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    Skurril: Räuber stellt sich auf Gerichtsflur seinem Opfer vor

    Schockierendes Erlebnis für eine Zeugin im Limburger Landgericht. Im Flur traf die 24-Jährige aus Wetzlar vor Prozessbeginn auf einen Gleichaltrigen, den sie aus ihrer gemeinsamen Jugendzeit in einer Clique kannte. Acht Jahre hatten sie sich nicht mehr gesehen und begrüßten sich mit „Hallo!" - Dann gab er ihr die Hand und sagte: „Es tut mir leid." – Sie fragte: „Warum?" Und er antwortete: „Ich war das, der den Überfall gemacht hat. Es tut mit leid." Sie brach in Tränen aus.

    Symbolfoto
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    Limburg - Schockierendes Erlebnis für eine Zeugin im Limburger Landgericht. Im Flur traf die 24-Jährige aus Wetzlar vor Prozessbeginn auf einen Gleichaltrigen, den sie aus ihrer gemeinsamen Jugendzeit in einer Clique kannte. Acht Jahre hatten sie sich nicht mehr gesehen und begrüßten sich mit „Hallo!" - Dann gab er ihr die Hand und sagte: „Es tut mir leid." – Sie fragte: „Warum?" Und er antwortete: „Ich war das, der den Überfall gemacht hat. Es tut mit leid." Sie brach in Tränen aus.

    Als Angestellte einer Spielothek in Wetzlar war sie am Morgen des 19. April vorigen Jahres kurz vor 4 Uhr von einem unbekannten, mit einer Sturmhaube maskierten und bewaffneten Täter überfallen worden. Der war durch die offene Tür schnurstracks auf ihre Theke zugelaufen, richtete die Waffe auf sie, hielt ihr einen Stoffbeutel entgegen und verlangte, dass sie die Kasse leer mache. Die junge Frau befolgte seine Anweisung in Todesangst und raffte die Scheine zusammen. Dann wies er sie an, auch das Münzgeld herauszugeben und hob schließlich den Einsatz in der Kasse hoch, um sich zu vergewissern, dass er auch alles bekommen hatte. Die Beute bestand aus einigen tausend Euro. Nach diesem schrecklichen Erlebnis konnte die Kassiererin nicht mehr arbeiten gehen und wurde von ihrem Arbeitgeber entlassen. Jetzt lief sie nichtsahnend diesem Mann in die Arme, der sie in Angst und Schrecken versetzt hatte. „Ich wusste nicht, warum ich eine Ladung zum Gericht bekommen habe", sagte die Zeugin. Der 24-jährige Wetzlarer lebt auf freiem Fuß. Er hat den Raubüberfall gestanden und bereut, zu dem ihn zwei mitangeklagte 36-jährige türkische Staatsbürger aus Ehringshausen beauftragt haben sollen. Beide Männer sitzen in Untersuchungshaft und haben zu den Vorwürfen bisher nichts gesagt. „Es war noch Kundschaft da, deshalb hatte ich die Tür nicht verschlossen", sagte die betroffene Angestellte. „Wenn weniger los ist, sollte ich den Hebel umlegen, damit niemand mehr reinkommt", berichtete sie über eine Anweisung ihres Arbeitgebers, bei dem sie eigenen Angaben zufolge seit 2008 beschäftigt war. Sie soll auch gegen die Anweisung verstoßen haben, nicht mehr als 300 Euro in der besagten Kasse aufzubewahren. Das überschüssige Geld sollte in einem Tresor gesichert werden. Der Inhaber der Spielhalle und weiterer Vergnügungsstätten kennt die beiden mutmaßlichen Auftraggeber seit etwa zehn Jahren. Der 43-Jährige hatte sie schon öfter in seinen Spielotheken gesehen. Er aber die Anweisung nicht, wonach die Tür in der Nacht geschlossen werden solle, konnte auch über den Grund der Kündigung seiner ehemaligen Mitarbeiterin nichts sagen. Dafür sei ein anderer Mitarbeiter zuständig. Der Inhaber sagte auch, dass die installierten Überwachungskameras nicht zuverlässig funktioniert hätten und nach dem Überfall ausgetauscht worden seien. Die Staatsanwaltschaft hat für diesen Prozess weitere 15 Anklageschriften gefertigt. Die Vorwürfe, die teilweise schon beim Amtsgericht Wetzlar angeklagt waren und jetzt für die Hauptverhandlung in Limburg zusammengeführt wurden, betreffen unterschiedliche Verbrechen und Vergehen quer durch das Strafgesetzbuch. Auch drei Einbruchsdiebstähle im April und Mai vorigen Jahres auf ein Gesundheitsstudio in Ehringshausen, ein Reinigungsunternehmen in Aßlar und auf eine Ladenzeile in Wetzlar werden dem Trio angelastet. Dort bestand die Beute unter anderem aus 400 Euro Bargeld, einem Laptop, Beamer sowie zwei Kameras. flu

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