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Aartal

Pro Reaktivierung: Fahrgastverband positioniert sich zur Aartalbahn

Die Landesverbände Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland des Fahrgastverbandes Pro Bahn haben eine landesübergreifende Regionalgruppe gegründet. Die Regionalgruppe Westhessen/ Rheinhessen befasst sich derzeit schwerpunktmäßig mit den Planungen der hessischen Landeshauptstadt zur Wiedereinführung einer Straßenbahn, dem sogenannten Citybahn-Projekt. Aber auch die geplante Reaktivierung der circa 53 Kilometer langen Aartalbahn zwischen Wiesbaden und Diez stellt derzeit einen Schwerpunkt in der Arbeit der Regionalgruppe dar.

Die Reaktivierung der Aartalbahn ist in der öffentlichen Diskussion. Jetzt äußert sich der Fahrgastverband Pro Bahn.
Die Reaktivierung der Aartalbahn ist in der öffentlichen Diskussion. Jetzt äußert sich der Fahrgastverband Pro Bahn.
Foto: up

Nahverkehr attraktiv gestalten

So begrüßen beide Landesverbände des Landesverbandes die aufgenommen Planungen der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Citybahn. Die Umwandlung der jetzigen Buslinie 6 zwischen Wiesbaden und Mainz sei auf der gesamten derzeitigen Fahrtstrecke unausweichlich, um Bürgern und Besuchern beider Städte ein attraktives Nahmobilitätskonzept anbieten zu können. Gleichzeitig sei dies für beide Städte ein erster Ansatz um dem täglichen Verkehrschaos und den besorgniserregend hohen Luftschadstoffwerten entgegen zu treten.

Auch der Bundesverband des Fahrgastverbandes Pro Bahn hat sich auf seinem Bundesverbandstag in Wiesbaden für die Aufnahme der vorbereitenden Planungen der Citybahn in Wiesbaden mit Verknüpfung des Bestandsnetzes der Mainzer Verkehrsgesellschaft ausgesprochen. In diesem Zusammenhang seien die durch die Stadt Wiesbaden aufgenommenen Planungen zur Realisierung eines Stadtbahnsystems außerordentlich begrüßenswert. Auch die angestrebte Bürgerbeteiligung durch die Stadtverwaltung spreche für ein modernes, zukunftsgewandtes und bürgerorientiertes Verwaltungshandeln.

Die immer wieder aufkommenden Diskussionen über die Reaktivierung der Aartalbahn zwischen Wiesbaden und Diez behandelt die landesübergreifende Regionalgruppe ebenfalls als Schwerpunktthema. So sprechen sich die Landesverbände Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland für eine Reaktivierung der Aartalbahn auf der gesamten Streckenlänge zwischen Wiesbaden und Diez aus. Die Reaktivierung müsste jedoch in einer Regelspur-Ausführung stattfinden. In die öffentlichen Diskussion der vergangenen Wochen sei immer wieder die Möglichkeit einer Weiterführung der meterspurigen Citybahn aus dem Stadtgebiet Wiesbadens hinaus auf der Trasse der Aartalbahn bis nach Bad Schwalbach eingebracht worden. Diese Möglichkeit erachtet der Fahrgastverband als nicht praktikabel. Der in Mainz oder Frankfurt arbeitende Berufspendler mit Wohnort in Taunusstein oder Bad Schwalbach würde aus ökonomischen Gründen nicht vom Auto auf den ÖPNV umsteigen, wenn er mit der Citybahn zunächst 20 Minuten durch das Wiesbadener Westend bis zum Wiesbadener Hauptbahnhof gondeln müsste, um dort nochmals in die Züge des Regionalverkehrs umsteigen zu müssen.

Gleichwohl würde die Verbindung bei Umstieg in Bad Schwalbach (bedingt durch den Spurwechsel) für Reisende aus Hahnstädten oder Diez in die hessische Landeshauptstadt weiterhin so unattraktiv wie bisher ohne verkehrende Züge bleiben.

Nach Meinung von Pro Bahn müssten schnelle umsteigefreie Verbindungen von Diez über Bad Schwalbach nach Wiesbaden/Mainz und Frankfurt errichtet werden. Darüber hinaus würde die Änderung der Spurweite auf dem südlichen Teil der Aartalbahn rein gesetzlich einer Streckenentwidmung gleich kommen. Dieser Vorgang sei der bürokratische Begriff für Streckenstilllegung. Ein daran anschließender Aufbau in Meterspur komme einem planungsrechtlichen und kostentechnischen Neubau gleich, der sich über Jahrzehnte hinziehen kann.

An aktuelle Technik anpassen

Auch wenn seit Jahren kein regelmäßiger Zug mehr auf der Aartalbahn verkehre, sei sie rein verwaltungstechnisch noch als nicht entwidmete und somit als noch nicht stillgelegte Eisenbahnstrecke anzusehen. Die vorhandene Bahnstrecke sei nur an aktuelle technische Erfordernisse anzupassen. Der bürokratische und kostentechnische Aufwand hielte sich in einem überschaubaren Rahmen und würde die Haushalte der anliegenden Kommunen nur um einen Bruchteil gegenüber einem Neubau belasten. Für die Reaktivierung der Aartalbahn auf gesamter Länge habe der Bundesverband Pro Bahn auf seinem Bundesverbandstag einen Grundsatzbeschluss verabschiedet.

Interessenten an der Regionalgruppe Westhessen/Rheinhessen sind zum nächsten offenen Treffen eingeladen. Es findet am Mittwoch, 9. August, um 18 Uhr im Bürgerhaus Mainz-Kastel, Zehnthofstraße 41, statt. Neue Mitwirkende sind in der Regionalgruppe jederzeit willkommen.

Diez
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