack auf die Millionen Jahre alte Geschichte, die im Innern dargestellt ist. Drei Ginko-Bäume sind dort frisch gepflanzt, in einem Beet sollen Schachtelhalme wachsen, die es in der Zeit des oberen Devons vor etwa 375 Millionen Jahren gab. Über der Eingangstür prangt ein überdimensionales Modell des Kettneraspis, eines Millionen Jahre alten Meeresbewohners. Beim Betreten des Museums fällt der Blick auf den Bachlauf des Kallenbachs. Er ist auf Edelstahlsäulen in Höhe des Oberkörpers dargestellt und vermittelt dem Besucher das Gefühl, als ob er durch den Bach waten würde. Dabei kann er die dort lebenden Tiere und Pflanzen kennenlernen.

    Auf den schmalen Ablagen der Edelstahlsäulen sollen in Zukunft noch QR-Codes angebracht werden, verrät Schmidt. Dadurch sollen insbesondere jüngere Besucher oder Schüler die Möglichkeit haben, mithilfe ihres Handys weitere Informationen über einzelne Ausstellungsobjekte oder Themenkomplexe aufzurufen.

    An der Wandseite dahinter führt eine Treppe in höhere Sphären, um über das Kurbad zu berichten, das einst in Obershausen entstehen sollte, dann aber doch nie gebaut wurde. In der gegenüberliegenden Ecke lädt eine Wasserbar dazu ein, das Wasser aus den vier Quellen zu kosten. An den Wänden erzählen alte Bilder die Geschichte der Brunnen, über der Bar werden demnächst noch Lampen in Form von Wassertropfen installiert.

    Ein weiterer Teil ist der Wasserversorgung in Löhnberg gewidmet, und auch das Devonzeitalter vor 380 Millionen Jahren ist Thema. Schon damals spielte in Löhnberg Wasser eine wichtige Rolle, denn es bildete sich hier ein Meeresboden. Ein Touchscreen, der die Veränderungen der Kontinente über Jahrmillionen hinweg darstellen und auch dreidimensionale Lebewesen zeigen soll, ist bestellt und wird in den kommenden Wochen aufgebaut.

    Noch leer ist die große Vitrine. Bis zur Eröffnung wird dort ein Diorama entstehen, das das Leben des Meeresbodens veranschaulichen soll. Die auf dem Fossilienfeld zwischen Niedershausen und Obershausen gefundenen Exemplare wie beispielsweise Trilobiten oder Brachiopoden sind bereits in den Museumsschaukästen ausgestellt. Sie können dort „unter die Lupe“ genommen werden.

    Größere Gruppen wie Schulklassen können mithilfe des Laptops und eines Mikroskops mit USB-Anschluss die vielfache Vergrößerung der Fossilienfunde auf einer Leinwand betrachten, die am Durchgang angebracht ist. Der Raum ist durch eine 1,80 Meter breite, zweiflügelige Schiebetür getrennt, denn im hinteren Teil des knapp 100 Quadratmeter großen Gebäudes befindet sich eine Lehrküche. Auch hier trifft Historie auf Moderne. Während im linken Teil eine hochmoderne, funktionsfähige und voll ausgestattete Küche mit Backofen, Kühl- und Gefrierschrank oder Spülmaschine steht, zieht im linken Teil ein wunderschöner, 100 Jahre alter Dorfladen die Blicke auf sich. Er gehörte bis Anfang der 80er Jahre Maria Hesse in Staffel und ist inklusive Inventar heute Eigentum der Gemeinde Löhnberg. Eine alte Registrierkasse und eine historische Waage zeigen, wie früher eingekauft wurde. Die Holzschränke mit kleinen Schubkästen sind nicht nur schön anzuschauen, sondern bieten auch Stauraum, beispielsweise für Besteck. Komplettiert wird die Ausstattung mit einem alten Küchenherd, der aufwendig restauriert wurde. Massive Tische und Bänke aus Eichenholz bieten Platz für 20 bis 25 Personen. Der Raum mit dem historischen Ambiente kann von Gruppen und Vereinen genutzt werden.

    Nach der offiziellen Einweihung am Freitagabend bietet der Tag der offenen Tür am Samstag, 12. Dezember, von 10 bis 17 Uhr allen Interessenten Gelegenheit, das Museum und die Lehrküche kennenzulernen. Ein buntes Programm erwartet die Besucher – auch im Mehrgenerationenhaus. Es werden Geschichten vorgelesen, in der Werkstatt kann gebastelt werden, die Bilderausstellung von Waldemar Kreis ergänzt das Angebot. Zugunsten der Flüchtlingshilfe Löhnberg findet ein Kleinflohmarkt statt. Das Team des Mehrgenerationenhauses bietet mittags Würstchen und nachmittags Kaffee und Kuchen an. Dorothee Henche

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